rt-go: 2016-02-22
/ 2016-05-05

Windows (10) ???

Ein ganz persönlicher Erfahrungsbericht

Früher, vor sehr langer Zeit, als der Markt noch nicht aufgeteilt war, habe ich mich geweigert, mich mit DOS herum zu quälen. Für mich kam nur eine grafische Benutzeroberfläche in Frage. Weil aber Apple schon immer viel zu teuer war, hatte ich halt nie einen.

Irgendwann, nachdem Microsoft den Markt für sich entschieden hatte, blieb mir natürlich auch keine Wahl. ich wollte meine Energie nicht damit verschwenden, gegen den Strom zu schwimmen.

Beginnend mit Windows 95 durfte ich mich deshalb von Version zu Version weiter ärgern.

Irgendwann war ich dann bei Windows 7 angekommen und damit leidlich zufrieden. Das System war endlich stabil und die zahllosen Hilfsprogramme, die kostenlos zur Verfügung standen, erlaubten es, dass man alles so einstellen konnte, dass es vernünftig funktionierte.

Windows 8 und 8.1 boten dann so viel unnützes Zeug und so wenig Nützliches, dass ein Upgrade für Geld schon gar nicht in Frage kam.

Windows 10 sollte dann alles ändern.

Und weil es kostenlos angeboten wurde, habe ich die Gelegenheit genutzt und mein Upgrade von Windows 7 auf 10 durchgeführt.

Dann habe ich als Erstes all die neuen Apps deinstalliert, damit sie dort sind, wo sie meiner Meinung nach hin gehören.

  • Ich brauche keine “Labertante” Cortana, die mir ein Ohr ab kaut und auch kein Mikrofon. Selbst auf die Gefahr hin, dass mich die NSA nicht mehr mag.
     
  • Ich brauche keinen permanenten Wetterbericht. Das Wetter sehe ich auch, wenn ich aus dem Fenster schaue. Und eine Prognose für ganz beliebige Orte kann ich jederzeit im Internet abrufen.
     
  • Ich brauche keine aktuellen Börsenkurse, denn ich bin kein Broker und zocke weder mit eigenem noch mit fremdem Geld.
     
  • Ich bin auch kein Zeitungsredakteur und brauche keinen permanenten News-Ticker. Meine Neuigkeiten erfahre ich noch früh genug in den Abendnachrichten und ändern kann ich eh nichts daran.
     
  • Ich brauche schon gar keinen Store, denn ich habe wirklich auch noch was anderes zu tun, als permanent zu konsumieren.
     

Seit meinem Upgrade sind etliche Monate und offenbar auch zahllose Updates an mir vorbei gegangen. Sie waren vermutlich nur für die Apps erforderlich, die ich eh schon entfernt habe.

Wenn ich nun die Windows-Version abfrage, erfahre ich, dass ich immer noch Windows Version 10.0 (Build 10240) verwende. Und wenn ich das Windows Update auf rufe erhalte ich die Information: "Ihr Gerät ist auf dem neuesten Stand. Letzte Überprüfung: Heute".

Ich vermute deshalb, dass die neuste Windows-Version wieder mal gar nix Neues ist, sondern wie so oft, nur das alte System im neuen Gewand. Und weil es Microsoft nicht geschafft hat, all die Tausend Einstellungen, die man früher vornehmen konnte, auf die neue Oberfläche zu adaptieren, hat man sie außer Funktion gesetzt. Und der “betriefte” User muss sich jetzt mit irgend einem vorgefertigten aber unzweckmäßigen “Theme” abquälen.

Die nun überflüssigen Einstellungen stehen immer noch in der Registry. Weil sie aber nicht ausgewertet werden, ist das System jetzt natürlich etwas schneller.

Und der ganze Scheiß ist jetzt endlich weg: die lästigen Animationen, die abgerundeten Ecken, die Farbverläufe und die total bescheuerten Transparenzen die bei Windows von Version zu Version dazu kamen, jeweils als die ultimativen Features angepriesen wurden und das System immer lahmer und unzweckmäßiger gemacht haben. – Tschüss!

Der gequälte User könnte jetzt eigentlich glücklich sein.

