rt-go: 2016-09-30

Ein teurer Griff ins Klo

Es hat mich schon lange gestört, dass ich wie der “Schließer vom Dienst” ewig mit einem dicken Schlüsselbund rumlaufen musste. Und vor jeder Tür oder wo auch immer, musste ich erst mal den richtigen Schlüssel hervor kramen. Das muss ja nicht sein.

Nun hatte ich den Entschluss gefasst, dem ein Ende zu machen.

Im Internet bin ich auch bald fündig geworden. Auf der Seite:
schliesszylinder-shop.com habe ich das neue Schließsystem BKS janus 46 entdeckt. Und, das Wichtigste, dazu gehörten nicht nur Halb- und Doppelzylinder, sondern auch ein “Hangschloss” und ein “Briefkastenzylinder”. Das war genau das, was ich gesucht hatte. Und, weil man so etwas nicht jeden Tag braucht, habe ich auch nicht auf den Preis geachtet. So was kauft man ja fürs halbe Leben.

Bei den normalen Schließzylindern habe ich natürlich die jeweilige Länge angegeben. Die dürfen ja nicht vorstehen. Bei dem “Hangschloss” waren die Maße fast egal und bei dem “Briefkastenzylinder” habe ich nach den Maßangaben gesucht, konnte aber auf der Miniaturzeichnung, auch in der Druckansicht, keine Maße erkennen. Deshalb habe ich mich darauf verlassen, dass ein übliches Briefkastenschloss selbstverständlich in alle üblichen Briefkästen passt. Andernfalls würde man ja wohl einen Warnhinweis anbringen.

Also habe ich alles bestellt und fast zwei Wochen geduldig darauf gewartet. Als es endlich kam, war die Freude groß. Die normalen Doppelzylinder waren wie erwartet und schnell ausgewechselt. Sie funktionieren natürlich bestens. Auch der Halbzylinder war schnell so umgestellt, dass er als Schlüsselschalter fürs Garagentor funktioniert.

Das Vorhangschloss war etwa drei Nummern größer und schwerer als erwartet, weil ich halt keine Maßangaben gefunden hatte. Aber was soll's, es funktioniert ja und Größe und Gewicht spielen keine Rolle.

Das wahrlich dicke Ende kam, als ich das sog. “Briefkastenschloss” ausgepackt habe. So ein Monster habe ich noch nie gesehen und ich kenne auch keinen üblichen Briefkasten, bei dem dieses Teil passen würde. Die Schlösser an unseren Briefkästen haben einen Durchmesser von (geschätzt) 20 Millimetern.

Wenn ich geahnt hätte, dass dieses “Briefkastenschloss” mit mehr als 30 Millimetern Durchmesser schlicht unbrauchbar ist, hätte ich es selbstverständlich nie bestellt. Und weil ich ja alles mit einem Schlüssel haben wollte, hätte ich natürlich auch die übrigen Teile nicht bestellt, sondern erst mal weiter gesucht, bis ich das richtige System gefunden hätte.

Nun hab ich den Salat. Der Lieferant weigert sich das unbrauchbare “Briefkastenschloss” zurück zu nehmen und ich lauf weiter zwar mit weniger Schlüsseln, aber immer noch mit einem extra für den blöden Briefkasten herum.

Der ist zwar der kleinste. Aber das müsste nicht sein.

 

Fazit

Ein teurer Griff ins Klo.

Dass ich im “schliesszylinder-shop”
nie wieder was kaufe, versteht sich von selbst.
Und wenn andere es tun,
sind sie selbst schuld.

Man lernt eben nie aus und
kann immer noch dazu lernen.

In Zukunft frage ich halt vorher alles genau ab
und lasse es mir schriftlich bestätigen,
bevor ich etwas bestelle.
Das erhöht zwar erheblich den Aufwand.

Aber bevor ich noch einmal einen
teuren Griff ins Klo riskiere,
bleibt mir ja gar nichts anderes übrig.

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