rt-go: 2000-05-07

Familiennamen
Woher sie kommen und was sie bedeuten

Diese Seite erwuchs aus dem Unterricht in einer Schüler-Arbeitsgemeinschaft der Hauptschule Gau-Odernheim. Ziel war nicht die Erstellung einer vollständigen Liste aller Gau-Odernheimer Familiennamen. Anhand ausgewählter Beispiele sollte vielmehr ein Einblick in die Entstehung und Bedeutung von Familiennamen vermittelt werden. Wenn diese Seite den einen oder anderen Leser anregt, über eigene Familiennamen nachzuforschen, erfüllt sie ihren Zweck.

Die Wurzeln unserer Familiennamen reichen ins Mittelalter zurück. Bis zum Ende des 11. Jahrhunderts begnügte man sich mit einem Personennamen. Um eine Person näher zu kennzeichnen, fügte man seit dem 12. Jahrhundert zu dem vorhandenen Namen einen Beinamen hinzu, der die Grundlage für den späteren Familiennamen bildete. Von Oberitalien ausgehend, wo Beinamen seit dem 8. Jahrhundert nachweisbar sind, kamen die ersten Doppelnamen im süd- und westdeutschen Raum auf; sie setzten sich im 13./14. Jahrhundert im ganzen deutschen Sprachraum durch. Die Ursachen für die Ausbreitung der Beinamen (Familiennamen) gründen unter anderem in folgenden Gegebenheiten:

  • Die Bevölkerung wuchs im Mittelalter stark an.
  • Die Zahl der gebräuchlichen Namen erschöpfte sich, so dass immer mehr Menschen den gleichen Namen trugen.
  • Wegen des zunehmenden Handels wurde die Unterscheidung durch Beinamen immer dringlicher.

Die Bedeutung der Familiennamen hängt eng mit ihrer Entstehung zusammen. Vorreiter war der Adel, welcher häufig Wohnstätten- und Besitznamen führte, zum Beispiel: Ritter Helfrich von Odernheim, 1311; Sigfrid von Oberstein, 1399. Dem Vorbild des Adels folgten die Bürger. Bei der Entstehung von Familiennamen lassen sich im wesentlichen folgende Entwicklungen erkennen:


Der Vater- beziehungsweise Muttername wird von der nächsten Generation übernommen.
So wird Gottfried, Eberhards Sohn, beispielsweise zu Gottfried Eberhard(s).


Der Beruf dient zur näheren Kennzeichnung einer Person und wird zum Familiennamen. Hierzu gehören unter anderem so bekannte Berufsnamen wie Glaser (Gläser), Koch, Müller, Wagner und so fort. Aus meiner Heimatgemeinde ist mir geläufig, dass ein Nachbarsjunge zum Brot holen “ins Bäckers” geschickt wurde. Der Familienname des Bäckers wurde nie genannt. In einer anderen rheinhessischen Gemeinde kombinierte man die Vornamen einfach mit dem Berufsnamen: (de)s Bäckers Fritz, die Bäcker Lisbeth.


Besonders kennzeichnende Eigenschaften, wie körperliche Erscheinung, Haar- und Barttracht, Kleidung, Wesens- und Lebensart werden zu Familiennamen. In diese Kategorie gehören Namen wie Groß (Grothe, Groth), Stark, Weiskopf, Sauer, Greiner, Barth (=Bartträger). Nicht zu vergessen sind Spitznamen, zum Beispiel Bock (für Schneider) und Krebs (für Seiler).


Eine Große Gruppe bilden die Herkunftsnamen. Sie umfassen Orts-, Flur- und Flussnamen und die Namen von Volksstämmen. Beispielhaft sind zu nennen: Dexheimer, Dreißigacker, Holz (=im Holz, Wald wohnend), Baier (Beier, Bayer).

Über die Entstehung hinaus sind Familiennamen immer im Zusammenhang mit der Landschaft zu betrachten. Der im Mittelalter beliebte Name Eckehard (Eckhard) prägte sich im oberdeutschen Sprachraum zu Eckel und Eckert, während Eggert, Eggers und Edzart niederdeutsche Formen darstellen. Der süddeutsche Küfer (Kiefer) wird im west- und norddeutschen Raum zum Böttcher beziehungsweise Bödeker, wandelt sich in Friesland zum Bätjer und erscheint im ostdeutschen Sprachraum als Büttner beziehungsweise Bittner.

