rt-go: Mo 2010-06-28

Heimreise und Fazit

  

So war unser Plan:


Zuerst fuhren wir mit Auto und allem nach Bamberg.
Von dort machten wir unsere Lindwurm-Tour nach Wertheim.
Das hatten wir geschafft.

Nun wollte ich mit 3 Bahnen (2 x umsteigen)
zurück nach Bamberg fahren, um das Auto zu holen,
während meine Frau auf meine Rückkehr wartete.

Aber es kam anders.

Normalerweise habe ich alles was ich brauche immer bei mir
und trage, wie schon die alten Kelten, fast alles am Gürtel.
Der Schlüsselbund hängt natürlich auch dort,
weil das sicher und praktisch ist.
Auf unserer Radtour habe ich aber schnell gemerkt,
dass das Gebimmel und Gebammel lästig und unnötig ist.
Also habe ich den Schlüsselbund in der Tasche am Rad verbuddelt.
Ich viel schlau!

In Wertheim war ich froh, dass es dort tatsächlich noch Personal gibt.
Da konnte ich mir den Fahrschein und die gedruckten Zugverbindungen
geben lassen und musste mich nicht mit einem bescheuerten Automaten
herum ärgern.

Dass der erste Zug ein riesiges Fahrradabteil hatte
und die Fahrradmitnahme sogar kostenlos gewesen wäre,
hat mich nicht weiter interessiert.

In Lauda habe ich mich gefreut,
dass das Umsteigen so flott und problemlos geht.

Nachdem ich nun glücklich im zweiten Zug saß
und fast eine Stunde unterwegs war,
habe ich schon mal etwas voraus gedacht.

Dabei ist mir auf gefallen, dass es nicht sehr zweckmäßig wäre,
wenn ich in Bamberg ohne Schlüssel vor dem Auto stünde.

Also bin ich an der nächsten Haltestelle in Zimmern aus gestiegen.
Dass da auch Züge in der Gegenrichtung fahren war klar.
Ich musste nur den Bahnsteig wechseln.

Dort stand ich nun vor einem der beliebten Fahrscheinautomaten
und wollte mir den Fahrschein für die Rückfahrt ziehen.
Aber die Sonne knallte so auf das Display,
dass ich nichts sehen konnte.
Wenn ich mich so davor gestellt habe,
dass das Display im Schatten lag,
war überhaupt nichts zu erkennen.
Also habe ich mich doch wieder
direkt vor den Automaten gestellt,
mit der linken Hand Schatten gemacht,
und versucht, darunter etwas zu erspähen.
Nach und nach habe ich dabei
einen Überblick über das Menü erhalten.

Zum Glück war ich dann richtig mutig
und habe nicht erst “Fahrplaninformation”
sondern direkt “Fahrschein” gewählt.
Nun durfte ich den Zielort ein tippen.
Immer mit der linken Hand den Schatten verschieben,
bis darunter der richtige Buchstabe zu erahnen war,
und dann mit der rechten drauf tippen.
Nachdem das geschafft war, durfte ich einen Geldschein,
natürlich richtig herum
(zum Glück gibt es nur vier Möglichkeiten)
in den Schlitz ein fädeln.

Hurra, es hat geklappt.
Ich bin der Größte, ich kann Fahrscheine lösen.

Nachdem das eine Problem gelöst war,
ging ich das zweite an und habe “Fahrplaninformation” gewählt.
Das hätte ich nicht tun sollen.
Denn bei dieser Aktion kam
- trotz aller Mühe -
rein gar nichts heraus.

Dabei wollte ich doch nur wissen,
wie und vor allem wann ich zurück komme.
Damit ich meine Frau schon mal informieren könnte.

Zum Glück hing da auch noch ein Papier-Plan mit Abfahrtzeiten.
Dort habe ich gesehen, dass ich nur etwa 15 Minuten
auf einen Zug nach Lauda warten musste.

Wie es dort weiter ging habe ich gesehen.
Ich musste umsteigen und nach Wertheim fahren.
Und wenn ich das schon in Zimmern erfahren hätte,
wäre es auch nicht anders gewesen.

“Fahrplaninformation”?
Wer braucht das schon?!
Ein Hoch auf die moderne Technik der Bahn!

Zurück in Wertheim habe ich als Erstes
meinen Schlüsselbund aus der Tasche geholt.
Jetzt war ich endlich wieder ein kompletter Mensch.

