rt-go: 2009-08-16

Quer durch Rheinhessen
(5)

"Fahr doch mal zum Eicher Baggersee.",
sagte meine Frau.
Also bin ich gefahren.

Weil ein heißer Sonntag angekündigt war,
bin ich schon morgens um 9 Uhr los gefahren.
Da waren es noch “frische” 18°C.
Mittags wurden es dann 31°C im Schatten.

Der Weg, den ich auswendig kannte,
hätte mich über Oppenheim geführt
und wäre auf 40 km gekommen.
(s. Quer durch Rheinhessen (1.Teil))
(u. Rhein-Radweg R2 (3.Katastrophe))

Weil ich in meiner neusten Rad- und Wanderkarte
auch neue Radwege eingezeichnet fand,
wollte ich einen neuen, direkteren Weg ausprobieren.

Die Route kann man als
Gau-Odernheim_EicherBaggersee.gpx
+
gau-odernheim-eicherbaggersee.kml
herunter laden

und mit ansehen.

Jetzt geht's los

Ich starte in der Oppenheimer Straße in Gau-Odernheim.

Sie führt zu dem neuen Radweg,
was man aber dank fehlender Beschilderung
nur aus der Rad- und Wanderkarte erfährt.

Der glatte Asphaltbelag hat mich schon längere Zeit gelockt.
Auch wenn es, wie man sieht, den Hügel rauf geht.

Ein Blick zurück.

Auch der Rückspiegel zeigt nichts Anderes.
Es ist nur seitenverkehrt.

Wenn die Roten noch grün sind,
lohnt das Probieren nicht.

Was mich erwartet sind Hügel bzw. Steigungen.

Hier braucht man für die richtige Wahl keinen Wegweiser.

Und immer wieder geht's den Hügel rauf.

Jetzt auch noch ohne Asphalt.

Ein Blick zurück zeigt rechts den Petersberg
und links in der Ferne den Donnersberg.

Bei solchen Belägen habe ich Mitleid mit meinen Reifen
und frage mich, wie die das so problemlos durch halten.
(Bisher 3.500 km ohne Plattfuß.)

Ein Leiterwagen aus vergangener Zeit
als Anschauungsstück am Wegesrand.

Dolgesheim naht.
Ich habe es ohne einen einzigen Wegweiser bisher gefunden.

Hier steht endlich einer.
Der hilft mir aber auch nicht viel,
weil Eimsheim offenbar kein Ziel ist.

Sogar die Karte weckt Zweifel,
weil der Weg, den ich gekommen bin,
in Dolgesheim Gau-Odernheimer,
in der Karte dagegen Alzeyer Straße heißt.
Zum Glück stimmt wenigstens die Bezeichnung der Fortsetzung.
Mit etwas Mühe findet man das Schild: Gartenfeldstraße.

Auch am Ortsausgang bin ich für die Hilfe eines Eingeborenen dankbar,
der mir den Radweg nach Eimsheim zeigt.

Und natürlich geht es wieder den Hügel rauf.

Unterwegs findet sich dann doch mal wieder ein Wegweiser.

Und hier sieht man, was unter unbefestigt zu verstehen ist.

Gut, dass ich da nicht hin will.

Und wieder geht's den Hügel rauf.

Der Sendemast steht ganz oben.
Da müsste der höchste Punkt sein.

Kleine Suchaufgabe zwischendurch:
Wo ist der Radwegweiser und was weist er?

Zum Abschied noch ein Blick nach Westen.

Vorbei an einem “Reblauswachturm”.

Schon wieder ein Wegweiser.
Welch ein Luxus.
Allerdings der letzte für lange Zeit.
Man muss es ja auch nicht übertreiben.
Schließlich sollte jeder selbst wissen wo er hin will.

Der Weg sorgt auch dafür,
dass man nicht übermütig wird
und am Ende noch dem Rausch der Geschwindigkeit verfällt.

Der “Wendepunkt”.
Von nun an geht's bergab.
Nicht mit der Qualität des Weges,
sondern mit dem Gelände.

Ein Aussichtspunkt über Guntersblum.

Jetzt darf man, sogar auf guten Wegen,
die Aussicht genießen und ins Rheintal hinab rollen.

Hier quert der Rheinterrassenweg.

In Guntersblum.

Die schönen Wegweiser lassen einen mal wieder im Stich.
Nur dank Karte weiß ich,
dass ich ein Stück in Richtung Bahnhof weiter muss.

Wenn ich nicht wüsste, dass dies das Wasserwerk ist,
und dass es dort nach Gimbsheim weiter geht,
könnte ich heute noch den Weg suchen.

Auch hier fehlt jeglicher Hinweis darauf,
dass ab hier ein Radweg parallel zur Straße läuft.

In Gimbsheim geht's natürlich einfach durch den Ort.

Am Ortsende gibt es ein Schwimmbad,
das aber offenbar nur schwach besucht ist.

Ein schöner Weg, der auch von KFZ befahren wird.
Das ist aber kein Problem.

Der erste Baggersee, direkt bei Gimbsheim.

Für einen schönen Sommersonntag im August
hält sich der Andrang in Grenzen.

Mein Ziel liegt noch etwas weiter.

Ein riesiges Feld mit frisch geernteten Zwiebeln
verbreitet einen ganz besonderen, aromatischen Duft.

Links die dürfen schon duften,
rechts die warten noch auf die Ernte.

Das Ziel ist erreicht.
Nur das Auto-Parken kostet Geld.
Alles andere ist frei.

Ein sehr schönes Plätzchen.

Und der Trubel hält sich auch in Grenzen.

 

Fazit

Gut, dass dank fehlender Wegweiser
kein Sonntagsradler dazu verleitet wird,
die teilweise miserablen Wege zu fahren.

Mir hat die Tour trotzdem Spaß gemacht.
Aber ich hatte auch nichts anderes erwartet.

Als Eingeborener bin ich ja an die Qualität der Radwege
und deren Beschilderung in Rheinhessen gewöhnt.

Um nicht zu sagen verwöhnt.

Übrigens:

Dank der zahlreichen Steigungen
und insbesondere der Qualität der Radwege,
habe ich die 22 km locker in drei Stunden geschafft.

Das macht einen Schnitt von über 7 km/h.
Das muss mir erst mal einer nach machen.

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