rt-go: 2008-05-23

Goldene Mark Rundfahrt

Rhumspringe ⇒ Duderstadt ⇒ Seeburg
⇒ Gieboldehausen ⇒ Rhumspringe

~50 km  ~248 Hm

  Die Route kann man auch als
GoldeneMark.gpx + goldenemark.kml
herunter laden

und bei ansehen.

Es begab sich zu der Zeit, als mancherorts einige in der Wolle schwarz gefärbte sich anschickten “Happy Kadaver” zu feiern, während ich, nicht ganz ohne Grund, mit dem Auto in den Harz fuhr. Für alle Fälle hatte ich mein Trike eingepackt.

Weil ich jedoch die zahllosen heftigen Steigungen im Harz kenne, wollte ich mir die am Freitag nun einmal nicht gönnen und beschloss stattdessen und auf Anraten meiner Frau lieber eine Rundfahrt durch das “Untere Eichsfeld” bzw. die “Goldene Mark” zu machen. Die liegt südwestlich vom Harz und ist im Vergleich zum Harz eher flach, wenn auch nicht völlig.

Ich hatte oben genannte Rundtour ins Auge gefasst. Wie so oft, wenn ich solo mit dem Trike unterwegs bin, habe ich mir über die Entfernungen und die zu bewältigenden Steigungen vorab keine großen Gedanken gemacht. Ich fahre einfach nach dem Motto: “Was kommt werde ich sehen und wenn's keinen Spaß mehr macht kann ich ja umdrehen.” Dabei registriere ich sehr wohl, dass jedes Gefälle im Ernstfall (Umkehr) zur Steigung wird.

 

Am Freitag Morgen fuhr ich mit dem Auto zunächst einmal in der Nähe von Rhumspringe zur Rhumequelle, weil die sehenswert sein soll.

Ist sie auch. Aus einem sehr großen und tiefen Loch (rechts) steigt viel Wasser auf und fliest so rasch nach links weg, dass es nur wenige Meter weiter schon eine beachtliche Strömung zeigt. Aber alles völlig lautlos. Wenn man das gespürt hat, ist einem klar, dass das schon bei den Kelten ein “mystischer Ort” war.

Was mir dort aufgefallen ist

Einige Motorradfahrer hatten auf dem gleichen Parkplatz wie ich angehalten und waren zur Quelle gelaufen. Dort standen sie kurz herum und gingen dann wieder zum Parkplatz zurück.

Ich hatte mein Trike aus dem Auto geholt und war zur Quelle gefahren. Das sind nur wenige Meter. Also keine Strecke, die man unbedingt fahren müsste. Aber ich bin dann auch einfach mal um das ganze Quellgebiet herum gefahren und habe dadurch ganz andere Eindrücke gewonnen, die man von der ersten Anlaufstelle gar nicht haben konnte. Zu Fuß hätte ich das Quellgebiet vielleicht auch nicht umrundet.

Schön, dass ich ein Trike fahre.

 

Radlerparadies Goldene Mark?

Eigentlich wollte ich mir vor dem Start eine genaue Radlerkarte von dem Gebiet kaufen, konnte aber leider keine passende finden. Also bin ich nur mit meiner groben Übersichtskarte los gefahren und wurde immer wieder angenehm überrascht, weil ich gar keine Karte gebraucht habe.

Die stehen nämlich immer wieder genau dort wo man sie zur Orientierung braucht. Und gleich daneben (s. u.) stehen richtige Radwegweiser mit Richtungs- und Entfernungsangabe. Simple Schilder nur mit Radsymbol und Pfeil sind die ganz seltene Ausnahme und stehen wirklich nur dort, wo man sonst nichts braucht.

 

Rhumspringe ⇒ Duderstadt

 

Mein Radweg beginnt in Rhumspringe neben der Straße ...

... entpuppt sich schnell als ehemalige Bahnstrecke ...

... und fährt sich dementsprechend bequem.

Sobald es Abzweigungen gibt, stehen richtige Radwegweiser.
Eine echte Freude für den Radler.
Da muss man keine Karte entfalten und raten,
wo man sich befinden könnte und wo es weiter geht.

