rt-go: 2006-08-26

Fahrrad-Transport
Die etwas andere Lösung

Wenn man nicht nur in der unmittelbaren Umgebung Rad fahren möchte, steht man zwangsläufig vor dem Problem, die Räder irgend wie zum Ausgangspunkt der Radtour und wieder nach Hause zurück bringen zu müssen.

Selbstverständlich bietet der Zubehörhandel diverse Lösungen an:

  • Dachgepäckträger sind teuer in der Anschaffung, umständlich in der Handhabung, unterwegs eine erhebliche Luft-Bremse, die einen schneller als einem lieb ist wieder zur Tankstelle bringen, und nicht zuletzt auch nicht ganz ungefährlich.
     
  • Transportanhänger sind teuer, erfordern eine Anhängekupplung, stören beim Fahren und beim Parken und brauchen auch zu Hause noch zusätzlichen Abstellplatz.
     
  • Heck-Radträger sind teuer und erfordern ebenfalls eine Anhängekupplung oder andere spezielle Befestigungsmöglichkeiten.

Wer so etwas benutzt, kann sicher noch ein paar weitere Nachteile nennen, die ich mangels Praxis gar nicht kenne. 

Das alles gefiel mir überhaupt nicht. Deshalb habe ich sehr lange darüber gegrübelt, wie ich ein normales Rad, das meiner Frau, und mein Lepus gemeinsam im Auto verstauen kann.

          

Weil ich einen Mini-Van (Renault Scénic Baujahr 1997) fahre und mit wenigen Handgriffen die hinteren Sitze ausbauen kann, rechnete ich mir gute Chancen aus, dieses Problem zu lösen, obwohl die Entfernung von den Kopfstützen bis zur Heckscheibe nur maximal 160 cm beträgt. Also Rad rein schieben und los fahren war früher mal. Aber, da hatte ich auch noch einen Espace. Der Scénic ist um Einiges kleiner.

 

Aber wo ein Wille ist ...
 

Und so sieht meine Lösung aus:

 

Die hinteren Sitze habe ich aus gebaut (die bleiben zu Hause). Der Mini-Van ist dann halt ein Zweisitzer. Aber einer für zwei Leute, zwei Fahrräder und reichlich Gepäck.

 

Das normale Rad muss ich in Schräglage vorwärts durch die Hecköffnung schieben. Dabei macht der überhöhte Vorbau das Rad noch sperriger. Deshalb muss ich den Lenker etwas einschlagen, damit er durch die relativ enge Öffnung passt. Das Vorderrad steht deshalb etwas quer und rollt nicht einfach rein, sondern muss halt etwas geschubst werden. Aber es geht.

 

Und wenn's dann erst mal drin liegt, hat es mehr als genug Platz.

 

Den Lenker hänge ich nun erst mal mit einem Expander am hinteren linken Dach-Haltegriff hoch.

 

Das Vorderrad hänge ich ebenso am hinteren rechten Dach-Haltegriff hoch.

 

Das Hinterrad stütze ich dann auf dem rechten “Fensterbrett” ab und “die Jungfrau schwebt”.

 

Den Lenker befestige ich nun endgültig. Ich verwende dazu sowohl Expander, als auch Gurte (Gürtel) und achte darauf, dass der Bremshebel nicht wie ein Stierhorn nach vorn stoßen kann, denn da lauert Gefahr für den Kopf des Fahrers (also meiner, und da bin ich nun mal etwas sensibel ;-).
 
Dann wird auch das Vorderrad mit zusätzlichen Gurten endgültig befestigt.

 

Nun binde ich das Hinterrad mit dem fünften Sicherheitsgurt (der wurde noch nie gebraucht) hoch und ziehe es etwas nach vorne, damit später die Heckklappe zu geht. Dazu muss der Gurt selbstverständlich vollständig abgerollt werden.

 

Knoten sind allerdings nicht nötig, es reicht völlig, wenn man den Gurt mehrfach mit Richtungswechsel um sich selbst und das Rad schlingt. Bei verschmutztem Rad kann man selbstverständlich eine Plastiktüte oder ähnliches dazwischen legen.
 
 

Nun muss nur noch das Lepus rein. Also Lepus falten und mit Expander sichern, damit es beim Anheben nicht wieder auf schwingt.

 

Hier sieht man, dass es so noch nicht rein passt. Deshalb habe ich die Schraube am rechten Lenkhebel durch einen Schnellspanner ersetzt. So lässt er sich jetzt ganz schnell flach legen. Der linke stört nicht.

Die Lenkung schlage ich dann nach links ein und kippe den Sitz nach vorne. Das erfordert etwas Gefummel und Gewürge, weil sich die Rohre eigentlich gegenseitig blockieren. Aber es geht.

 

Um das Lepus ganz nach vorne zu schieben, hebe ich das andere Rad mit der Schulter etwas an, bis das Lepus überall frei an der richtigen Position steht.

 

So passt alles rein. Schließlich kontrolliere ich, dass sich nichts berührt und stört und unterwegs alles an seinem vorgesehenen Platz bleibt. Das Einzige, was da nach oben ragt und “die schwebende Jungfrau” pieksen könnte, sind die “Hörner” hinten am Sitz des Lepus, mit denen man normalerweise die Sitzneigung einstellt. Wenn das Lepus richtig positioniert ist, stören sich die beiden Räder aber nicht und das Hinterrad kann von der “Fensterbank” runter und frei hängen.

Nun ist das Lepus ganz vorne und lässt noch reichlich Platz für Koffer oder anderes Transportgut. 

 

Klappe zu und es kann los gehen.

Fazit

Es geht auch ohne teures Transport-Zubehör und wenn die Sitze schon ausgebaut sind, dauert die ganze Aktion (das Ein- oder Ausladen) bei mir keine zehn Minuten und ich benötige dazu keinerlei Hilfe und komme nicht ins Schwitzen.

 

Nachtrag

Da passt wirklich noch was rein. Und wenn's sein muss, findet noch viel mehr seinen Platz. Und vorne zwischen den Rädern ist auch noch manche Lücke.


 

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Transport 2 

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