rt-go: 16.10.2006
/04.05.2010

Quer durch Rheinhessen

2. Teil

Selzen <-> Mainz

~44 Km  ~203 Hm

Die Route kann man als
Selzen-Mainz-Runde.gpx + selzen-mainz-runde.kml
herunter laden

und bei ansehen.

 

 

Weil ich beim Händler meines Vertrauens die Radgeber in Mainz ein Umrüstset für die Anhängekupplung von Weber und ein Teflonrohr abholen wollte und für Oktober immer noch sehr schönes Wetter war, hatte ich am Vortag beschlossen mit dem Rad nach Mainz zu fahren.

   Hin und zurück wären das rund 80 Km geworden.

Ich wollte allerdings mittags zeitig zurück sein und einen neuen, mir noch unbekannten Weg ausprobieren. Morgens um Neun war es noch recht neblig, feucht und nur sieben Grad warm. Ein kräftiger Ostwind ließ es sogar noch viel kälter erscheinen.

Lauter Gründe, die mich bewogen, dann doch erst mal 15 Km bis Selzen mit dem Auto zurück zu legen, um dann von dort aus den Rest mit dem Rad zu fahren.

Von Selzen bis Bodenheim soll der Radweg eigentlich der ehemaligen Bahnstrecke (Amiche) folgen. Bis Gau-Bischofsheim tut er das auch eindeutig. Dann ist der Wegweiser (s. u.) aber etwas dubios.

 

   Beim Start in Selzen geht's auf der ehemaligen Bahnstrecke “Amiche”
erst mal allmählich den Hügel rauf.

Kein Problem.

Die Bahn hat das ja auch geschafft.

 

Dann geht's noch sanfter bis Mommenheim bergab.

 

  

 

   Hier kann man an dem vergessenen Schild erkennen, dass es wirklich mal eine Bahntrasse war.

 

Hinter Mommenheim weitet sich der Blick.   

 

   Harxheim kommt näher.

 

Die Wege sind vorbildlich gekennzeichnet.

Hier zweigt die Hiwwel-Route ab. (Hiwwel=Hügel) 

  

Hier sieht es auch nach vorbildlicher Kennzeichnung aus.

   Das Dumme ist nur, dass die Amiche laut Schild rechts ab gehen soll. Laut Radwegeplan müsste sie aber nicht direkt sondern über Gau-Bischofsheim nach Bodenheim gehen.

Außerdem geht's rechts rechtwinklig in eine Straße mit Häusern, während der Bahndamm unübersehbar geradeaus in Richtung Gau-Bischofsheim weiter geht.

Ich vertraue deshalb dem Radwegeplan und dem Bahndamm
und fahre geradeaus weiter.

An einer viel zu eng gesetzten Schikane sieht man die zwangsläufige Folge: eine Umgehung.

Rechts steht jedoch nicht etwa der Verantwortliche am Pranger, obwohl er da hin gehört, sondern ein Dummy warnt vor Kindern.

  

 

   Am Bahnhof von Gau-Bischofsheim bin ich überzeugt, dass ich den richtigen Weg gewählt habe.

 

Am Ortsausgang von Gau-Bischofsheim kommt dann die Überraschung. Das Ende des Radweges.

Der Wegweiser oben zeigt aber, dass ein Radweg nach drei Kilometern nach Bodenheim führt.

  

 

   Die Überquerung der Straße ist kein Problem.

 

Der kurze steile Anstieg zeigt, dass hier die Amiche ganz bestimmt nicht lang gefahren ist.

Aber, was soll's?

Es ist ein Radweg und er führt nach Bodenheim ...

  

 

   ... dachte ich.

Hier führt er jedenfalls auf die Straße.

 

Die mögliche Fortsetzung gegenüber erweist sich jedoch als eindeutig falsch.   

 

   Aber wo geht es dann weiter?

Irgendwo muss doch der Radweg sein, auch wenn die eindeutigen Schilder fehlen.

Die Straße mit ihrer Steigung sieht nicht gerade verlockend aus.

Außerdem sehe ich jetzt auf dem Bild den Streifen links neben der Fahrbahn.

Vor Ort habe ich ihn aber nicht bzw. erst auf dem Rückweg entdeckt. - Das muss einem ja gesagt werden, dass das der Radweg sein soll.

  

Weil rechts an dem Schild ein betonierter Weg abzweigte
und dessen Richtung stimmte, habe ich diesen Weg gewählt.

   Ein Wingertsschütz, hier schon im Weitergehen, hat mir bestätigt, dass die Beschilderung der Radwege ganz schlecht ist, dass der Weg zwar etwas schmutzig, aber gut befahrbar ist und, dass er nach Bodenheim führt. Das letzte Stück sogar als richtiger Radweg.

 

Na dann. Auf durch die Pampa!   

 

   Wieder ein typisches Beispiel: der Weg gabelt sich, es geht entweder halb links oder halb rechts weiter. Aber der Wegweiser davor zeigt geradeaus.

