rt-go: 2008-06-16 / 2008-08-21

Trittzahlmesser
(ganz einfach)

Die Situation

Gelegentlich hört und liest man, dass es für das gesunde Rad fahren wichtig sei, nicht mit viel Kraft, sondern mit hoher Drehzahl zu fahren.

Bei mir habe ich oft das Gegenteil fest gestellt, weil ich halt ein echter Faulenzer bin. Ich liege nicht nur faul auf dem Rad herum, sondern strampele meistens auch noch sehr gemütlich.

Um mich selbst ein Bisschen zu erziehen, damit meine Gelenke noch möglichst lange und viele Radtouren halten, brauche ich einen Trittzahlmesser.

Nun gibt es zwar Fahrrad-Computer, die das auch nebenher und noch viel mehr messen können. Aber die sind dann nicht nur teuer, sondern auch kompliziert. Dabei liegt doch in der Rad-Bastel-Kiste schon alles was gebraucht wird. Die Idee stammt zwar nicht von mir, aber das ändert natürlich nichts daran, dass sie wirklich gut ist.

 

Die Theorie

Mein alter Fahrrad-Computer soll z. B. 6.0 (km/h) anzeigen wenn ich mit einer Trittzahl von 60 Umdrehungen pro Minute fahre. Der Punkt ist zu ignorieren und die “km/h” gelten natürlich auch nicht. Das ergibt sich einfach so, weil die Einstellmöglichkeiten halt begrenzt sind.

Hier eine einfache Rechnung:

6.0 (km/h)  x  1.000 (m/km)  =>  6.000 (m/h)
6.000 (m/h)  /  60 (min/h)  =>  100 (m/min)
100 (m/min)  /  60 (U/min)  =>  1,666... (m/U)

Noch ein Beispiel:

5.0 (km/h)  x  1.000 (m/km)  =>  5.000 (m/h)
5.000 (m/h)  /  60 (min/h)  =>  83,333... (m/min)
83,333... (m/min)  /  50 (U/min)  =>  1,666... (m/U)

Ergebnis:

Ich muss am Fahrrad-Computer statt des tatsächlichen Radumfangs nur die 1,666... eingeben und bekomme die Trittzahl angezeigt.

 

Die Praxis

Weil die Drehzahl der Kurbel gemessen werden soll, musste der Geber (Magnet) natürlich am Kettenblatt bzw. Schutzring befestigt werden.
Dazu habe ich, selbstverständlich dort, wo die Kette nicht berührt wird, ein 3,3 mm Loch gebohrt und ein 4er Gewinde rein geschnitten, damit ich den Magnet dort einschrauben konnte. Damit sich dann das Kettenblatt trotz Magnet noch drehen kann, musste ich den Halter für den Kettenschutz (rechts) mit Zange, Daumen und Kraft etwas umformen. Das hat ihm aber nicht geschadet. Der Sensor kam natürlich an den Rahmen. Der hat zwar Löscher für die Befestigung mit Kabelbindern. Die sind aber so schmal, dass nur die kleinsten Exemplare durch passen. Selbstverständlich sind die so kurz, dass ich statt einem, jeweils drei in Reihe verwenden musste. Aber das hält natürlich auch.

Den zweiten Computer (oben) habe ich in der Nähe des ersten befestigt.
So ist er gut zu sehen.
Hier zeigt er, dass ich gerade mit 62 UpM strampele.

Als kleine Dreingabe zeigt er auch noch die Temperatur.

Genau genommen verfügt er über 29 Funktionen,
die ich aber fast ausnahmslos nicht brauche.

Aber, so lange ich sie nicht abrufe,
stören sie auch nicht.

 

Erfahrungen

2008-08-21

Als Erstes konnte ich fest stellen, dass ich offenbar doch nicht ganz so faul bin, wie ich mich selbst eingeschätzt hatte. Jedenfalls waren die ersten gemessenen Drehzahlen (mit 70 - 80 UpM) deutlich höher als erwartet.

Vielleicht liegt das aber auch nur daran, dass ich jetzt insbesondere bei Steigungen bewusst auf eine höhere Drehzahl achte, bzw. zu geringe Drehzahlen vermeide, um die Gelenke zu schonen. Beim gemütlichen Gleiten in der Ebene kann die Drehzahl schon mal geringer (~60 UpM) ausfallen. Aber da besteht ja auch keine Gefahr der Überlastung.

Auf jeden Fall ist mir klar geworden, dass ich nie zum Schnellstrampler werde. Ich habe nämlich “bauartbedingt” sehr kräftige aber nicht gerade schnelle Beine.

Dennoch hat es mich heute mal gejuckt und ich bin etwa einen Kilometer lang mit 107 UpM und ~27 km/h über unseren Rüttelweg “geflogen”. Nachträglich habe ich mit meinem Entfaltungsrechner ermittelt, dass ich den 9. Gang drin hatte, was einer Entfaltung von 4,24 m entspricht. Warum ich nicht den 14. Gang mit 8,04 m Entfaltung benutzt habe, ist ganz klar. Der Rollwiderstand auf diesem Pflaster ist einfach zu hoch. Genau so gut könnte man eine Steigung hoch fahren. Und das würde man ja auch nicht im größten Gang machen.

Fazit

Unterwegs achte ich fast nur noch auf die Drehzahl. Das Tempo interessiert mich überhaupt nicht mehr. Und wenn ich am Ende nicht die gefahrene Strecke wissen wollte, könnte ich sogar ganz auf den Tacho verzichten.

Falls jemand Fragen hat, Emil schicken.

 


 

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