rt-go: 2007-04-19

Rheinhessen-Rundfahrt

~110 Km u. a. über
Selztalradweg und Rhein-Radweg

Strecke     Km     Hm
Gau-Odernheim ⇒ Ingelheim-Nord 48 145
Ingelheim ⇒ Mainz 25 22
Mainz ⇒ Nierstein 17 41
Nierstein ⇒ Gau-Odernheim 20 145
  110 353

Die inzwischen optimierte Route kann man als
Rhh-Runde_Gau-Odernheim_Ingelheim_Mainz_Nierstein.gpx
+
rhh-runde-gau-odernheim-ingelheim-mainz-nierstein.kml
herunter laden

und bei betrachten.

 

Von Gau-Odernheim nach Ingelheim-Nord

~48 Km auf dem Selztal-Radweg R2 | ~145 Hm

Eigentlich wollte ich ja nur eine “kleine” 80-Km-Rundfahrt machen und dabei dem Händler meines Vertrauens die Radgeber in Mainz mal einen kurzen Besuch abstatten.

Beim Start um 8 Uhr 30 waren es gerade mal 4°C und für mittags 20°C gemeldet. Das erscheint vielleicht zu kühl für kurze Hosen und ein kurzärmeliges Hemd (+Weste). Aber wenn es windstill ist und man sich gemütlich durch die Gegend strampelt ist das (mir jedenfalls) sehr angenehm.


Wenn man Glück hat, bekommt man auch einiges an Wild zu sehen.

Nach ~10 Km stand ich bei Friesenheim vor einer Radwegekreuzung, an der ich schon oft vorbei gekommen war und überlegte, ob ich nicht mal die eingefahrenen Wege verlassen sollte.

Den Selztal-Radweg (R2) kannte ich bisher nur partiell. Und obwohl die Teile, die ich bereits kannte, nicht unbedingt die voll überzeugende Empfehlung sind, entschied ich mich dafür, den Selztalradweg jetzt endlich mal komplett kennen zu lernen. Ich fuhr deshalb in Richtung Nieder-Olm weiter. Der Frosch fehlt zwar unter dem Schild, aber die Radler dürfen ja auch mal selbst was wissen. Und außerdem müssen ja auch die Radwegekarten verkauft werden.

Der mir noch unbekannte Abschnitt führt zunächst auf asphaltiertem Weg durch eine hübsche Landschaft.

Vor Köngernheim kann man sich an einer Drei-Sterne-Schikane ergötzen.

Die steht, damit sie bei der Überquerung nicht stört, schon weit vor der Straße. Das ist doch absolut clever und verdient einen Stern. Damit niemand mehr als unvermeidlich behindert wird, wurden die Querstangen weg gelassen. Da können die Liegeradler schon mal den zweiten Stern vergeben. (Aber nie ohne Helm fahren!) Und, wenn das alles doch zu sehr behindert, darf man auch außen vorbei. Allerdings ist dort nur ein Sandweg, der etwas Staub und die Frage auf wirft, ob da der dritte Stern tatsächlich noch gerechtfertigt ist.

Das nächste Beispiel in Köngernheim ist zwar handwerklich viel aufwändiger und bunter gestaltet, lässt aber die Umgehung vermissen. Außerdem behindern, wenn man denn tatsächlich “regulär” durch fährt, links die Mülltonnen die Ausfahrt. So bekommt man natürlich keine Sterne! Die sieht allenfalls der Radler, wenn er irgendwo an stößt. Und vorstehende Schrauben gibt es da genug.

Der Radweg nach Hahnheim ist eben und glatt.

Da rollt man nur einfach so dahin und genießt die Landschaft.

An der Untermühle.
Ein beliebter Tagungsort und ein ruhiges Plätzchen,
wo der Firmenchef am Wochenende endlich mal entspannen
und das kulinarische Angebot (oder die Sekretärin) genießen kann.

Die Beschilderung ist neu und vorbildlich.

Hahnheim begrüß seine Gäste gleich mal mit einer Schikane. An dieser Stelle auf dem Radweg könnte der Sinn eigentlich nur der sein, große und evtl. zu schwere Fahrzeuge von der Benutzung der Brücke ab zu halten. Tatsächlich werden aber vor allem die Radler behindert. Ein Pfosten in der Mitte, so wie sich das gehört, wäre allemal sinnvoller. Aber solch weitreichende Entscheidungen setzen natürlich ein Denkvermögen voraus, das man nicht überall erwarten kann.

Zum Trost und weil man ja eh schon mal anhalten musste,
kann man sich wenigstens ein paar Informationen gönnen.