Auf dem Weg nach Hilkerode.

Ab Hilkerode muss man etwa einen Kilometer
über eine stark befahrene Straße.

Der Radweg zweigt dann aber auf eine weniger befahrene Straße nach Langenhagen ab. Jedenfalls, wenn man nicht direkt weiter fahren will.

In Richtung Fuhrbach geht's dann mit etwa 5% ...

... bis 7% Steigung bis zur Abzweigung weiter ...

... und dann in Richtung Duderstadt mit 5% bis 8 % ...

... bis auf die erste Anhöhe, von der man die Aussicht genießen kann.

Hier folgen noch leichtere Steigungen, bis man ganz oben ist.

 

Wegweiser schaffen Klarheit
 - manchmal -
aber nicht immer

Hier stehen drei im Abstand von hundert Metern.
Und alle drei bieten jeweils zwei
verschiedene Wege nach Duderstadt an.
Ohne zusätzliche Informationen hilft das aber leider niemandem.
Und ausgerechnet hier fehlt die sonst so nützliche Karte.

Ich habe mich ohne lange Überlegung
(was hätte ich auch abwägen sollen?)
für den kürzesten Weg entschieden und bin so auf diese “Waldautobahn” mit Grünstreifen gekommen.

Kein Problem.
Die Piste ist breit genug und glatt.

Bei der teilweise sehr steilen Abfahrt habe ich mich gewundert, dass ich zuvor tatsächlich so viele Höhenmeter erobert hatte.

“Geier Sturzflug” war aber nicht.
Ich bremse lieber bevor es zu spät ist.
(Wer später bremst, ist früher platt.)

 

Duderstadt

In Duderstadt treffe ich direkt auf das eindrucksvolle Rathaus.

Auf der ausgedehnten Fußgängerzone
stößt man im Osten auf eine Kirche.

In Richtung Westen kommt man dann wieder am Rathaus vorbei ...

... und trifft neben einer weiteren Kirche,
die mich auch nicht interessiert hat,
auf diesen sehenswerten Platz mit 8 Wegweisern
und 27 Zusatzschildern.

 

Duderstadt ⇒ Bernshausen / Seeburg

 

Auf dem Weg aus der Stadt fahre ich auf diesem Radweg und ...
werde durch den unverschämten Taxifahrer nicht wirklich behindert.
Denn an der Stelle habe ich mit meinem Presslufthorn so viel Radau gemacht, dass er schleunigst zurück gesetzt hat.

Andernfalls hätte ich es ihm aber auch mal ganz deutlich erklärt.

Du nix Radweg.

Ich Radweg.

Kapiert?

Sonst!

 

Ortsdurchfahrten muss man bisweilen intuitiv flexibel gestalten. Wo der Bürgersteig breit genug ist, kann man ihn natürlich benutzen. Andernfalls bleibt halt nur die Fahrbahn.

Hier zweigt der Weg ab.
Weil 50 Meter weiter eine weitere Abzweigung ohne Wegweiser folgt, nutze ich die Gelegenheit und frage die Polizisten,
   
die dort mit ihrem VW-Bus stehen.
Zuerst, ob ich zu schnell gefahren bin.
Und dann nach dem Weg.
Sie erklären mir den Weg bis Seeburg so genau,
dass ich danach eine Karte zeichnen gekonnt hätte.

Obwohl ich jetzt gar keine Wegweiser mehr gebraucht hätte,
stehen am nächsten Ort selbstverständlich wieder welche
und die obligatorische Karte natürlich auch.

Bis Bernshausen (am Seeburger See)
muss ich dann wieder etwas Straße fahren ...

... und finde dort wieder Karte und Wegweiser.

Am Seeburger See ...

... führt ein Rundweg von Bernshausen nach Seeburg ...

...

...

... und von Seeburg ...

... wieder nach Bernshausen.

Da ist noch einer auf drei Rädern unterwegs.
Aber der tritt nur, damit der Elektromotor nicht stehen bleibt.

