rt-go: 2006-08-27

Tour d'Alsace

Ein Ausflug ins Elsass

Die Route kann man als
Elsass.gpx + elsass.kml
 herunter laden

und bei ansehen.

 

 

Vor geraumer Zeit hatte ich zufällig gelesen, dass es an der Grenze zum Elsass eine Gemeinde namens Scheibenhard(t) gibt. Sie liegt an dem kleinen Flüsschen Lauter. Und wie so oft, geht das Flüsschen mitten durch den Ort. Das Dumme an der Sache war nur, dass das Flüsschen die Grenzlinie zwischen Deutschland und Frankreich bildet und deshalb sehr lange Zeit die Gemeinde getrennt hat. Heute ist das zum Glück alles Geschichte.

Was lange beschlossen war, sollte am Freitag den 25.08.2006 nun endlich wahr werden. Wir wollten (nach ~110 Km Anfahrt) auf dem deutsch-französischen Radwanderweg zwischen Wissembourg und Lauterbourg eine Radtour machen und am Knotenpunkt in Scheibenhard beginnen.

Der Blick von der deutschen Seite nach Frankreich ...
 

... und von der französischen Seite nach Deutschland.
 

Wie man auf den Bildern sehen kann, hat es aber leicht geregnet und die geschlossene schwarze Wolkendecke, die auf den Fotos viel zu hell aus sieht, versprach gar keine Besserung.

Deshalb haben wir die Räder im Auto gelassen und sind (~50 Km weiter) nach Strasbourg gefahren.

  Unterwegs haben wir Ausschau gehalten und nicht weit vor Strasbourg in Kilstett im “Hotel Restaurant a La Couronne” ein angenehmes Zimmer gefunden.

Leider war das Restaurant geschlossen (Ruhetag).
 

Strasbourg

In der AVENUE DE LA PAIX darf die Straßenbahn auf dem Grünstreifen fahren. Im Hintergrund das Münster.
 

Hier sieht man die hochmoderne Straßenbahn und ... ein Fahrrad. Wenn wir gewusst hätten, dass es in Strasbourg inzwischen derart viele Radwege gibt ( und dass es nur ein Mal kurz nieselt ;-) ...

Nächstes Mal stellen wir unser Auto jedenfalls auf einem der zahlreichen Park+Radel-Parkplätze am Stadtrand ab und fahren mit dem Rad, anstatt uns die Hacken ab zu laufen. ;-)

Schön war es aber trotzdem.
 

Da kann man z. B. vor dem Münster Kaffee trinken.
(Oben waren wir früher schon, da muss man nicht jedes Mal hoch. ;-)
 

Oder man schlendert gemütlich durch das Gerberviertel,
LA PETITE FRANCE.
 

Das dürfte der schönste Platz sein ...
 

... und das die idyllischste Stelle an der Ille.
 

Am PLACE DE L'HOMME DE FER (Platz des eisernen Mannes)
ist es nicht ganz so idyllisch.
Aber Strasbourg ist ja auch eine Großstadt.

 

Gastronomische Erfahrungen am Rande

Weil das Restaurant in unserem Hotel an diesem Tag geschlossen war, hatten wir uns rechtzeitig danach umgesehen, wo wir unser Abendessen einnehmen könnten, und in Kilstett einen Hinweis auf das Restaurant “Au Cheval Noir” gesehen.

Dort kehrten wir also auf dem Rückweg von Strasbourg ein und sahen gleich, dass das kein billiger Abend würde.

Auf die Vorspeise zum Pauschalpreis von 13 Euro verzichteten wir ebenso wie auf die Nachspeise für pauschal 7,50 Euro. Als genügsame Menschen begnügten wir uns mit der Hauptspeise für pauschal 19 Euro und wählten die Kalbsmedaillons.

Die wurden dann mit Pommes, einem kleinen Röschen Blumenkohl, einem winzigen Stückchen Broccoli und Champignonscheibchen aus der Dose sehr übersichtlich serviert.