In der regionalen Ausprägung eines Familiennamens kommt zum einen die Sprachform einer Landschaft zum Ausdruck. Zum anderen lassen sich Wanderungen im deutschen Sprachraum und im gesamteuropäischen Raum nachweisen. Slawische Familiennamen im Ruhrgebiet erinnern an die Zuwanderung polnischer Arbeiter während des 19. Jahrhunderts, französische Familiennamen in unserer Region (Andre, Lawall) verweisen auf die Emigration von Hugenotten, ostdeutsche Familiennamen im Westen der Bundesrepublik spiegeln Vertriebenenschicksale wieder.

Im folgenden sollen Bedeutung und Herkunft ausgewählter Gau-Odernheimer Familiennamen beispielhaft dargestellt werden.


Den oben genannten vier Bereichen habe ich einen fünften hinzugefügt für diejenigen Familiennamen, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen. Auf Familiennamen, deren Bedeutung offensichtlich ist, wurde verzichtet.

 

1.
Gau-Odernheimer Familiennamen, die von einem Vater- beziehungsweise Mutternamen abgeleitet sind
 
Balz, Baltz, Balzer, Bälzle sind oberdeutsche Kurzformen zu Balthasar.

Brand, Brandt ist die norddeutsche Kurzform zu Hildebrand.

Diehl, ist die hessisch-rheinisch-mainfränkische Kurzform zu Dietrich. In Frankfurt wird bereits 1345 ein Dyle Dylemannson erwähnt. Die ostdeutsche Form lautet Thiel.

Eckel, Eckert, Eckes ist die oberdeutsche Kurzform zu Eckehard; 1275 wird in Wetzlar ein Eckel Krämer erwähnt.

Einsfeld kann im ersten Teil als Weiterbildung zu Agin verstanden werden; als Kurzform zu Personennamen wie Aginulf taucht er in “Eins, Einser, Einzig, Einzenberger” im deutschen Sprachraum auf.

Engelbrecht ist ein altdeutscher Personennamen. Der erste Teil des Wortes enthält den Volksnamen der Angeln und hat sich zu Engel abgeschliffen; so wurde auch Angelland zu England.

Grathwohl, Gerathwohl (oberdeutsch) ist ein Gesellenname aus der Zunftstube. Bedeutung: Es gerate wohl.

Goeth, niederdeutsch Göde, Gödeke, ist die Kurzform zu Gottfried.

Görisch (ostdeutsch-slawisch) ist die Kurzform zum Personennamen Gorislaw.

Hauck ist die fränkische Kurzform für Hugo; die württembergisch-bayerische Schriftform lautet Haug.

Heimann, Heymann, oberdeutsche beziehungsweise mitteldeutsche Form für Heinemann = Heinrich.

Hinkel, Heinkel, Henkel = Kurzform zu Heinrich.

Klose ist in Schlesien die häufigste Kurzform zu Nikolaus.

Kratz, Krätzel (oberdeutsch), Krätzig (schlesisch) ist die Kurzform des Heiligennamens Pankratius, einer der Eisheiligen am 12. 5.

Leverenz (Hamburg, Mecklenburg), Laurenz, Loren(t)z sind eingedeutschte Formen des Hl. Laurentius: Kurzformen: Lenz, Frenz.

Manz ist die Kurzform zu Mangold (= der über Viele herrscht).

Mickley, Mikolay = slawische Form von Nikolaus.

Minnert ist die friesische Variante zu Meinhardt; andere Formen:

Meinel (oberdeutsch), Mehnert, Menke (friesisch).

Mussel geht auf den griechischen Namen Hieronymus zurück (Kirchenvater, Bibelübersetzer).

Pagel, Pagels, ist die niederdeutsche Form für Paul.

Pietsch (Schlesien) ist die deutsch-slawische Kurzform zu Peter.

Rühl (hessisch-alemannisch) ist die Kurzform zu Rudolf.

Rupp, Ruppel (oberdeutsch-rheinisch) ist die Kurzform zu Rupprecht, aus dem Germanischen Hord-berht = der Ruhmglänzende. Andere Formen: Ruppertz, Ruppert (niederrheinisch).

Tiemann, Thiemann (niederdeutsch) ist die Kurzform zu Tiedemann, eine Variante zu Dietrich.

Thomann (oberdeutsch) ist eine Form von Thomas.

Volk ist im fränkischen Raum die Kurzform zu Volkhart, Volker, Volkmar.

