rt-go: 1997-03-01

Ein Wochenmarkt für Odernheim

1286

Nachdem König Rudolf von Habsburg 1281/1282 Burg und Dorf Odernheim von den Herren von Bolanden gekauft und den Ort mit Stadtrecht ausgestattet hatte, bewilligte er 1286 einen Wochenmarkt. Die Begründung enthält entscheidende Argumente für die Gewährung von Marktrechten.

Und weil selbige Stadt zu Marktgeschäften geeignet ist, weil auch daraus, dass Handel und Geschäfte in verschiedenen Orten von verschiedenen Leuten betrieben werden, für diejenigen, die sie betreiben, eine fruchtreiche Wirkung zu entstehen pflegte, dadurch dass den Mangel des einen Teiles oder Ortes, der aus Entbehrung irgend einer Sache entsteht, der Überfluss eines andern Ortes oder Teiles so reichlich ergänzt, dass Mangel ausgeschlossen ist und allenthalben hier und dort durch Zunahme von Sachen und Waren ein großer Reichtum der Leute entsteht; so bestimmt die Königliche Durchlauchtigkeit, dass in vorgenannter Stadt Odernheim ein Wochenmarkt auf Dienstag besucht und abgehalten werden solle, und wir wollen, dass selbiger Markt und die Leute, welche ihn besuchen, eines solchen Gnadenvorrechtes sich erfreuen, dass am Tage oder Orte des Marktes selbst kein Mensch um irgend einer Ursache oder alten Schuld willen, wenn nicht gerade an selbigem Tage eine neue Tat zum Vorschein kommt, welche, wie wir verordnen, pflichtgemäß berichtet werden muss, irgendwo belangt oder irgendwie belästigt werden könne oder solle.

Quelle: Heinrich Gredy, Die Geschichte von Gau-Odemheim,
Bd.1, Mainz 1954

  

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