rt-go: 2008-07-29

Radeln in der Stadt
(Worms)

Eine kleine (~16 km) Rundfahrt

Für Leute, die in der Stadt wohnen,
ist “Radeln in der Stadt” schlicht Alltag.

Die kennen vielleicht gar nichts anderes
und würden gern mal eine Tour über Land machen.

Ich wohne aber auf dem (fast) flachen Land
und bin deshalb die Stadt nicht gewohnt,
bin aber auch nicht gerade ängstlich
und fahre ungeniert in jeder beliebigen Stadt
(sogar in Italien).

Seit ich mit meinem Trike z. B. in Amsterdam “Blut geleckt” habe,
bin ich richtig heiß darauf, in Städten zu fahren.

Weil ich heute etwas in Worms in der Stadt
und im nördlichen Industriegebiet zu erledigen hatte,
packte ich selbstverständlich mein Lepus ins Auto
 und fuhr nach Worms.
 In der Nähe des Bahnhofs hatte ich einen kostenlosen Parkplatz.
Dort lud ich mein Lepus aus und fuhr los.

Der westliche Bahnhofsvorplatz ist neu gestaltet.
Links führt eine schiefe Ebene langsam zur Unterführung hinunter.
Natürlich musste ich die mal ausprobieren.
Am Ende der Unterführung fehlt jedoch noch das Gegenstück.
Also habe ich vor der Treppe gestanden, die ich nicht hoch wollte,
obwohl das kein großes Problem gewesen wäre.
Nur etwas Gezerre.
Treppen kenne ich ja von den Radwegen am Neckar.

Noch bevor ich umdrehen konnte,
klärte mich eine nette Frau darüber auf,
dass gar nicht weit eine Brücke über die Gleise führt.

Die kannte ich zwar schon und wollte auch ganz woanders hin,
aber im Ernstfall wäre ich nicht verloren gewesen.

Frag' mal einen in der Pampa, wenn keiner da ist.

Nette und hilfsbereite Leute findet man überall,
nur nicht in der Einsamkeit.
Außer, wenn täglich Tausende hin kommen,
um sich zu erholen.

Der Weg nach Norden führt erst mal über einige Nebenstraßen.
Bei dieser wurde ich so gerüttelt,
dass ich nicht mehr scharf sehen konnte
und bin auf den Bürgersteig ausgewichen.

Es sind die rhythmischen Erschütterungen,
die am Ende zum “Dachschaden” führen.

Außerhalb an der B 9 ist der Radweg zwar auch nicht toll,
aber man kommt voran.
Nur bei Gegenverkehr wird's zu eng,

Weil mich das ja nicht um wirft,
bin ich halt jedes Mal halb in die Pampa ausgewichen,
Aber dafür habe ich auch ein Mal
ein herzliches Danke zu hören bekommen.

Die anderen waren wahrscheinlich auch nicht undankbar,
nur vielleicht nicht ganz so spontan.

An dieser Brücke muss man halt die Ruhe bewahren.
Solange keiner entgegen kommt,
reicht das allemal.
Und die Haare können mir ja nicht weg fliegen.

Im Industriegebiet geht's drunter und drüber.
Hier das Grünzeug über den Weg.
Bei Heckenrosen bin ich der Klügere.
Trotz hohem Bordstein.

Meinen Einkauf hatte ich übrigens schnell erledigt.
Ein Webpelz als Sitzbezug.
Gut, es waren zwar 32°C im Schatten
und unterwegs kein Schatten,
aber man kann gar nicht früh genug an den Winter denken.

Unvermittelt steht er vor mir, der Wegweiser,
der mir klar macht, dass ich mich auf dem Rheinradweg,
dem internationalen Fernradweg R2 befinde.
Na, dann fahr' ich den doch mal ein Stück.

Hier ist er etwas beengt und sehr beschissen.
Die Hunde(halter) haben vor nichts Respekt,
nicht mal vor einem internationalen Fernradweg.

 

Das ist er auch, der R2.
Auch wenn man hier die Absenkung der Bordsteine vergessen hat.
Das schärft die Sinne. So oder so.

 

Auch das ist er, der R2.
Das Schild da oben, wo es keiner klauen kann,
beweist es ganz klar.
Unklar bleibt nur,
ob der Bürgersteig oder die Fahrbahn gemeint ist.
Ich habe beides probiert
und würde gern beides vergessen.

 

Auch andere Radler sind unterwegs.

Manche sind aber so muffelig,
dass man ihnen raten möchte, lieber zu Hause zu bleiben.

Rad fahren macht doch Spaß.

Und wer das nicht verkraftet,
ist im stillen Kämmerlein sicher besser geschützt.

Der hatte seinen Spaß und hat freudig gegrüßt,
als er gesehen hat,
dass da noch ein Faulenzer auf dem Rad unterwegs ist.

Warum ist es am Rhein so schön?

Na, weil man hier die triste Liegewiese ...

... in eine Strandbar verwandelt hat.

Mit Sandstrand ...

... und Bar und Unterhaltung.
Für den Kurzurlaub nach Feierabend.

Hier, wo Hagen den Nibelungenschatz im Rhein versenkt,
ist das Hagenbräu nicht weit ...

... und allerhöchste Zeit,
einige lebenserhaltende Sofortmaßnahmen zu ergreifen.

Nach erfolgreichem Einsatz gegen die Dehydrierung,
fällt auch der Einsatz auf der Straße viel leichter.

Dieser “Radweg” ist viel zu schmal, klar.
Wenn man nicht jedes Gullyloch auskosten will,
muss man halb auf die Fahrbahn, auch klar.
Trotzdem sind dieser schmale Streifen
und der Trennstrich sehr wirksam.
Sie bewirken nämlich,
dass die Autofahrer ständig mit Radfahrern rechnen.
Und das ist schon viel mehr als die halbe Miete.

Oben im Bild sieht man sehr schön,
wie ich gerade überholt wurde.

Danke.

Natürlich macht auch das Cruisen in der Fußgängerzone Spaß,
wenn man sich darauf ein stellt,
dass da bisweilen auch Leute ohne Rad unterwegs sind.

Manche haben nicht nur ein Rad ab,
manche haben sogar gar keins.

Auf solchen Plätzen könnte man viele Runden drehen,
wenn man nicht irgendwann auch wieder nach Hause müsste.
 

Fazit

Ich bin infiziert.

Erstens vom Trike und zweitens von der Stadt.

Natürlich macht es mir Spaß,
durch schöne Landschaften zu radeln und die Natur zu genießen.

Wenn ich mich dann in der Stadt davon erholen kann.

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