rt-go: 2008-03-17

Steigungsmessung

Manchmal muss ich, auch wenn mir das natürlich weniger Spaß bereitet, einen Berg hoch strampeln. Hinterher wüsste ich dann gerne, wie groß die Steigung war. Nicht, um mich damit zu rühmen, sondern einfach nur, um es zu wissen und bei Bedarf auch Auskunft geben zu können.

Deshalb habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie man unterwegs die Steigung messen kann und bin letztlich zu dem Schluss gekommen, dass eine Libelle, wie sie in einer Wasserwaage verwendet wird, ein entscheidender Bestandteil des Messgerätes sein müsste und eine daran angebrachte Skala die Lösung des Problems wäre. Ich hatte jedoch keine Ahnung, wie ich dieses Messgerät konstruieren könnte und wusste auch nicht, dass das gar nicht nötig war.

Da ergab es sich zufällig, dass zwei nette Bekannte in Holland eine Fahrradmesse besuchten. Dort sahen sie u. a. dieses “sky mounti” genannte Zubehör.

Und, ohne dass wir je darüber geredet hätten, dachten sie spontan, dass mir das Gerät gefallen könnte, brachten es mit und schenkten es mir.

Meine Freude war groß. Aber bevor ich das Gerät einsetzen konnte, musste ich ein kleines Problem lösen. Es war so konstruiert, dass man es einfach an ein 22 mm starkes quer laufendes Rohr, also z. B. einen Lenker, schrauben und dort auch bequem justieren konnte. Bei meinem Trike musste es jedoch an ein 50 mm starkes längs laufendes Rohr montiert werden. Und dieses hat auch noch eine Steigung, die mit dem oben erkennbaren Vorlauf des Gerätes etwa 20% ergibt und natürlich genau justierbar ausgeglichen werden muss. Das Unterteil des “mounti” war dabei überflüssig.

Die erste Skizze, die dem Hirn beim Denken hilft, zeigt noch viel zu viele spezielle Einzelteile. Die wären nur schwer zu beschaffen und mühsam zu verbinden gewesen. Deshalb kam ich auf die Lösung, “alles” aus einem Stück zu fertigen.

Dazu genügte ein Rest Alublech, ...

... auf das ich mit dem CD-Schreiber den Umriss übertragen ...

... und dann mit der Flex ausgeschnitten habe.

Der Rest der Form war mit einer schlanken Zange
und meinen sensiblen Fingerchen schnell hin gerichtet.

Das “mounti” passt. Da fehlen nur noch die Schrauben.

Kunststoff ist noch leichter zu bearbeiten als Alu.
Also habe ich das Langloch zur Justierung in den Kunststoff gemacht.

Weil man zum genauen Ablesen
mit dem Kopf senkrecht drüber sein muss,
kam das Teil zwischen Sitz und Tacho ans Rohr.

So lässt es sich relativ bequem ablesen.

Es sitzt allerdings etwas ungünstig an der Stelle,
an der beim Auf- und Absteigen der Fuß über das Rohr muss.

Über die Lebenserwartung des “mounti”
kann ich deshalb noch keine genauen Angaben machen.

Anmerkungen

  • Weil das Lepus gefedert ist, muss die Justierung natürlich unter Last erfolgen. Weil das “mounti” bequem erreichbar ist, macht das aber keine Probleme. Und man kann im Sitzen arbeiten.
  • Während der Fahrt ist eine genaue Ablesung nicht möglich, weil die Luftblase bzw. das Öl in der Libelle immer etwas hin und her schwappt. Der Kopf des Fahrers vermutlich ebenfalls. Aber an der steilsten Stelle zum exakten Ablesen anhalten zu müssen, ist doch ein prima Vorwand für eine kleine Verschnaufpause, die man bei Bedarf sogar noch durch schriftliche Notizen verlängern kann, ohne sich als Warmduscher verdächtig zu machen.


 

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