rt-go: 2008-08-01

Bad Lauterberg ⇔ Hattorf

Eine Rundtour vor dem Harz

~66 km

Ich war in Bad Lauterberg,
 es war schönes Wetter (bis 30°C gemeldet)
und ich hatte weiter nichts zu tun.

Also wollte ich natürlich wieder eine Radtour unternehmen.

Weil bei den Temperaturen eine Tour im Harz
mit heftigen Steigungen nicht in Frage kam,
nahm ich mir die Landkarte und suchte vor dem Harz
nach einem lohnenden Ziel,
das auf ebenen Wegen erreichbar wäre.

Ich fand den Juessee in Herzberg ...

und den Oderparksee bei Hattorf

und machte mich auf den Weg .

Die Beschilderung in Bad Lauterberg ist,
obwohl hier der Harzrundweg durch gehen soll,
ganz einfach nicht vorhanden.

Deshalb fuhr ich zum Bahnhof.
Laut Karte soll der Radweg dort vorbei gehen.
Die Straße am Bahnhof war jedoch wegen Bauarbeiten gesperrt
und ein Wegweiser oder sonstiger Hinweis
war dort natürlich auch nicht zu sehen.

Also fuhr ich an der B 27 entlang weiter.
Weil überall Radwege an den Straßen entlang führen,
ist das kein großes Problem.
Man muss halt nur wissen, wo man hin will
 und selbst den richtigen Weg finden.

Am Ortsausgang bin ich dann nach Barbis abgebogen.
Auch hier führt der Radweg an der Straße entlang
und die normalen Wegweiser müssen einem genügen.

In Barbis ist das Fahren kein Problem,
Aber Radwegweiser gibt es dort auch nicht.

Der normale Wegweiser muss genügen,
um den Weg nach Scharzfeld zu finden.
Und auch hier führt wieder ein Radweg an der Straße entlang.

Früher waren das zwei heftige Schikanen.
Jetzt, wo die Gleise weg sind,
kann man ungehindert durch fahren.

In Scharzfeld endet der Radweg, ...

... aber der Bürgersteig tut's auch.

Mein Tacho zeigt gut 10 km.
Und hier endlich steht der erste richtige Radwegweiser.

Das war's dann aber erst mal.

An dieser Kreuzung muss wieder der normale Wegweiser genügen.
Das Zusatzschild steht für “Harzrand-Radwanderweg”.
In der regionalen Wanderkarte ist es eingetragen.
In der regionalen Radkarte nicht.

Der Rest des Weges nach Herzberg führt über die alte Straße.

Die ist zwar nur schwach befahren,
aber nicht völlig ungefährlich.

Auf das Rauf und Runter könnte man gut verzichten,
aber es hält sich in Grenzen.

Die Wegweisung ist wieder nur für Eingeweihte geeignet.

Aber mit etwas Instinkt und Glück
 kommt man dann doch nach Herzberg.

Hier steht dann auch wieder ein richtiger Radwegweiser.

Der Juessee ist schön, ...

... liegt mitten in der Stadt und ist sehr einsam.

Trotz schönsten Wetters ist (am 1. August)
weit und breit kein Mensch zu sehen.

Ich habe zwar noch keine 20 km zurückgelegt,
aber bei dem Wetter ist schon Platz für ein Radler.

Der Fuß- und Radweg endet plötzlich.
Die Fußgänger sollen deshalb die Unterführung benutzen.
Die Radler sind schlau und brauchen keine Hinweise.

Die finden auch alleine den einzigen verbleibenden Weg.
Auch wenn er genau genommen gar nicht erlaubt ist.
Aber wen kümmert das?

Dann fehlen natürlich wieder jegliche Radwegweiser.
Die stehen vermutlich an dem ehemals passierbaren Radweg.
Da bleibt nur Ortskenntnis, Fahren nach Himmelsrichtung
und natürlich Glück.

Ein Radweg ist da und wo er hin führt,
wird sich irgend wann schon zeigen.

