|
Die Route kann man als
Ochtendung-Mayen.gpx
+ ochtendung-mayen.kml
herunter laden
und bei
ansehen.
Meiner eigenen Empfehlung folgend
(siehe: Ohne
Mühe durch die Eifel)
sind wir am Sonntag Morgen nach Ochtendung gefahren,
um die Strecke, die
ich zuletzt und zum zweiten Mal 2002
mit einem “Upright” gefahren war,
nun mit unserem Trike-Tandem
zu erfahren.

Die Strecke ist natürlich die gleiche geblieben,
aber in fünf Jahren ändert sich schon Einiges.
Und die Erfahrungen, die man mit einem “normalen” Zweirad macht
und die einem in Erinnerung
bleiben,
unterscheiden sich doch von dem,
was man mit einem Trike-Tandem erlebt.
Aber dazu später mehr...

Noch vor dem Start durfte ich einen Transportschaden beheben.
Die Kette hatte sich vom
Spanner getrennt und die Feder ausgehängt.
Also packte ich meine Plastikhandschuhe aus,
um alles zu
richten und trotzdem saubere Finger zu behalten.
So eine Feder muss ja gespannt und die Kette
aufgelegt werden. Ergebnis: alles ist gerichtet, aber die Finger sind dreckig,
weil die dünnen
Plastikhandschuhe nichts aus halten.
In Zukunft nehme ich also besser richtige Gummihandschuhe mit.

Erste auffallende Veränderung: Der Zug ist weg.
Dort wo er stand ist jetzt Rasen
und davor sind
ordentlich angelegte Parkplätze,
die auch reichlich genutzt werden.
Vor allem von Fahrzeugen mit
Fahrradträgern.
Jetzt kann's aber gleich los gehen.

Den Auftakt bildet eine Zugangssperre,
die schlimmer aus sieht als sie ist,
wir konnten
tatsächlich mit unserem Lindwurm durch fahren.
Wir mussten nur rechts etwas den Hang mit benutzen.

Die Eifel bietet den erwarteten Anblick: Hügel und Berge.
Und die Hügel muss man auch tatsächlich
überwinden.
Die ganze Strecke geht fast nie waagrecht,
sondern ständig leicht rauf oder runter.

Was mir nicht in Erinnerung war, sind sie zahlreichen Verbauungen.
Vielleicht sind sie auch erst neu errichtet.

Alle sind so breit angelegt, dass man kaum durch kommt.
Und weil das so ist,
hat man fast überall
den Weg davor und dahinter verbreitern müssen.
Da haben hochkarätige Denker
mit geballter Geisteskraft
unerbittlich zu geschlagen.


Sonntags ist bei so schönem Wetter viel Volk unterwegs.
Und die meisten Leute sind auch
ausgesprochen freundlich,
lachen und wünschen einen guten Tag.
Die meisten. - Aber nicht alle.

Da war auch eine verbiesterte Kneifzange dabei,
die uns Schlimmes angedroht hat für den Fall,
dass wir sie an der nächsten Schikane wieder behindern sollten.
(Dabei hatten wir sie überhaupt nicht behindert.
Die war sich nur selbst im Weg.)
Ich habe gelacht und
meine Frau hat
ihr einen schönen Sonntag gewünscht.
Uns tat der Mann Leid,
der diese Giftspritze die ganze Zeit
ertragen musste.
Hätte er doch wenigstens einen Integralhelm aufgesetzt! ...
Der Schützt
auch die Ohren.


Bei dieser Schikane wurde der Weg nicht verbreitert.

Aber dank der bei Trockenheit gut befahrbaren Wiese
kommt man durch.
Die verfüllten Löcher
zeigen,
dass die Gitter früher viel enger standen.
- Na bitte! -
Da tut sich doch was.
Geist schafft sich Raum.

Am Bahnhof von Polch ist man für den großen Ansturm gerüstet.

Um elf Uhr ist aber noch reichlich Platz. Da können wir in aller Ruhe unser Radler trinken und
vor dem großen Andrang weiter fahren.

Da drängeln doch schon wieder welche durch die Drängelgitter
und sind so mit diesem Problem beschäftigt,
dass sie gar keinen Blick für die Straße haben.