Am Ortsausgang wird dann ein nettes Suchspiel veranstaltet:
“Ei wo is er denn?”
Links, das kleine helle Quadrat erweist sich nach intensiver Suche als Radwegezeichen. Und der erfahrene Radler entdeckt vielleicht sogar den verdächtigen kleinen rot-weißen Pfosten, der an der richtigen Stelle, mitten auf dem Radweg steht.

Eine Idylle, wenn man's mal nur vom optischen Standpunkt betrachtet.

Auch im Naturschutzgebiet bleibt vieles wie es ist.

Hier darf man wieder mal weit ab von der Selz
die rheinhessischen Hügel erstürmen, ...


(Auch das ist ein Radwegweiser.)

... damit man von der Höhe herab die unvergleichliche Aussicht ...

... besser genießen kann, bevor man wieder zu Tal rasen darf.

Aus dem Stand und ohne jeden Antrieb (außer meiner schweren Masse) bin ich unten auf 48 Km/h gekommen und habe mich gefreut, dass ich da nicht wieder hoch muss. (Geheimtipp: vorher die Kopfbedeckung fest zurren, sonst muss man eventuell doch wieder hoch.)

Ein kurzer Blick auf die Selz muss genügen, ...

... bevor man auf der gegenüber liegenden Seite
wieder die Hügel erklimmen darf.

Warum Sörgenloch so heißt, erscheint mir etwas unverständlich,
denn es liegt ja wohl unverkennbar nicht im Loch, sondern am Hang.

Und den darf man dann selbstverständlich auch hoch fahren.

Das nicht ganz normgerechte Holzschild “R2” bestätigt,
dass man immer noch auf dem richtigen Weg ist.

Und auch der folgende Wegweiser bestätigt es, obwohl die Auffahrt auf den Radweg nicht gerade einladend aussieht. Ich musste da mein Trike erst vorne dann hinten hoch heben, weil ich meinen Rädern die brutale Konfrontation mit der Bordsteinkante ersparen wollte. Dass man dazu erst die Hauptstraße überqueren muss und dann auf ihr herum steht, beschleunigt natürlich den Vorgang.

Aber, alles kein Grund zum Jammern. Die mühsam eroberten Höhenmeter darf man jetzt genüsslich in den Fahrtwind schreiben. In vernünftigen Grenzen selbstverständlich. Mit mehr als 70 darf man hier nicht runter rasen. Ob die Begrenzung auch in der Gegenrichtung gilt, kann ich leider nicht sagen, weil ich unten bei dem Tempo (Safety first!) einfach versäumt habe mich um zu drehen. - Ich könnte mir aber denken, dass man bergauf darauf verzichtet hat, weil man auf die Vernunft der Radler vertraut.

Bei Nieder-Olm kann man sich kaum noch daran erinnern, die Selz gesehen zu haben, aber auf den Schildern steht's immer wieder, auch wenn man fern der Selz durchs Industriegebiet, ...

... oder an der Straße entlang geführt wird.

Vor Stadecken geht's dann endlich wieder mal an der Selz entlang.

In Elsheim lädt die einzige Eisdiele weit und breit
fast verbindlich zum Rasten ein.

Bei der Weiterfahrt muss ich wohl wieder mal einen gut versteckten Rad-Wegweiser übersehen haben und folge der normalen Straße.

Aber, so welterfahrene Radler wie ich,
riechen natürlich wo's lang geht.
Hier habe ich den Radweg (unten quer) erspäht
und kann fast schon die Schilder lesen.

An Informationen fehlt es nicht. Ich folge dem Frosch nach Ingelheim.

Vor Schwabenheim hat man einen schönen Blick über das Selztal ...

... und auf eine idyllische Landschaft.

Vor Großwinternheim gibt's endlich mal
eine fast vorbildliche Radwegbegrenzung zu bestaunen.

Aber der Radweg selbst ist auch nicht schlecht.
Schade, dass Webseiten nicht duften können.

Im Ort muss ich dann wieder einen sehr dezenten Wegweiser übersehen haben. Und als ich nun auf den Radweg zurück komme, habe ich die Radlergruppe, die ich schon drei mal überholt hatte, erneut vor mir.
Na, macht nichts, klingeln und wieder vorbei. "Hallo, man sieht sich."

Der Selztalradweg verliert sich irgendwo in Ingelheim-Nord.
Die Selzmündung bekommt man auch nicht zu sehen, aber den Rhein.