Volp ist die Kurzform zu Vol(l)brecht, abgeleitet von Volkberht = im Volke glänzend.

Weick, Weicker, Weickert sind oberdeutsche Kurzformen zu Wighard (Wichard) = im Kampfe kühn.

Wiegand kommt vom mittelhochdeutschen "wigant" = der Kämpfer, der Recke. Hessische Kurzformen sind Witzel, Weitzel.

Wetzel ist im oberdeutschen Raum die Kurzform zu Walter.

Wilbert ist die rheinische Kurzform zu Willbarth = der Willensstarke.
 

 

2.
Familiennamen, die aus Berufen entstanden

 
Acker ist die Kurzform von Ackermann und bedeutet ackernder Bauer im Dienste eines Grundherrn.

Baumann stammt vom mitteldeutschen “bûmann” = Bauer.

Beck ist die süddeutsche Bezeichnung für den Bäcker.

Brückner, Bruckner (oberdeutsch-bayerisch) war der Brückenausbesserer, Pflasterer.

Daub, Dauber, Daubert leitet sich vom Taubenzüchter ab. Bereits 1552 wird in Worms ein Haus “Zu der Duben” erwähnt.

Gräf, Graf (oberdeutsch) war früher ein Aufsichtsbeamter mit Gerichtsbefugnissen. Weitere Formen: Grebe (hessisch); Greve, Grewe (niederdeutsch), Gräfe (rheinisch-westfälisch).

Hofmann, Hoffmann war der Gutsverwalter auf herrschaftlichen Höfen; niederdeutsche Formen: Havemann, Hamann.

Kastner, (oberdeutsch), Kästner (fränkisch-bayerisch) war der Verwalter des Kornkastens, das heißt der Getreidesteuer, später der Verwalter aller Einkünfte an Fürstenhöfen, Klöstern und so fort.

Keiper (oberdeutsch) kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet Fischmeister.

Kneib, Kneip, niederdeutsch Knef, ist - wie Knierim - ursprünglich ein Übername des Schusters. Knîf war das Schustermesser; vgl. das englische Wort “knife”.

Knobloch ist ursprünglich der Übername des Gärtners beziehungsweise Händlers mit Knoblauch (mittelhochdeutsch “klobelouch” = Spaltlauch).

Köhl (alemannisch), Kohl, ist ursprünglich der Übername des Kohlbauern.

Körner, Kerner stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet Kornhändler.

Lüning (niederdeutsch = Sperling) war der Übername des Vogelhändlers.

Maier, Mayer (oberdeutsch); Meier, Meyer (niederdeutsch) war im Frankenreich als “major villae” der Beauftragte des Grundherrn, der den Hauptgutshof bewirtschaftete. Später wurde er zum Verwalter und Pächter kleinerer Höfe. Der Name entspricht dem hessischen Grebe (Graf) und dem mitteldeutschen Hof(f)mann.

Nagel ist ursprünglich der Übername des Nagelschmieds.

Reis kommt vom mittelhochdeutschen rîs = Zweig; vgl. das Weihnachtslied “Es ist ein Ros (= Reis) entsprungen”. Reis bezieht sich ursprünglich auf den Beruf des Gärtners.

Ringel, Ringler (oberdeutsch) war ursprünglich der Übername für den Drechsler von Fingerringen und Paternosterkügelchen. 1378 wird in Frankfurt ein Haus “mit dem ringe” erwähnt.

Sauter, Sutter (alemannisch) ist der Schuster. abgeleitet von dem lateinischen Wort sutor. Im Mittelhochdeutschen bedeutet sûter auch Näher, also der Schneider.

Scheffel ist die oberdeutsche Form des Fassbinders (vgl. Böttcher). Im Rheinhessischen und Alemannischen kann aber auch der Begriff “Schöffe” eine Rolle spielen.

Scheid ist der Übername für den Scheidemacher (=Schwertmacher) im Mittelalter. Der Name wird bereits 1283 in Mainz erwähnt.

Schubert (Sachsen, Schlesien, Österreich) kommt vom mittelhochdeutschen “schuochwohrte” und meint den Schuhmacher; andere Formen sind: Schuchhard, Schuckert (beide hessisch-thüringisch), Schuchmann, Schuckmann (oberdeutsch).

Schulz, Schultze, Scholz (schlesisch) ist die Kurzform für den mittelhochdeutschen “schultheiße” = Vorsteher der Ortsgemeinde.