 

Seeburg / Bernshausen ⇒ Gieboldehausen

Weil ich keine Lust hatte, von Bernshausen nach Rhumspringe noch einmal über den Buckel zu fahren, zog ich einen Umweg über Gieboldehausen vor. Außerdem lockt dort eine Bude mit Leinemanns Bratwurst und gelegentlich muss man ja auch solche lebenserhaltenden Maßnahmen mit einplanen.

An der markierten Stelle geht der Radweg in einem leichten Linksbogen nach Wollbrandshausen, was man aber erst merkt, wenn man dort ist. Im rechten Winkel zweigt rechts der Weg nach Gieboldehausen ab. Den wollte ich eigentlich nehmen. Weil aber genau an dieser Abzweigung kein Wegweiser stand, bin ich natürlich nicht abgebogen. Woher hätte ich das denn wissen sollen?

In Wollbrandshausen habe ich den Fehler natürlich bemerkt. Und weil dort der direkte Weg nach Gieboldehausen auch nicht ausgeschildert war, sondern nur der, den ich gerade gekommen war, verlies ich zum ersten und einzigen Mal den offiziellen Radweg. Den Buckel, den ich gerade herunter gefahren war, wollte ich nicht noch mal rauf, nur um ihn auf dem anderen Weg wieder hinab zu fahren.

Dieser nicht beschilderte Feldweg ging etwa in die richtige Richtung und lies keine Wünsche offen. Also fuhr ich auf ihm einfach drauf los.

Kurz darauf fand ich den richtigen Radweg wieder
und folgte ihm.

Das Bild täuscht.
Am Radweg gibt es in Gieboldehausen eigentlich nichts auszusetzen und dieses “Hindernis” lies sich auch leicht umfahren.

Von Gieboldehausen nach Wollershausen
gibt es gleich zwei Wege zur Wahl.
Der eine führt ab Ortsende über die Straße
und macht einen Umweg.

Der andere führt direkt durch das Naturschutzgebiet.

Landschaftlich schön gelegen, ...

... aber unverkennbar keine Radler-Autobahn.

Ich habe mich trotzdem für diesen Weg entschieden,
bin halt entsprechend langsam gefahren
und hatte deshalb um so mehr Zeit die Gegend zu genießen.

Dann folgt eine wenig befahrene Straße ...

... über Wollershausen ...

... und Lütgenhausen ...

... nach Rhumspringe.

Das war's.

Fazit

“Radlerparadies Goldene Mark” wäre zwar etwas übertrieben, weil man doch öfter über Straßen statt Radwege fahren muss. Aber wenn man von der einen Stelle absieht, wo einen der fehlende Wegweiser verleitet falsch zu fahren, ist die Beschilderung fast überall wirklich vorbildlich.

Allein deswegen würde ich dort jederzeit wieder eine Tour unternehmen und kann es auch anderen nur empfehlen.

Und den Verantwortlichen hierzulande empfehle ich es ganz besonders, weil dann vielleicht irgendwann auch hier eine vorbildliche Beschilderung und Wegweisung erfolgt. Man soll ja die Hoffnung nie aufgeben.

Mir hat diese gemütliche Rundfahrt mit 50 km in 5 1/2 Stunden (inklusive Pausen) sehr viel Spaß gemacht und trotz der zahlreichen Steigungen fand ich sie nicht sehr strapaziös.

Da denke ich mit Grausen an die Zeit zurück, wo ich mich noch auf einem “normalen Upright” abgequält habe. Da bin ich nach 50 km vom Sattel gefallen und niemand hat mich vor Ablauf einer Woche wieder drauf gebracht, weil ich gerädert war.

Mit meinem Trike ist das ganz anders. Nach einem Kaffee habe ich mich gern wieder drauf gesetzt, um noch eine 12-km-Einkaufstour nach und in Bad Lauterberg zu unternehmen. Obwohl da bei der Rückkehr am Ende noch gut 800 Meter mit 5 bis 8 % Steigung zu überwinden sind. Aber auch dieser kleine Ausflug hat noch Spaß gemacht. Und für den Samstag hatte ich mir schon einen Weg in der Nähe mit bis zu 15% ausgesucht.

Siehe: Das Lepus ist kein Mountainbike (2. Teil)

Keep dry king!

 

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