Nicht, dass es schlecht geschmeckt hätte, aber bei dem Preis erwartet man eigentlich frische Pilze und keine Schnippelpilze aus der Dose, wie man sie bei Aldi für 59 Cent bekommt.

Weil wir in der Fremde ja nie beratungsresistent sind und gerne Neues kennen lernen, haben wir auf Empfehlung des Chefs einen “schönen Riesling” getrunken. Die Flasche für 30 Euro, wie wir später auf der Rechnung lesen konnten.

Nicht dass er schlecht geschmeckt hätte, aber so “schön” war er dann doch nicht und für einen ganz normalen Riesling war der Preis durch nichts gerechtfertigt.

 

Fazit

Wer lernen will muss Lehrgeld zahlen
und sich merken, wo der Nepp zu schlägt,
damit er das Lehrgeld wenigstens nur ein Mal zahlt.

Merksatz:
Meide schwarze Pferde!
Und ganz besonders das in Kilstett.

 

Die Grenz-Tour

Weil es am Samstag Morgen ganz entgegen der Vorhersage des Wetterberichtes trocken, sonnig und fast wolkenlos war, wollten wir versuchen, doch noch unsere Radtour zu machen.

Wir starteten in Scheibenhard und fuhren
auf der französischen Seite in Richtung Westen.
 

Der Radweg ist ein breiter, asphaltierter Wirtschaftsweg, der an den Kreuzungen sogar “Vorfahrt” hätte. So sagen es jedenfalls die Schilder. Man sollte sich aber nicht darauf verlassen, denn Autofahrer (zumindest eine Autofahrerin) kümmert das überhaupt nicht. Radfahrer können ja aufpassen und warten, selbst wenn sie Vorfahrt hätten und außerdem von rechts kommen.

Ich hätte die Fahrerin sehr gern mal aus dem Auto gebeten, um ihr die Verkehrsregeln zu erklären. Aber so, dass sie sie auch versteht und in Erinnerung behält. Verständlicher Weise war sie aber zu schnell weg.
 

Unterwegs habe ich kurzfristig mein Dreirad ausgeliehen.
Das kriegt allerdings nicht jeder!
 

Weil im Westen bereits tiefe, dunkle Wolken im Anzug waren und es gut möglich sein konnte, dass der Wetterbericht doch Recht behalten würde, haben wir uns in Schleithal entschlossen, nicht nach Wissembourg weiter zu fahren. Das hätte nämlich rund 15 Km mehr bedeutet. Statt dessen haben wir die Querverbindung zur deutschen Seite genommen.
 

Da geht es zwar teilweise auf einer sehr kleinen Nebenstraße entlang, aber Autos sind dort recht selten unterwegs und folglich kein Problem.
 

Die Grenze. Hier führt eine alte und offensichtlich wenig genutzte Brücke über die Lauter. Ob da jemals eine Grenzkontrolle stattgefunden hat, ist nicht ersichtlich.
 

Der Weg führt als Privatweg durch ein Gehöft mit Mühle
und gleich anschließend auf eine reguläre Straße.
 

Gibt es etwas Schöneres als ein Radler im Gartenlokal?
 

Na klar! Aber nicht etwa zwei Radler, sondern:
Medaillons vom Rehbock mit Pfifferlingen, Spätzle und Salat.
Übrigens für 18 Euro.
Und der Salat war reichlich und die Pfifferlinge waren frisch.

Den Waldgasthof Bienwaldmühle können wir weiter empfehlen.

Auf der deutschen Seite geht's fast nur auf der L545 entlang.
Aber trotz des regen Verkehrs gibt es keine Probleme.

Am Ende haben wir wegen der Abkürzung
nur 16 Km auf dem Tacho.
Aber die haben richtig Spaß gemacht.
Und, wir radeln ja sowieso nur völlig nutzlos im Kreis herum
und nur zu unserem Vergnügen.

Fazit

Carpe diem!
(Nutze die Zeit und die Möglichkeiten!)

Und vor allem:
Meide die schwarzen Pferde!

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