Inzwischen waren gut zwei Stunden vergangen
und meine Frau hatte beschlossen, nicht noch länger zu warten.
Unter diesen Umständen wollte sie dann doch lieber
mit mir zusammen mit dem Zug mit fahren.

Zum Glück war das Bahnbüro noch offen.
Dort war das Fahrscheinproblem schnell und günstig gelöst
und die neuen Zugverbindungen bekamen wir auch gedruckt.

Parkproblem?
Wir haben den Lindwurm einfach am Bahnsteigende
an einem Pfosten an geschlossen.
Wir wollten ihn ja in einigen Stunden wieder ab holen.

Die 3 Bahnfahrten waren problemlos aber etwas lang.
Außerdem hatten wir in Lauda etwa eine Stunde Aufenthalt.
Die früheren Zugverbindungen wären besser gewesen.
Aber im Nachhinein sind wir ganz froh, dass es so gekommen ist.
Zusammen unterwegs sein ist doch schöner.

Als wir etwa vier Stunden später in Bamberg am Bahnhof stehen,
sind wir zunächst etwas ratlos.
Eigentlich sollte zwischen der Stadt und dem
P+R-Parkplatz alle 10 Minuten ein Bus verkehren.

Am Busbahnhof vor dem Bahnhof bleibt die Suche
nach entsprechenden Hinweisen aber völlig erfolglos.

Weil auch kein Bus vorbei kommt,
wo man mal fragen gekonnt hätte,
nehmen wir uns halt ein Taxi.

Der Fahrer hatte vorher gesagt, dass es etwa 6 bis 7 Euro kosten würde.
Als wir dann da sind, zeigt das Taxameter 8,50 €,
obwohl er mit 60 durch eine 30er Straße gerauscht war.
Aber, was soll's?
Wir haben 10 € bezahlt und uns gefreut.

Das Auto stand, oh Wunder, genau dort, wo wir es abgestellt hatten.

Die Rückfahrt von Bamberg nach Wertheim
hat dann noch rund zwei Stunden gedauert.

Und dort steht unser Lindwurm
ganz einsam und verlassen schon fast im Dunkeln.

Das Verladen ist eigentlich Routine.
Aber ganz ohne Licht auf einem dunklen Parkplatz
wächst die Erkenntnis, dass eine Taschenlampe
manchmal ganz nützlich sein kann.

Die weitere Heimfahrt mit dem Auto war dann zwar problemlos,
aber doch etwas ermüdend.

Na gut,
um 1 Uhr waren wir wieder
wohlbehalten und zufrieden daheim.

 

Fazit

Allgemein

Warum der ADFC den Main-Radweg
mit fünf Sternen ausgezeichnet hat,
ist uns nicht verständlich.

Wir wissen allerdings auch nicht,
welche Touristik-Lobbyisten und
welche politischen Regionalfürsten
bei der sicher schwierigen Urteilsfindung
geholfen haben.

Zwischen Bamberg und Haßfurt
bekommt man den Main nur selten zu sehen.
In Eltmann hat uns ein Eingeborener erklärt,
dass der ADFC den Weg absichtlich so festgelegt habe,
obwohl auch eine Wegführung am Main entlang möglich wäre.
Wir können das natürlich nicht beurteilen.
Wir finden nur das Ergebnis wenig überzeugend.

Generell sollte doch ein Fluss-Radweg
meistens am Fluss entlang führen.
Davon ist der Main-Radweg aber
streckenweise weit entfernt.

Der Radweg ist meistens in vorbildlichem Zustand.
Aber durchaus nicht überall.

Die abartige Steigung in Hofstetten
wäre sicher vermeidbar und ist
ohne jede Vorwarnung völlig inakzeptabel.

Also alles in allem ein mit Abstrichen
durchaus empfehlenswerter Radweg.

Aber fünf Sterne???

Für uns persönlich

Eine wunderbare Reise, die uns bestärkt,
solche Reisen noch öfter zu unternehmen.
Nach Möglichkeit allerdings
bei etwas bekömmlicheren Temperaturen.

Und unser Konzept mit Auto, Bahn und Rad
ist eine durchaus brauchbare Alternative.
Jedenfalls,
wenn der Schlüssel am Gürtel bleibt.

Die komplette Route kann man als
Main-Bamberg-Wertheim.gpx
+
Bamberg-Wertheim.kml
herunter laden
und außerdem bei

betrachten.


Keep dry king!

 zurück  Index 2010

R2/8.Tour auf dem Rhein-Radweg 

Alles gesehen - nix kapiert - alles von vorn gucke!

zur Homepage / Neustart:
rt-go-Homepage