rt-go: 2010-06-05

Berlin

1. Tag ohne Rad
2. Tag mit Rad

Nach unserem Besuch im Spreewald
wollten wir die Gelegenheit nutzen
und auch noch kurz Berlin an sehen.
Denn vom Spreewald aus sind das keine 100 km.
Von uns dagegen mehr als 600.
Und die fährt man ja nicht einfach mal eben.

Die Stadt ist schnell erreicht.

Die Durchfahrt bis zum Ziel in Weißensee
zieht sich zwar ein Bisschen,
macht aber dank Navi keine Probleme.

Unsere Unterkunft hatten wir in der
Pension Haus Bielke
in Weißensee gebucht.

 

1. Tag ohne Rad

 

Von unserer Unterkunft aus kann man mit dem Bus Linie 156
und der Tram M2 bequem die 6 km
zum Alexanderplatz mitten in Berlin zurück legen.

Blick vom Alex auf die S-Bahn und den Fernsehturm.

Das Rote Rathaus.

Davor wird gebuddelt.
Da müssen wir halt noch mal wieder kommen.
2017, wenn es dann fertig ist.

Der Neptunbrunnen.

Die Marienkirche.

 

Der Alte Fritz reitet für Deutschland.
Oder war das der Neckermann?
Und der Alte Fritz nur für Preußen?
Na egal.
Ohne seine alte Kappe
hätte ich ihn jedenfalls gar nicht erkannt.

Unter den Linden.

Das Brandenburger Tor.
Vom Osten gesehen.

Und vom Westen.

Die Straße des 17. Juni.

Das Reichstagsgebäude.

Die Schlange davor hat uns bewogen,
nicht zu überprüfen,
ob wirklich bis 22 Uhr Einlass ist.
Wir wollten ja noch etwas mehr von Berlin sehen.

Angies Waschmaschine.

Das russische Ehrenmal.
Ohne Ehrenwache.
Die Russen sind weg.
Vermisst die jemand?

Blick nach Osten.

Keine Tiere im Tiergarten.
Nur Zweibeiner.

Und natürlich Radler.

 

Am Potsdamer Platz.

Saufen und fahren geht doch.

Was nützen die Nummern,
wenn alle durcheinander fahren?

Gut und günstig im mexikanischen Restaurant.
Eine mexikanische Tomatensuppe, ein Getränk und
ein mexikanisches Bauernomelette für schlappe 6,90.
Und geschmeckt hat es auch.

Das Holocaust-Denkmal.

Am Berliner Dom.

Weil die DDR ja schon lange passé ist,
haben wir uns das Museum gespart.

Aber eine Rundfahrt musste sein.
Wegen der frischen Luft und der Möglichkeit,
unterwegs die Dehydrierung zu bekämpfen,
haben wir das Boot dem Bus vor gezogen.

Beim Hackeschen Markt.

Strandbad Mitte.

Und noch mehr Strandbad.

Auffallend war, dass in all den Bädern
kein Wasser zur Anwendung kam.
Innerlich nicht
und von außen schon gar nicht.

Angies Waschmaschine von hinten.

Der Hauptbahnhof.

Und wieder ein “Strandbad”.

“Bitte sitzen bleiben!”
Sonst ertönt ein Gong.

Die Rundfahrt war schön ...

... und hat sich gelohnt.

Mit diesem netten Rikscha-Fahrer waren wir schnell einig.

Gefahren ist dann aber der ebenso nette Kollege.
Der war halt dran.

Rikschas kann man in den verschiedensten Ausführungen sehen.
Das rechte führt sogar ein Fußstühlchen mit,
damit das Ein- und Aussteigen nicht so beschwerlich ist.

Ein Treffpunkt für “Insider”.
Wir blieben outside.

Dafür geht es durch die Hackeschen Höfe.

Eine Idylle in der Großstadt.
Wenn einen die vielen durchfahrenden Rikschas nicht stören.

Mit dem Fesselballon könnte man in die Luft gehen.

Die kann einem aber beim Anblick der Schulden-Uhr
glatt weg bleiben.
Und dabei stammt dieses Bild noch aus besseren Zeiten.
Denn inzwischen ist die Schulden-Uhr natürlich weiter gelaufen.

Ein Rest der Berliner Mauer.

Der Verlauf der Mauer ist in ganz Berlin markiert.

Der berühmte Checkpoint Charly
gleicht weniger einem Mahnmal, ...

als einer Rummelplatz-Attraktion.

19 Uhr 16.
Ein Abendständchen am Alex.

Der erste Tag in Berlin geht zu Ende.
Auch wenn wir mit Bus und Tram und außerdem
noch mit Boot und Rikscha unterwegs waren,
sind doch etliche Kilometer zu Fuß zusammen gekommen.

 

2. Tag mit Rad

Die Erfahrungen mit dem Verkehr vom Vortag
haben nicht nur mich,
sondern sogar meine Frau davon überzeugt,
dass man in Berlin mit dem Rad fahren kann.

Also haben wir unseren Lindwurm montiert
und sind los gestrampelt.

Die Gustav-Adolf-Straße liegt noch etwas außerhalb
und ist sehr ruhig.

Da kann man problemlos auf der Straße fahren.
Man könnte aber auch den Bürgersteig benutzen.

In der Prenzlauer Allee sind dann schon separate Radwege ...

... und geregelte Kreuzungen.

Im Zentrum darf man auch die Busspur benutzen ...

... oder ganz normal mit dem Verkehr mit fahren.

Überhaupt kam es uns so vor,
als ob die Radler die meisten Freiheiten hätten.
Straße, Busspur, Radweg, Fußweg,
alles ist ok.
So lange man sich vernünftig verhält gibt es gar keine Probleme.
Und Regeln sind so flexibel wie die Berliner.