Seel kommt aus dem Niederdeutschen und ist der Übername für den Seiler (Seelmeker). Eine weitere Form ist “Seeler”.

Senft ist ein Übername des Senftmachers. Der Name ist 1483 bereits in Hessen nachgewiesen.

Spiesmacher, Spieß, Speith (niederdeutsch) war der Spießschmied.

Spindler (oberdeutsch, schlesisch) kommt vom mittelhochdeutschen “spinneler” =Spindeldrechsler.

Timmermann (niederdeutsch) bedeutet im Oberdeutschen “Zimmermann”.

Zaun, Zauner (oberdeutsch) =der Zaunmacher.
 

 

3.
Familiennamen, die sich von kennzeichnenden Eigenschaften herleiten
 
Bart, Barth ist der Bärtige.

Fröder geht auf das altsächsische fröd, althochdeutsch fruot =weise, verständig zurück.

Greiner (oberdeutsch), Greinert, Grein kommt aus dem Mittelhochdeutschen. Grîn bedeutete lautes Geschrei; in unserer Mundart kommt es noch als “greinen” vor. Ein grîner war ein zänkischer Mensch.

Grode, Grote, Groth (niederdeutsch), Groß (oberdeutsch) =der Große.

Groh, Grau, bedeutet der Grauhaarige.

Knell, kommt von dem mittelhochdeutschen Wort “knellen”, was soviel wie “knallen machen”, “lärmen” bedeutete.

Kraus (oberdeutsch), Krause (mitteldeutsch), Kruse (norddeutsch) weist auf krauses Haar.

Lauer (oberdeutsch) kommt vom mittelhochdeutschen “lûre” (Mundart: luren =lauern, warten) und bezeichnet einen schlauen, hinterlistigen Menschen.

Rauscher meinte ursprünglich einen geräuschvollen, lärmenden Menschen.

Schmuck kommt vom mittelhochdeutschen “smuck” =zierlich, anschmiegsam.

Schönleben (oberdeutsch) bedeutet “ein angenehmes, schönes Leben führend”. Schön und alle Zusammensetzungen damit meinen einmal eine “angenehme, schöne Erscheinung”, zum anderen “fein, gesittet, freundlich”. Weitere Formen: Schönle (oberdeutsch), Schöning (niederdeutsch), Schönherr, Schönhals. Der Name Schönberger dürfte von der Wortbildung mehr auf einen Ortsnamen hindeuten.

Seliger (oberdeutsch, schlesisch) bedeutet der Glückliche, Wohlgeartete. 1196 wird in Worms ein Godefrid Selicheit erwähnt.

Strubel, Struwel, Struve (alles niederdeutsche Formen); oberdeutsch: Straub, Sträuble, Strobel. Alle Formen bedeuten den “Straubhaar”, den Rauhen oder auch den Gestrengen.
 

 

4.
Herkunftsnamen

 
Brunn geht im oberdeutschen Sprachraum auf einen Ortsnamen zurück und bedeutet “bei dem Brunnen wohnend”.

Boos deutet in unserem Raum auf einen Ortsnamen hin.

Eifler weist auf Zuwanderung aus der Eifel.

Guse (ostdeutsch-slawisch) ist eine Ableitung vom Ortsnamen Gusow.

Harth ist in unserer Region ursprünglich ein Flurname und bezeichnet den Weidewald. Er könnte auch auf das pfälzische Haardtgebirge hinweisen.

Kreuz, Kreutz ist ursprünglich ein Flurname und bedeutet “am Kreuz wohnend”.

Kuck (niederdeutsch) ist ein altes Moorwort. Es kann auf Ortsnamen wie Kucklar, Kucksiepen, Kuckmere, Kuckenbeke zurückgehen.

Pusch, westdeutsch Busch, ist Ortsname und meint den im Gehölz (Busch) Wohnenden.

Runkel ist ein Ortsname nach der Gemeinde Runkel an der Lahn. 1309 wird in Nieder-Olm ein Sifrit von Runkel erwähnt.

Scheidt mit "dt" deutet auf einen westdeutsch-rheinischen Ortsnamen hin, zum Beispiel Manderscheidt.

Schorlemmer, deutet auf einen Ortsnamen hin; in Westfalen gibt es eine Wüstung gleichen Namens bei Beckum.

Stamm, leitet sich von einem Flurnamen ab und meint “am Stamm wohnend”.

Stauf, Stauffer kommt vom mittelhochdeutschen stouf =hochragender Fels; vgl. Hohenstaufen.
 