Dabei geht es doch so schön und ganz ohne Gedrängel,
wenn man die bescheuerten Drängelgitter
einfach weg lässt.
Solche Stellen haben wir auch zahlreich gesehen.
An einer kam sogar mal ein PKW.
Wir haben natürlich angehalten, um ihn durch zu lassen.
Aber der Fahrer hat ebenfalls gehalten
und
uns zuerst durch gelassen.
So oder so wäre es kein Problem gewesen.

In den beiden Tunneln hat sich was getan.
Das Licht ist deutlich heller geworden.

Jetzt kann man sogar Radler erkennen, die ohne Licht fahren.
Der Blitz der Kamera
lässt hier die Reflektoren
des vorderen Radlers aufleuchten,
den man in der Bewegung aber auch so
wahr nehmen kann.
Hinten kommt einer von weitem sichtbar
mit Licht.

Hier freuen sich welche, dass es bergab geht.
Die Freude heben wir uns für später auf.
Wir müssen
erst mal hoch nach Mayen.

Der Bahnhof Mayen Ost sieht zwar nicht gerade einladend aus,
aber da kommt ja auch noch
anderes...

... wie z. B. ein griechisches Lokal in der Fußgängerzone.
Obwohl wir unsere Räder zwischen Turm und Bank
eigentlich gut
getarnt abgestellt hatten,
wurden sie öfter belagert und bestaunt.

Da sind ja Zwiebeln dran.

Weg damit.
(Ich esse die ja sehr gern.)


Auf dem Marktplatz ist so viel Platz, ...

... dass sich die zahlreichen Cafébesucher gut verteilen.

Diese heftige Steigung auf dem Rückweg zum Ostbahnhof
ist leider unvermeidlich,
denn der liegt nun mal nicht unten in der Stadt,
sondern oben auf dem Berg.

Gerade erst hatte ich meine Frau gefragt,
ob wir mal eine kurze Pause einlegen sollten,
und die klare Antwort “nein” erhalten.
Gleich darauf fand sie die Idee doch ganz gut
und hörte auf zu strampeln.


Da standen wir dann und konnten uns vor Lachen kaum halten,
weil nun natürlich nichts mehr ging.
Nach der dann doch eingelegten Pause hatten wir aber
genügend Kräfte gesammelt, um den Rest zu schaffen.

Hier geht's raus.
Auch wenn's von ferne finster und geschlossen aus sieht,
ist es nur eine kurze Unterführung.

Der Betrieb auf dem Radweg hat über Mittag noch zugenommen.

Und manchmal sind auch total bornierte Zeitgenossen auf ihren Inlinern unterwegs,
die den Weg so lange blockieren, bis man zur Hupe greift.

Entdeckt jemand den Reiz der Landschaft?
Uns blieb er verborgen.

Gelegentlich muss man auch Pause machen.
Hier kann man endlich mal auf einer harten Holzbank sitzen,
damit der Hintern nicht zu sehr verwöhnt wird.


Kunst am Radweg.
Titel: “Reichtum” “Alla fort dann.”
(Sagt der Rheinhesse.) Fazit
Ich habe die Tour jetzt zum dritten Mal gemacht. Meine Frau hat sie zum ersten Mal
gemacht und auf Anhieb kapiert, dass man die nicht wiederholen muss. Die Landschaft ist nicht so
besonders reizvoll. Die Steigungen spürt man auf dem Trike-Tandem wesentlich deutlicher als auf einem
Zweirad. Die fast durchgehende Asphaltpiste ist zwar angenehm zu fahren, aber diese bescheuerten
Wegsperren müssten wirklich nicht sein. Die zahlreichen anderen Stellen ohne Sperren zeigen es ganz
deutlich. Und nun muss ich meine Empfehlung natürlich gründlich revidieren.
-
Wenn überhaupt, dann würde ich die Tour nicht an einem Sonn- oder Feiertag
machen. Da ist ja viel zu viel Volk unterwegs, das sich manchmal nur sehr mühsam dazu überreden
lässt, mal den halben Weg frei zu geben. Und es ist schon etwas lästig, wenn man dazu erst anhalten
und diskutieren muss.
-
Außerdem fahre ich diesen Weg frühestens wieder, wenn diese vorsätzlichen
Behinderungen und Verkehrsgefährdungen beseitigt wurden.
-
Und natürlich wäre es auch nicht verkehrt wenn die Hügel noch etwas eingeebnet
würden.


|