rt-go: 1999-04-27

Gedichte

und andere Ungereimtheiten

» Non oder sens «

Mehr oder weniger   D i c h t e s   von Rolf Tiemann

 

Alle Menschen sind verschieden.
Ich nicht !

 

 

Der Mensch an sich ist gut,
nur manchmal wird ihm schlecht.

 

 

Bim, bim

Treffen sich zwei Straßenbahnen,
macht die eine »bim«,
macht die andere »bim, bim«.
Ja, so ist halt das Leben.

 

 

Morgana

Fatamorgana und Muttamorgana besuchen Omamorgana.
Die wundert sich: »wo ist denn Enkamorgana?«
»Die kann heute leider nicht kommen.«
»So was Dummes!«, sagt Onkamorgana,
»da können wir ja gar kein Fotomorgana
von der Sippamorgana machen«.
»Macht nichts!«, sagt da Tantamorgana,
»dann machen wir das Fotomorgana
eben morgana.«

 

 

Optimismus

Die Welt ist voller kleiner Arschlöcher
und alle warten offenbar nur darauf,
dass endlich ein großes kommt.
Wenn ich mir nur ein bisschen Mühe gäbe,
könnte ich es schaffen,
denn viel kann ja nicht mehr fehlen.

 

 

Gesundheit

Früher litt ich am Katholizismus.

Inzwischen bin ich geheilt.

 

 

Verstand

Blondhaarig und dumm?
Schwarzhaarig und gescheit?
Da bleib' ich lieber stumm.
Vielleicht reicht mein Verstand nicht so weit?

(Das muss ein Gedicht sein, das reimt sich ja!)

 

 

(Lob-) Preis der Technik

Wie war es ehedem so schön,
man konnte flugs am Rädchen dreh'n
und schon wurd's lauter oder leise.
Heut macht man das auf andre Weise:
  
Erst drückt man für's Menü den Knopf
dann sieht man einen langen Zopf
mit endlos vielen Möglichkeiten,
die erst mal große Qual bereiten.
  
Das Screendisplay zeigt alles an,
was man vielleicht mal brauchen kann.
Man scrollt nach oben und nach unten
bis man es schließlich hat gefunden.
  
Und jetzt, wer hätte das gedacht,
ist es mit einem Klick gemacht.
Genial geht das auf diese Weise.
Ein Jeder solche Technik preise!

 

 

Schlechter Dichter

Ich will ein schlechter Dichter sein,
denn dabei fällt mir sofort ein,
   zu gut zu sein, tut gar nicht not ;-)
die besten Dichter sind schon tot.

 

 

online

Wo bleibt das Netz der Netze, die Datenautobahn,
auf der man, statt zu warten, auch mal fahren kann?
Weltweit warten Netz-Surfer auf die Welle.
Dabei verdienen die Provider auf die Schnelle
die hartverdienten Mäuse ihrer Kunden.
Warum die sich so qualen
und dafür auch noch zahlen,
hab' ich noch nicht verstunden.

 

 

Unsinn des Daseins

Ich bin, weil ich bin,
dacht' ich vor mich hin.
  
Und zwar gleich hier,
das ist mein Bier.
  
Woanders zu sein
fällt mir gar nicht ein.
  
Was sollt' ich denn dort
an dem anderen Ort?
  
Denn wär' ich erst dort,
wär' ich hier ja fort.
  
Nur so fort zu sein,
das ist nicht mein Bier.
  
Also pfeif' ich aufs Dasein
und bleib' einfach hier.

 

 


Das ist die Gürtellinie. Sie befinden sich jetzt unterhalb
(aber nur ganz knapp).

 

 

Das Wasserhuhn

Das Wasserhuhn,
das Wasserhuhn,
das suchte einen Mann.
Und als es ihn gefunden hat',
da musste es entdecken,
dass er nicht kann.

 

 

Der Bär ist los

Der Bär ist los
stand in der Press'.
Wo ist der bloß?
Der ist im Slip
dacht ich ganz kess
und sah ihn auch
(nach dem Strip)
gleich unterm Bauch.

 

 

Gewinner

Talente sind bei mir echt rar.
Im Denken bin ich leider gar
nicht gerad' der Hellste,
im Bett jedoch ganz klar
der Schnellste.

 

 

Der Hanf

Der Hanf, der ist ein seltsam Kraut.
Zuerst mal wird er angebaut.
Dann bricht man ihn, noch ungenossen,
webt Stoffe draus und näht sich Hosen.
Als Strick kann man ihn gar gebrauchen
und schließlich kann man ihn auch rauchen.

 

 

Eva

Eva war das erste Weib
und des Adam Zeitvertreib.
Doch weil Weiber Äpfel lieben,
wurden beide fortgetrieben.
War dies zunächst auch ein Verzicht,
ein Grund zum Trauern ist es nicht.
Weiss heute doch schon jedes Kind,
dass Evas paradiesisch sind.
Wenn beide sich von Herzen lieben,
wen juckt dann noch, dass sie vertrieben.

 

 

Egal

Ob der Schniedel dick oder dünn,
lang oder kurz,
ist mir doch schnurz.
Ob die Nase gerade oder krumm,
breit oder schmal,
ist mir doch egal.
Ob die Haut gelb oder rot,
dunkel oder bleich,
mir ist das gleich.
Ob der Charakter verlogen und gemein
oder ehrlich und fein,
DAS wird mir NIE egal sein.

 

 

Lass ein Fenster offen

Müde bin ich, geh zur Ruh,
mache beide Äuglein zu.

Und schon geht der Hintern auf.
Denn der freut sich längst schon drauf.
Kann jetzt pupen ohne Sorgen
bis zum andern frühen Morgen.

Deshalb lass ein Fenster offen,
denn dann hast Du Grund zum Hoffen,
dass Du froh den Tag erblickst
und nicht in dem Mief erstickst.

 

 

Haarpracht

Ein Kunde kam zu dem Kuaför.
Ihn störte seine Haarpracht sehr.
Da griff zum Messer der Frisör.
Nun stören keine Haare mehr.

 

 

Un jetzd fer die Oigebohrene noch aans uff Rhoihessisch:

 

Endlich Summer

Was e Werre wirre,
mer werd im Kobb ganz kirre,
schwitzd nor noch de ganse Daach,
stehd oomds in soine eichne Laach.
Es Schaffe kennd mer gans vegesse,
nor ab un zu e bissje esse,
doch net zu sehr,
sunschd schwitzd mer mehr.
Un drinke kennt mer - sowieso
un muss noch net e mol uffs Klo.
Es gibt kaan Grund dort rum ze sitze,
mer kann jo alles schwitze.
Wanns räänd wünschd mer die Sunn ebei,
doch jetzd is se aam einerlei.
Un manschem gar - im Geschedaal
werd se zur regelrechten Quaal.
Was sunschd zum Trinke ganz vepeent,
domit werd jetzd de Bauch vewehnt.
Wasser! Wasser! Noch en Guss!
Wann mers nor net trinke muss.
Un guck - die Mäd in ihre Kleider -
do wern die Aa vun selwer weider.
-
Ich brauch kaan Winder un kaan Schnee.
Im Summer is es Läwe schee!

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Alles gesehen - nix kapiert - alles von vorn gucke!

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