 

Nach dem Motto: “wenn schon falsch, dann wenigstens bequem”, habe ich mich nach der Qualität des Weges für links entschieden, obwohl es da leicht bergauf ging und hatte diesmal Glück. Kurz darauf kam Bodenheim in Sicht.   

 

   In Bodenheim kommt man an einen Kreisel. Da geht links ein schmaler Weg ab und geradeaus ein rot gepflasterter durch die Unterführung.
20 Meter davor steht ein Rad-Wegweiser, der ganz eindeutig die Richtung anzeigt: genau dazwischen.

Weil Radwege am roten Pflaster erkennbar sind, bin ich diesem gefolgt.

Nach etwa einem Kilometer kam ich dann an einen weiteren Kreisel. Aber Orientierung war da nicht. Denn außer zwei weißen Wegweisern zu örtlichen Firmen gab es keine Wegweiser.   

Endlich konnte ich dann eine Eingeborene fragen, die mir bestätigt hat, dass es an dem vorherigen Kreisel doch auf dem anderen Weg
nach Mainz weiter geht.

  

Also bin ich wieder zurück gestrampelt, habe mir die Warnhinweise durch gelesen und bin dann halt doch diesem Weg gefolgt.

 

So schlecht wie angedroht ist er aber gar nicht.   

 

   Hier läuft er breit, glatt und sehr gut befahrbar parallel zur Straße.

Und wenn die Landwirte solche Wege konsequent benutzen würden, wäre ich als Autofahrer froh und zufrieden.

 

In Laubenheim wird's dann schon ein Bisschen städtisch ...   

 

   ... und stellenweise auch etwas unkomfortabel.

 

In Weisenau hat man sich, an der Stelle jedenfalls, mit dem Radweg keine Mühe gemacht.   

 

   Ein im ersten Moment erschreckendes Bild. Rechts gibt's keinen Radweg und links geht's auf eine Kraftverkehrsstraße.

Der schmale Fuß- und Radweg geht jedoch weiter. Bei einer Begegnung muss aber einer ins Grüne. (Hat er auch gemacht.)

Die “Fußballhauptstadt Mainz 05” (laut Schild) ist erreicht.

Die Verkehrszeichen stehen nicht am Rand der breiten Straße, sondern auf dem schmalen Fuß- und Radweg.

Da muss sich doch einer was gedacht haben!

Aber was???

  

 

   Obwohl der Fuß- und Radweg hier nicht endet, weisen alle Schilder den Weg über 3 Serpentinen nach oben. Man dürfte natürlich auch die Treppe benutzen, aber die Serpentinen fahren sich viel bequemer.

 

Auf der gegenüber liegenden Seite der Brücke geht's über lange Rampen und  zwei Serpentinen ganz bequem wieder nach unten ...   

 

   ... und schließlich auf dem Radweg direkt am Rhein weiter.

 

Ein landschaftlich schönes Wegstück, vom übrigen Verkehr sicher getrennt.   

 

   Die Bahnbrücke nach Gustavsburg. Da kann man auch zu Fuß und mit dem Rad rüber. Bei Gegenverkehr wird's allerdings zur Bastelaufgabe.

Aber wenn die Fußgänger über das Rad steigen ...

 

Die Stadt kommt näher. Hier sind Radler und Fußgänger schon strikt getrennt.   

 

   Hier ebenfalls.

 

Da steht er herum und versperrt den Weg.

Na gut, rechts kommt man vorbei.

  

 

   Am Marktplatz.

 

Um 5 vor 12 ist Andrang vor dem Laden, der um 12 öffnet.

Aber ein Problem ist das nicht.

Alle werden flott bedient.

  

 

   Zum Abschied noch ein Blick auf den Fastnachtsbrunnen.

 

Auf dem Rückweg durfte ich noch eine neue Entdeckung machen: eine Unterführung, bei der Radler und Fußgänger auf halber Höhe geführt werden. Das ist sicherer und bequemer.   

 

   Hier konnte ich durch den Wingert hindurch den unteren Weg sehen. Also habe ich mir den Umweg über die nächste Abzweigung gespart und bin “off road” durch gefahren. Wenn's trocken ist und abwärts geht macht das nur Spaß.

Leider hingen keine Trauben mehr,
sonst hätte das noch viel mehr Spaß gemacht.

Mommenheim verabschiedet seine Gäste auf Rheinhessisch.   

 

   Zum versöhnlichen Abschluss von unterwegs noch ein tröstliches Beispiel echt deutscher Gartenkultur.

Alles sehr ordentlich, aufgeräumt und übersichtlich.

 

Fazit

Eine schöne Strecke mit kleinen Schönheitsfehlern. Deshalb für den Familienausflug partiell weniger geeignet. Aber doch so, dass ich sie bei Gelegenheit mit kleinen Abweichungen wieder fahren werde.

alla mach's gud

 

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Rhein-Radweg 3.Katastrophe

 

Alles gesehen - nix kapiert - alles von vorn gucke!

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