Wenn, ja wenn da nicht all die unnützen Apps wären, die keiner braucht und die offensichtlich nur dazu dienen, dem User in die Tasche zu greifen oder ihn aus zu forschen.

Aber so, wie Niemand gezwungen wird, sich bei Facebook oder Twitter auszuziehen, wird auch niemand gezwungen all die Apps zu verwenden. Viele kann man sogar restlos entfernen.

Hilfe dazu findet man z.B. bei:

drwindows.de  oder  deskmodder.de

Viel Erfolg und Spaß beim Putzen!

Nachtrag

Bei einem anderen Rechner, der von Neuem schon Windows 8 mit brachte und dann mit 8.1 lief, habe ich das Upgrade auf Windows 10 natürlich auch durchgeführt und mich geärgert, dass all meine schönen Einstellungen, die das Arbeiten erleichtert haben, nun über den Jordan gegangen waren.

Zum Glück konnte ich das automatische Update nicht verhindern, das gründlich in die Hose gegangen ist und dazu geführt hat, dass der Rechner überhaupt nicht mehr lief. – Das hat mich dann zu meinem Glück gezwungen, mein früheres Windows (8.1) wieder zurück zu holen.

Nun bin ich ernsthaft am Überlegen,
ob ich mich nicht mal mit Linux beschäftigen sollte.

 

Nachtrag 2

Das hab' ich natürlich nicht nur gedacht, sondern auch gemacht. Bei meiner Suche im Internet bin ich auf tolle Versprechen gestoßen: "Linux das Betriebssystem der Zukunft, sicher, schnell, kostenlos und natürlich ganz ohne Probleme".

Also habe ich die verbreitetste Linux-Variante Ubuntu installiert. Und schon hatte ich die ersten Probleme. Angeblich kann man Ubuntu parallel zu Windows installieren und dann beim Start wählen, womit man arbeiten möchte. Bei mir war nach der Ubuntu-Installation von meinem Windows nichts mehr zu finden.

Deshalb habe ich mich zunächst einmal mit den Einstellungen von Ubuntu beschäftigt. Aber alle Einstellungen, die ich genau nach Anleitung vor genommen habe, blieben wirkungslos.

Mein nächstes Interesse galt daher den Programmen, die ich bei Windows kostenlos installiert habe und Tag für Tag benutze. Für die musste ich selbstverständlich Ersatz finden. Aber da war nix zu finden.

Ich weiß ja nicht, womit sich die Linux-Anwender den ganzen Tag beschäftigen. Aber offensichtlich muss das ganz etwas anderes sein als das was ich mache.

Für die folgenden Programme, die ich dauernd verwende, habe ich jedenfalls keinen Ersatz gefunden:

TV-Browser (Programmzeitschrift)
MediathekView (Mediatheken durchsuchen und Download)
IrfanView (Bildbetrachtung und extraschnelle Bearbeitung)
Paint Shop Pro 5 (alte Bildbearbeitung, aber gut und unersetzlich)
Microsoft Image Composite Editor (Panorama-Editor)
Microsoft Expression Web 4 (WYSIWYG-Web-Editor)
Joe (Renamer)
GhostWriter
Kalenderchen 5
PopTray (E-Mail Controler)
CUEcards 2000 (Zettelkasten)
Sizer (Fenstergröße und Position per Mausklick)

Und für FireFox, Thunderbird, Libre Office 5 und Gimp 2.8 muss ich ja nicht auf Linux umsteigen. Die laufen ja schon mit meinem Windows.

Fazit

Das war ein Griff ins Klo. Aber mit zwei Händen.

Und wenn Linux tatsächlich das Betriebssystem der Zukunft sein sollte, kann ich es ja in der Zukunft noch mal probieren. (Vielleicht so in etwa 10 Jahren zum Beispiel.)

Und inzwischen quäl' ich mich halt mit Windows weiter.

Übrigens: der zweite PC, der mit dem 8er, läuft inzwischen auch mit dem 10er und macht genau wie der erste absolut keine Probleme.

Mehr und mehr gewinne ich den Eindruck, dass das System sehr stabil ist. Und inzwischen gibt es auch schon kostenlos die Tools, die man braucht, um (fast) alles nach eigenem Bedarf zu optimieren.

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