rt-go: 2006-10-15

Rhein-Radweg R2
(2. Teil)

Altrip ⇔ Speyer

~34 Km  ~115 Hm
(hin und zurück)

Die Route kann man als
Altrip-Speyer.gpx + altrip-speyer.kml
herunter laden

und bei ansehen.

Weil das Wetter trocken und für Mitte Oktober noch erstaunlich warm war, wollten wir die Gelegenheit nutzen und einen weiteren kleinen Teil des Rhein-Radweges kennen lernen.

Nach kurzer Überlegung entschieden wir uns für den Abschnitt zwischen Altrip (bei Ludwigshafen) und Speyer. Also sind wir mit dem Auto zunächst nach Altrip gefahren. Das ist gar nicht so einfach, denn die Beschilderung in dieser Gegend ist einfach miserabel. Ich kam mir vor wie in Frankreich, wo in jedem 500 Kilometer entfernten Kuhkaff zwar der Weg nach Paris, aber nicht der zum Nachbarort ausgeschildert ist. Den Nachbarort kennt eh jeder und wenn man erst mal dort ist, sieht man ja sofort wie der heißt und dass man falsch gefahren ist.

In einem Ort (Neuhofen), wo Fremde offenbar fremd bleiben sollen, gab es zwar Kreisel und Kreuzungen, aber keinen einzigen Wegweiser. Wozu Wegweiser? - Muss doch jeder selbst wissen, ob er links ab, rechts ab oder gerade aus will. Wir sind deshalb immer nur gerade aus durch gefahren und waren prompt falsch. Aber nach einem Umweg von gut 10 Km sind wir dann doch noch aus der anderen Richtung nach Altrip gekommen.

So sieht die Tour auf einer Landkarte aus.
Unseren Weg habe ich durch grüne Punkte markiert.

So sieht das bei Google Earth aus.

Die Tour

In Altrip habe ich dann vorsichtshalber einige Eingeborene nach dem Radweg befragt. Deshalb war der Parkplatz am Rhein gleich gefunden. Da wären wir beim Weiterfahren zwar sowieso hin gekommen. Aber bei den Eingeborenen erhält man immer wertvolle Informationen.

Der Radweg in bestem Zustand ...

 ... führt am Rheinhauptdeich entlang.
Mehr erfährt man aber nicht.

Schöner kann ein Radweg gar nicht sein.

Nach wenigen Kilometern lädt die Altrheinklause
an einem idyllischen Platz zur Pause und zum Verweilen ein.

Um diese Zeit (11.46) ist hier noch nicht viel los.

Die Eingeborenen in Altrip hatten auf die Frage nach der Beschilderung zwar prompt behauptet: “Alles gut beschildert und ganz neu gemacht.”, aber das hat leider nicht so ganz gestimmt. Wir fanden jedenfalls keinen einzigen Hinweis darauf, dass wir auf dem richtigen Radweg waren. Lediglich die hervorragende Qualität des Weges hat uns davon ab gehalten, die Schotterpiste direkt am Wasser zu fahren. So bekamen wir das Wasser dann auch nur ausnahmsweise an wenigen Stellen zu sehen.

Erst nach etwa der halben Strecke zeigte uns dieser tolle Wegweiser, dass wir tatsächlich auf einem Radweg waren. Ob es auch der richtige war, blieb unklar. Aber um die Richtungsangabe mussten wir uns keine Gedanken machen, denn wir wussten ja zufällig wo wir her kamen und wollten selbstverständlich in die entgegen gesetzte Richtung. Da ist so ein Wegweiser schon hilfreich.

Irgendwo wollte ich mal kontrollieren, ob wir überhaupt noch am Rhein waren und bin deshalb auf den Deich hoch gegangen. Hier konnte ich die Schotterpiste direkt am Wasser und in der Ferne die Autobahnbrücke über den Rhein sehen.

Genau in dem Moment, als ich mich wieder umgedreht habe, sah ich zwei Liegeradfahrer (Winfried und Erich) näher kommen.

Als der Erste mein Rad sah, hat er mich spontan mit meinem URL: “rt-go” angesprochen. Er kannte mich und mein Rad schon von meinen Webseiten und vom Liegeradforum. Nicht der einzige Platz wo man sich wieder treffen kann.

Das Ziel ist nah.

Der Radweg führt direkt in einen Park auf der Ostseite des Domes.

 

Obwohl er uns nicht weiter interessiert hat
(wir waren ja schon öfter drin),
musste er natürlich aufs “Beweisfoto”.

Das Wichtigste in Speyer ist aber nicht etwa der Dom,
sondern selbstverständlich das Gartenlokal im Domhof.
Denn im Dom gibt's keinen Saumagen und kein Radler.
- Immer noch nicht! - Obwohl ich die Bedienung dort
schon öfter danach gefragt hatte.

Der Rückweg durch die Stadt ist zwar nicht berauschend,
aber sehr bequem und sicher.

Hier sind wir, den Eingeborenen folgend, eine Abkürzung durchs Feld über den “Reffenthaler Weg” gefahren und haben dadurch das einzige Stück Straße (K31) vermieden.

Natürlich können wir und die Altrheinklause
einen zweiten Besuch verkraften ...

... bevor es in die schnöde Zivilisation zurück geht.

 

Fazit

Ein wunderbares Stück Rhein-Radweg, das manches wieder heraus reißt, was andernorts verbockt wird. Aber von der Landschaft her, von einzelnen idyllischen Plätzchen abgesehen, nicht so interessant und abwechslungsreich, dass man es um jeden Preis gesehen haben müsste.
Für den gemütlichen Familienausflug mit Kinderwagen, zu Fuß, mit Rad oder auch mit Inlinern (all das haben wir unterwegs gesehen) jedoch bestens geeignet und sehr zu empfehlen, wenn man von dem völlig unnötigen Umweg über die K31 ab sieht.

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Quer durch Rheinhessen 2.Teil

 

Alles gesehen - nix kapiert - alles von vorn gucke!

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