 

5.
Familiennamen mit mehreren Deutungsmöglichkeiten
 
Dangmann ist abzuleiten von “dank”, dem Stamm von “denken, Gedanke”, weniger zu dem damit verwandten “Dank”. Daneben ist möglicherweise auch an die Ableitung von Daniel zu denken.

Ehlenberger, einerseits könnte der erste Bestandteil dieses Familiennamens zum althochdeutschen “adal” =Geschlecht, Adel gehören (vgl. Adelheid, Adelbert); andererseits wäre an eine Weiterbildung des Namens Agilo zu denken.

Fink, Finck deutet auf einen fröhlichen, unbeschwerten Menschen, kann aber auch Berufsname für den Vogelfänger sein.

Flügel, niederdeutsch Flögel, kann sich von modischer Kleidung herleiten (sogenannte Flügelärmel), kann aber auch Flurname sein.

Hammes, Hamm. Die Deutung ist recht unklar. Vielleicht hängt der Familienname mit dem gotischen hamon =bedecken, bekleiden zusammen.

Hering bedeutet überwiegend Heringshändler (mittelhochdeutsch: heringer). Der Name wird in unserer Region vereinzelt auch als Hausname verwendet. 1314 gab es in Oppenheim einen Hertwig zum Heringe.

Mann bedeutet einerseits ein “tüchtiger Kerl”, kann aber auch als Berufsname von “Lehnsmann eines Herrn” stammen.

Meiser, Maiser, Meißer kann sich vom Vogelnamen ableiten. In Mainz wird 1196 ein Ritter Berthold Meiser erwähnt. Der Name kann aber auch von einem Flurnamen hergeleitet werden. Im Mittelhochdeutschen bedeutet Meiß soviel wie “Holzschlag” (vgl. das neuhochdeutsche Wort “Meißel”).

Merker meint im Oberdeutschen den “in der Dorfmark Wohnenden”. Als Eigenschaftsname bezeichnet er im Mittelhochdeutschen den - auch im Meistersang - Aufpassenden.

Mühl bezeichnet sowohl die Wohnstätte (von der Mühlen) als auch die Tätigkeit.

Reck (oberdeutsch) kommt vom mittelhochdeutschen Wort “recke” = umherziehender Krieger, Verbannter, Flüchtling. Im norddeutschen Raum ist er ursprünglich Ortsname.

Romer, Rohmer, Römer meint den Kaufmann, der nach Rom reiste, kann aber auch Rompilger bedeuten.

Scheuer bezeichnet im Oberdeutschen den in der Scheuer (Scheune) Beschäftigten oder bei der Scheuer Wohnenden.

Stallmann ist entweder Berufs- oder Ortsname.

Stang, Stange, oberdeutsch, kann einmal der Übername eines Ritters sein (Speerstange). Weitere Deutungen: Berufsname “Stangenmacher” oder Eigenschaftsname “langer, steifer Mensch”.

Strauß zielt auf die Tapferkeit des Vogels Strauß, kann aber auch als Name von Rittern auf den mittelhochdeutschen strûß =Streit deuten beziehungsweise auf die Straußenfeder am Helm.

Stumpf meint einen kurzgewachsenen Menschen, kann aber auch Flurname sein. 1315 wird in Drais eine Gewann “uf dem stumpe” erwähnt.

Uhink; dieser Name geht wahrscheinlich auf das althochdeutsche “uodal” =Erbgut, Heimat zurück. Möglich ist auch eine Ableitung von “Ulrich”.

Waldmann umfasst die Wohnstätte beziehungsweise die Tätigkeit (Waldhüter).
 

Autor: Ernst Mayer
(Ehemaliger Rektor der ehemaligen GHS Gau-Odernheim)

Literatur:

Bahlow, Hans: Deutsches Namenslexikon, Ffm. 1972

Einsfeld, Reck, Mildenberger: Die Geschichte von Gau-Odernheim, Band II, Mainz 1957

Löckel, Heinrich: Mein geliebtes Deutsch, Hannover 1952

Meyers Enzyklopädisches Wörterbuch, Band 18, Mannheim 1976

Reck, Adam: Adelige Familien der früheren Reichsstadt Odernheim im 17. und 18. Jahrhundert, Alzeyer Geschichtsblätter, Heft 3

Reck, Adam: Odernheimer Familien im 19. Jahrhundert, Alzeyer Geschichtsblätter, Heft 5/1968

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