Radwegweiser gibt es natürlich auch.

Am Gendarmenmarkt stehen drei Kirchen.
Aber wen interessiert das?

Das Refugium ist sehr viel einladender.

Unter den Linden kann man sehr schön in der Mitte fahren ...

... und schon von weitem
die Quadriga auf dem Brandenburger Tor sehen.

Auf dem Pariser Platz ist ein großes Biker-Treffen.

Im Tiergarten ist man dagegen fast schon einsam.

Aber nur fast.

Denn am Samstag wird hier gegrillt.

Schloss Bellevue.

Nu is er weg.

Und wer macht uns jetzt den Horst?

Bei der Gold-Else ist die Straße schon gesperrt,
weil am Sonntag die 34. Fahrradsternfahrt statt findet.
Tausende kommen dann aus allen Richtungen herbei geradelt
und treffen sich alle hier.

Gut, dass wir dann schon weg sind.

Nachtrag:

Nach Angaben des Veranstalters ADFC
haben rund 200.000 Radler Teil genommen.

Hier sind Bilder und hier Videos.

Auf jeden Fall ist jetzt wieder mal der Beweis erbracht,
dass man mit Rädern genau so die Straßen
verstopfen kann wie mit Autos.

Allerdings ohne nennenswerte Abgase.

 

Werbung für den Hirtenzug 2010.

Beim Lortzing steht eine schöne Bank,
auf der man mal in Ruhe
und ohne störenden Fahrtwind
die Zeitung lesen kann.

Die Siegessäule wurde für alle gewonnenen Kriege errichtet.

Na gut, irgendwo muss die Else ja drauf stehen.
Und so sieht man sie wenigstens von weitem.
Jedenfalls, wenn sie nicht verpackt ist.
Aber weil da schon etwas der Lack ab ist,
muss sie halt renoviert werden.

Das ist ein Radweg!
So einen will ich auch!

Und hier ist er blockiert.

Deshalb bin ich vorsichtig dazwischen
bis zu dem Falschparker vor gefahren,
damit ich mich Auge in Auge mit ihm unterhalten konnte.
Der Dialog war ganz freundlich und gelassen
und äußerst sparsam aber effektiv.
Nach einer Weile:
Er: “Ich stehe hier verkehrt.”
Ich: “Ja, hier ist Halteverbot.”
Nach einer kurzen Denkpause
hat er sein Auto so weit zurück gesetzt,
dass wir durch fahren konnten.

Der Eingang zum Berliner Zoo.

12 Uhr 40.
Die Biker ziehen mit Polizeieskorte ab.

Wir sind an den Resten der Gedächtniskirche angelangt.

Da haben wir unseren Lindwurm abgestellt ...

... und schnell gesehen, dass es nicht viel zu sehen gibt.

Souvenirs brauchen wir auch nicht.
Aber eine Currywurst
kann einem schon über die Runden helfen.

Für einen ordnungsgemäßen Ablauf ist gesorgt.

Der berühmte Kudamm bietet keinerlei Verlockungen.

Deshalb drehen wir wieder um und
schlängeln den Lindwurm durch den Verkehr.
Linke Spur, wenn rechts alles dicht ist.
Das geht ohne Probleme und ganz ohne Stress.

Bis zum nächsten Haltepunkt zur Regulierung des Wasserstandes.

Noch ein Kontroll-Besuch im Tiergarten.
Das Grillgut braucht wohl noch etwas.

Der weiß wie man einen Backenspalter entschärft.

Ein Abstecher zum jüdischen Viertel.

Beim Tacheles stellen Künstler ihre Werke aus.
Amüsant an zu sehen.
Aber wir haben keinen Bedarf.
Rostige Fahrräder haben wir selbst.

Die Neue Synagoge lassen wir links liegen ...

... und wenden uns lieber einer anderen,
aber besonders wichtigen Beschäftigung zu:
Nachtanken, was bereits verdunstet ist.

In den Hackeschen Höfen gibt es einige Ecken, ...

... die wir noch nicht gesehen hatten.

Auch der Hackesche Markt ...

... ist ganz interessant, ...

... erinnert uns aber vor allem daran, ...

... dass wir schon geraume Zeit nichts mehr gegessen haben.

Gut gestärkt radeln wir zu unserer Bleibe zurück
und freuen uns über einen rundum gelungenen Tag.

Übrigens,
beinahe hätte ich das vergessen:
Unser Tacho zeigt,
dass wir bei unserer Tour durch Berlin
über den Tag verteilt
42 km zurück gelegt haben.

Das hat aber wirklich nur unser Tacho gemerkt.
Wir hatten nur Kurzweil und Spaß.

 

Die Heimfahrt am nächsten Tag
ist dann wesentlich weniger amüsant.
Die zahllosen Staus, immer vor den Baustellen,
kosten sehr viel Zeit und Nerven.

 

Fazit

Berlin ist einfach super.

Von allen Hauptstädten, die ich kenne,
und ich kenne schon einige,
gefällt mir Berlin am besten.

Und zum Radeln gibt es auch keine bessere.
Da kommt Berlin noch vor Wien und Amsterdam.

Was uns noch fehlt sind die “Erfahrungen” im Berliner Umland.
Schade, dass das auch nicht näher liegt.
Aber nichts kann uns davon ab halten,
die Gegend dort auch noch unsicher zu machen.

Kommt Zeit, kommt Trike.

 

Übrigens

Fall jemand unser
“planloses Herumgecruise”
exakt nachvollziehen möchte,
kann er unsere Route als
 Berlin-Runde.gpx
+
Berlin-Runde.kml
herunter laden
und außerdem bei

betrachten.

Trotzdem viel Spaß!

 


Keep dry king!

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