 

Zitat

Der Selztalradweg erschließt von Alzey bis nach Ingelheim durchgehend einen der schönsten und idyllischsten Bereiche Rheinhessens für Radfahrer. Der Weg ist meist eben und es müssen nur wenige sanfte Steigungen überwunden werden.

(Quelle: Rheinhessen-Information GmbH  http://www.rheinhessen.info)

Fakt

Es sind 145 Höhenmeter, die man “sanft” erklimmen muss.

 

An der Fähre nach Östrich-Winkel.

 

In diesem Gartenlokal ist reges Treiben.

Deshalb habe ich dieses ruhigere für die Mittagsrast vorgezogen.

 

Von Ingelheim nach Mainz

~25 Km auf dem Rhein-Radweg R2 | ~22 Hm

Von da an geht's auf dem linksrheinischen Rhein-Radweg ~25 Km weiter nach Mainz. Oft geht's hinter dem Damm lang und immer wieder mal hoch und runter.

Deshalb hat man wenigstens gelegentlich einen Blick auf den Rhein.

Sonst kann man sich an der Landschaft hinter dem Damm erfreuen.

Wenn man trotz der sehr schlechten Beschilderung
durch das Industriegebiet von Budenheim durch gefunden hat,
schafft endlich ein ordentlicher Wegweiser wieder Klarheit.

Nun folgt ein Gartengebiet.

Die Stadtgrenze der Landeshauptstadt sieht noch sehr ländlich aus.

Dann geht's aber gleich richtig städtisch zur Sache.

Ein schöner Radweg führt in Richtung Bahnhof.

Das Schild besagt zwar, dass hier der Radweg endet. Das kümmert den aber gar nicht. Der geht trotzdem bis zum Bahnhofsvorplatz weiter. Dort ist dann alles eins: Fußweg, Radweg, Busweg, Taxiweg. Alle müssen sich halt ihren Weg da durch suchen. Nur der normale Autoverkehr ist an dieser Stelle ausgesperrt. Andernfalls ginge das auch gar nicht. So geht's jedoch sehr gut.

Beim Gutenberg ist so viel Platz, dass nur die Fahrbahn für Busse und Taxis festgelegt ist. Alles andere ist frei.

 

Rad fahren in Mainz

Weil ich mich inzwischen in Mainz schon etwas auskenne und nicht mehr suchen muss, konnte ich diesmal meine Aufmerksamkeit auf andere Dinge richten. Dabei ist mir aufgefallen wie “chaotisch geordnet” der Radverkehr in Mainz abläuft. Dort wo der Platz gerade noch aus reicht, ist ein schmaler Radweg zwischen Bürgersteig und Fahrbahn zu finden. Dort wo der Platz nicht mehr aus reicht, verschwindet einfach die Trennung und Fußgänger und Radler wuseln einfach durcheinander.

Am Fort Malakoff, gegenüber der Mainmündung.

 

Von Mainz nach Nierstein

~17 Km auf dem Rhein-Radweg R2 | ~41 Hm

Dieser Abschnitt ist auch schon unter
Tortour auf dem Rhein-Radweg 1.Teil
ausführlich beschrieben.

Im Industriegebiet bei Weisenau gibt es einige leichte Behinderungen, wie diese, die aber keine Probleme machen.

Dann geht's wieder auf die geliebte Schotterpiste.

Kein Grund zur Beschwerde. Hier liegt kein Schotter.

Und hier, wo es etwas höher über dem Rhein über zahlreiche Hügel
nach Nierstein geht, ist der Weg sogar asphaltiert.

In Nierstein fragt man am Besten einen Eingeborenen,
denn die wenigen Radwegweiser, die es hier gibt,
findet man erst nach sehr intensiver Suche
und an Straßenecken wo man eigentlich gar nicht hin wollte
und auch nicht hin müsste, wenn da nicht die Wegweiser stünden.

 

Von Nierstein nach Gau-Odernheim

~20 Km | ~145 Hm

Nun geht's auf bekannten Wegen zurück.

Die Strecke ist bereits unter
Quer durch Rheinhessen 1.Teil
ausführlich beschrieben.
 

Fazit

Bei solchem Wetter macht einfach jede Radtour Spaß
und alle schlechten Wegstücke und unnötigen Erschwernisse sind,
noch bevor man vom Rad steigt, schon wieder vergessen.

 

Beweise?

Selbstverständlich! Von den zahlreichen Fotos (s. o.) von unterwegs mal abgesehen gibt's da natürlich den Kilometerzähler:

Und außerdem gibt's da noch die Folgen von neun Stunden intensiver Sonnenbestrahlung:

Danke für das Mitgefühl. Es hat nicht weh getan.

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