rt-go: 2015-02-27

OUT OF THE DARK


(Wo bin ich da bloß hin geraten?)

Die Stadt Frankenthal präsentierte in ihrem Kunsthaus eine Ausstellung mit "Malerei, Fotografie und Installation".

Zitat: »Günther Titz sucht nach Formen, wobei Form für den Künstler in erster Linie Proportionalität bedeutet. Er distanziert sich dabei vom Prozess einer Komposition, von der Malerei als Schöpfung. Statt von einer Komposition wird jedes Bild von seinem eigenen Findungsprozess bestimmt.«

Dieser Ankündigungstext hatte mich natürlich neugierig gemacht. Also bin ich hin und habe nicht schlecht gestaunt.

Zur weiteren Information gab es vor Ort einen Handzettel mit den Preisen und dem unten folgenden, alles erhellenden Text.

Anmerkung1:
Den Text habe ich gelegentlich korrigiert, damit der immanente Sinn, sofern überhaupt vorhanden, sichtbar werden kann. Bei dieser Umsetzung der Sichtbarmachung, hier der gedruckten Information, habe ich mich vom Prozess einer Komposition im Sinne einer eigenen Schöpfung distanziert. Statt von einer Komposition wird jede Korrektur von ihrem eigenen Sinnfindungsprozess bestimmt. So entstehen Sätze mit streng orthografischen Formen und Strukturen, die keine Assoziation mit der Realität im abbildenden Sinne zulassen. Die Texte erhalten eine eigene Autonomie und sprachimmanente Logik, haben aber nicht die Verbindung zum Ausgangstext verloren.

»Proportionen bzw. die Faszination der Flächengestaltung mit Beschriftungen von gefundenen Kartonagen, meist Umverpackungen aus industrieller Serienfertigung, sind der Ausgangspunkt der Malerei von Günther Titz. Den Findungsprozess begleitet immer die ästhetische Erfahrung. Sie ist Ausgangs- und Verbindungspunkt für das Transformieren von Gefügen, das heißt von Ordnungen und Strukturen. Günther Titz distanziert sich dabei vom Prozess einer Komposition, von der Malerei als Schöpfung. Statt von einer Komposition wird jedes Bild von seinem eigenen Findungsprozess bestimmt. Es entstehen Arbeiten mit streng geometrischen Formen und Strukturen, die keine Assoziation mit der Realität im abbildenden Sinne zulassen. Die Arbeiten erhalten eine eigene Autonomie und bildimmanente Logik, haben aber nicht die Verbindung vom ausgehenden Gegenstand verloren.
                       zum Ausgangs-Gegenstand

Weitere Themen sind die des Verdeckens und Freilegens in der Bildfläche, ein Arbeiten mit den aufgetragenen Farbschichten, deren Übereinander durch das Abschleifen erst sichtbar gemacht werden wird.

In den Fotos von Günther Titz wird dieselbe orthogonale (=rechtwinklige) Flächenaufteilung angestrebt. Hier spielt er mit Spiegelungen des hinter der fotografierten Glasfläche sichtbar werdenden Innenraums und den Abbildungen des Raumes der sich außerhalb der ausgewählten Bildfläche befinden befindet. Verschiedene Abbildungen der Raumsituation werden gleichzeitig in der Bildfläche sichtbar.

Mit der Installation OUT OF THE DARK thematisiert der Künstler das Entbergen des Verborgenen im Sinne des Ins-Werk-Setzen der Wahrheit als Wesen der Kunst, wie es Martin Heidegger formuliert hat. Zu sehen sind Miniaturen bedruckter Kartonflächen, die sonst im Verborgenen liegen, sowie eine 24-teilige Bodeninstallation mit einzelnen beschrifteten Tafeln, die eine weitere Umsetzung der Sichtbarmachung, hier der gedruckten Informationen zeigt.«

Fotos? – Hab' ich nicht.
Gegenüber diesem Text könnten sie ja eh nur ab fallen.
Und (noch mehr) Abfall will ich hier nicht präsentieren.

Anmerkung2:
Selbstverständlich ist das gut gequirlter geistiger "Dünnschiss". 
– Denn wenn etwas keine Assoziation zulässt, dann hat es die Verbindung zu seinem Ursprung verloren. Und wenn etwas die Verbindung nicht verloren hat, dann drängt es die Assoziationen geradezu auf.

Mir drängt es hier unwillkürlich die Assoziation zu der wunderbaren Geschichte von "Des Kaisers neue Kleider" auf.

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