Hier gibt es sogar einen Wegweiser mit Radwegenummer, die
jedem, der sie kennt, unmissverständlich den rechten Weg weist,
und jedem der sie nicht kennt, unmissverständlich klar macht,
dass er hier lang fahren kann, wenn er will.

Ein schöner Weg, ...

... der schon kurz darauf auf einen verdächtigen schönen Weg führt.

Er führt durch eine reizvolle Landschaft.

Und hier bestätigt sich der Verdacht,
es ist eine ehemalige Bahntrasse.

Auch so (unverbarrikadiert) kann eine Kreuzung aussehen.
Auch wenn da nur ein Wirtschaftsweg quer geht.

Ein ordentlicher Wegweiser vor Pöhlde
erlaubt wieder mal eine genaue Orientierung.

Das war's dann aber auch wieder.

In Pöhlde gibt es (rechts an der Laterne) zwei Radlerpfeile.
Weil sie rechts von der Kreuzung angebracht sind,
könnte man ins Zweifeln geraten.
Wenn man sich aber klar macht,
dass der andere Pfeil nur zu sehen ist,
wenn man von links aus der Straße kommt,
wird klar, dass es hier tatsächlich links ab geht.

So einfach kann man das Hirn der Radler fit halten.

Kurz darauf zeigt dieses gastronomische Zusatzschild,
dass man zumindest in die richtige Richtung fährt.
Jedenfalls, wenn man weiß,
dass diese Gaststätte fast auf dem Weg liegt.

Auch wenn der Weg nicht so ganz überzeugt,
führt er doch zu zwei Radwegweisern.

Und die lassen dem Radler jede Freiheit.
Links oder rechts, ganz wie's beliebt.

Auch wenn der rechte Weg befahren ist,
entscheide ich mich dafür.

Die Schotterpiste ist zwar kein Genuss,
aber erträglich.

Auf jeden Fall wird sie auch von anderen Radlern benutzt.

Diese gut getarnte Abzweigung
habe ich nur aus den Augenwinkeln wahr genommen
und war von rechts kommend schon vorbei gefahren.
Nur weil ich neugierig war, habe ich umgedreht,
um mir die (grünen) Schilder genauer zu betrachten.
Zum Glück.
Denn hier geht es tatsächlich durch den Wald weiter.

Obwohl es sehr steil bergab geht, bin ich nicht abgestiegen.

Hier wäre ich gern im Bogen gefahren.
Aber der war so zugeschissen,
dass ich die steilere Abkürzung vorgezogen habe.
 

Ein ordentlicher Wegweiser schafft Klarheit.

Der Schotterweg ist etwas beschwerlich,
aber nur kurz.

Hier geht's schön asphaltiert am Waldrand entlang.

Bei Hattorf ist der Oderparksee klar ausgewiesen.

Ein schmaler Schotterweg
führt 2 km lang um den ganzen See herum.

Ein idyllisches Plätzchen.
Wenn ich ein Handtuch dabei gehabt hätte,
hätte ich mir ein Bad in dem warmen Wasser gegönnt.
Auch ohne Badehose wäre das kein Problem gewesen,
denn ich war die einzige Person am ganzen See.
Ich wollte nur nicht hinterher warten,
bis ich von der Sonne getrocknet wäre.

Dass hier gelegentlich auch (ganz andere) Leute her kommen,
lässt sich wunderbar an diesen Indizien ablesen.

Davon abgesehen ist hier aber viel Natur pur.
Und mit etwas Glück gelingt sogar eine Aufnahme
von der Paarung der Libellen.

Der alternative Rückweg nach Hattorf ist zwar massiv verbaut,
aber mit etwas Mühe doch zu überwinden.

Die Mündung des Sieber (links) in die Oder.

In diesem hübschen Gartenlokal konnte ich unbehelligt rein
und völlig trocken (ohne Radler) wieder raus fahren.

Eigentlich wollte ich auf dem Rückweg anders fahren.
Aber das Angebot an Radwegen in Hattorf
hat mich dann doch auf den gleichen Weg zurück geführt.

Hier noch ein Blick auf den Sieber.

Und ein Blick auf die Oder.

Und schon geht's wieder am Wald entlang.

Zwischendurch (um 14 Uhr 27) mal ein “Beweisfoto”.
Es zeigt, dass es gerade 37°C in der Sonne sind.
Schatten war halt leider nicht.
Außerdem zeigt es, dass ich 40.2 km zurück gelegt habe
und bei 2% Steigung und einer Trittzahl von 60
mit 12 km/h unterwegs bin.

Nicht gerade schnell.
Aber wozu soll ich bei der Hitze wie ein Blöder strampeln?!

Nun treffe ich natürlich von unten
auf den schönen Radwanderweg durch den Wald.

Oben stand “Radfahrer absteigen”
und ich habe mich nicht daran gehalten.

Unten steht zwar nichts,
aber ich bin trotzdem abgestiegen.

Selbstverständlich habe ich mein Trike am Vorderrad gepackt
und den Berg hoch gezerrt.
Und weil ich nicht durch die Scheiße laufen wollte,
musste ich hier natürlich wieder die Diretissima wählen.

An der Bank habe ich kurz gehalten, um das Bild zu machen.
Dabei konnte ich fest stellen,
dass das Rad trotz blockiertem Vorderrad rückwärts gerollt ist.
Das Vorderrad ist einfach über den Boden gerutscht.

Hier bin ich an der Stelle,
wo die beiden alternativ angebotenen Wege
wieder zusammen treffen.

Weil man die Alternativen ja nur vergleichen kann,
wenn man sie kennt,
habe ich auf dem Rückweg eben den anderen Weg gewählt.

Das war zwar keine gute Wahl, aber auch kein Problem.

Diese Reiterinnen haben bereitwillig den Weg geräumt
und die Pferde waren relativ unbeeindruckt.
Na gut, das rechte guckt vielleicht etwas blöd.
Aber, auf dem Bild sieht man ja nicht wie ich geguckt habe.

Im Vorüberfahren ein Blick auf den Beber.

Bei Pöhlde wähle ich nun einen anderen Rückweg.
Statt über Herzberg fahre ich direkt nach Bad Lauterberg.

Hinter Pöhlde liegt ein kleiner See,
der im Unterschied zu den anderen
von der Dorfjugend eifrig genutzt wird.

Weil Erntezeit ist,
begegnen mir häufig landwirtschaftliche Fahrzeuge,
denen ich bereitwillig den Weg überlasse.

Auf einem Hügel zwischen Pöhlde und Scharzfeld.

In Scharzfeld ist eine Brücke gesperrt.

Die Umleitung ist zwar nicht beschildert,
aber die Löcher im Weg
sind wenigstens mit allerfeinstem Sand verfüllt.

Das ist jedoch das kleinste Übel.

Weil die Umleitung nicht beschildert ist,
ist natürlich auch kein Radwegweiser zu finden.

Aber irgend wie bin ich dann doch nach Barbis gekommen,
wo es sowieso keine Schilder gibt.

Und, weil ich den Weg ja,
wenn auch in der Gegenrichtung,
schon mal gefahren bin,
habe ich es dann auch wieder nach Bad Lauterberg geschafft,
wo ich die nicht vorhandenen Schilder auch nicht brauche.

Fast schon wieder zu Hause,
 gönne ich mir zum Abschluss
im Kurpark mit Kurkonzert
erst ein Radler und dann noch einmal Wassertreten.

So erfrischt sind dann die letzten zwei Kilometer
trotz Steigung überhaupt kein Problem.

Der Tacho zeigt nur,
was eigentlich gar nicht interessiert,
die zurückgelegte Strecke.

 

Fazit

Trotz der Widrigkeiten hat mir die Tour sehr viel Spaß gemacht.
Ich würde sie sogar, aber mit Handtuch, noch einmal machen.

Nur empfehlen kann ich sie natürlich niemandem.
Denn ohne Wegweiser kann man sich,
jedenfalls wenn man kein Navi dabei hat,
hoffnungslos verfransen.

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Radeln in der Stadt (Kaiserslautern) 

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