rt-go: 2008-04-26

SPEZI 2008

26.04.2008

Internationale Spezialradmesse in Germersheim

Nach meinen Erfahrungen vom Vorjahr wollte ich mich weder auf eine nicht vorhandene Beschilderung noch auf meine nicht vorhandene Erinnerung verlassen. Statt dessen wollte ich die Fähigkeiten meines neu erwobenen “Navis” nutzen. Weil dieses aber mit “Stadthalle” nichts anfangen kann, wollte ich die Straße eingeben. Eigentlich wäre das eine ganz einfache Sache, wenn irgendwo die oder eine Straße angegeben wäre. Aber weder auf dem Einladungsprospekt, der mir per Post zugestellt wurde, noch auf der Website (SPEZI) ist eine Straße angegeben.

Nach diversen Umwegen bin ich dann mit Googles Hilfe über “Stadthalle Germersheim” zum Stadtgarten-Restaurant und dort im Impressum zur Adresse: “Tournuser Platz 3” gekommen. Damit hatte mein Navi dann keine Probleme.
So einfach ist das.

Weil ich ja wusste, dass es vor Zehn noch Parkplätze gibt, war ich um Halb Zehn vor Ort. Leider war dort wo ich letztes Jahr noch einen schönen freien Platz gefunden hatte, inzwischen ein großer Rohbau errichtet. Und rundum waren die Straßen abgesperrt, damit keiner der Spezi zu nahe kam. Aber mit etwas Glück habe ich dann trotzdem noch ein Plätzchen in der Nähe gefunden.

Vor der Halle war noch nicht viel los. Nur die Aussteller waren mit dem Aufbau beschäftigt. Obwohl offiziell erst um 10 Uhr geöffnet wird, durfte ich schon vorher meinen Obulus von 8,50€ entrichten und in die Hallen rein. Wenn noch kein Trubel ist, hat man viel mehr Übersicht.

 

Sensationelle Neuigkeiten?

Eine Neuigkeit hatte ich gleich entdeckt. Sie beschäftigt sich mit einem Problem, das auch mich beschäftigt. Der “Tote Punkt”. Am Wendepunkt der Pedale kann man leider keine Kraft einleiten. Am äußersten Punkt z. B. könnte man treten bis das Pedal ab bricht, aber keinen Vortrieb erzielen.
Dieses lästige Problem merkt man z. B. beim Anfahren, wenn's eben nicht geht, oder am Berg,
wenn die Pedale nicht mehr rund gehen.

Hier hat einer versucht, das Problem durch einen quasi Linearantrieb zu lösen. Weil die Linearbewegung aber dann doch wieder auf eine Kurbel wirkt, bleibt das Problem unverändert bestehen. Die ovalen Kettenblätter sorgen zwar für eine wechselnde Belastung der Pedale, bringen aber unter dem Strich nicht viel. Und die starren Pedale an den Pleueln zwingen den Füßen sogar eine Bewegung auf, die die Fußgelenke völlig unnötig belasten und keinerlei positive Wirkung haben.

Schade, schon wieder ein Schuss in den Ofen.

Dafür bleibt aber die Chance auf ein Patent
für die wahre Lösung des Problems.

 

Es scheint einen Trend zu Velomobilen zu geben

Hier das neue Thunderstorm von bike-revolution.at.

Eine Leitra-ähnliche Verkleidung ...

... auf dem “Mad Max Evo 1”.

Diverse andere Velomobile werden in der Halle bestaunt ...

... und “anprobiert”.

Aber auch vor der Halle werden etliche neue und alte Modelle von Velomobilen gezeigt und ausprobiert.

Hier eine ganz außergewöhnliche Zweirad-Konstruktion.
(Vermutlich eine Einzelanfertigung.)

Nachtrag:
Jemand hat darauf hin gewiesen, dass das doch keine Einzelanfertigung war. Bei velomobile.de findet man dieses Bild:

Und den Kommentar: Ein Velomobil der ersten Stunde ist das “Veleric”. Es wurden zahlreiche Exemplare gebaut, die aber kaum Absatz fanden.

Auch sonstige “Basteleien” sind zu bestaunen und
können Anregungen für eigene Konstruktionen geben.

Hier ein “gemeufelter” Streamer aus weichem Schaumstoff.

Anhänger waren diesmal eher spärlich vertreten.
Dafür konnte man ein “Long John” sehen,
das jetzt von Monark weiter gebaut wird.

Zweiräder waren natürlich auch zahlreich vorhanden.
Dieses fand relativ wenig Interesse.
Vermutlich war den meisten Besuchern klar,
dass dieses extrem leichte Teil
in Euro gemessen extrem schwer wiegt
und außer zu Rennen
(oder zum Angeben)

zu nichts zu gebrauchen ist.
 

 

Trikes sind im Kommen

Jedenfalls waren etliche “neue” Firmen mit ihren Modellen vertreten.

 

 

   Hier ein Delta-Trike mit Frontantrieb und Hecklenkung, das man sich wohl eher nicht merken muss, weil ...

die Hecklenkung zwar auch ihre Vorteile hat, aber sehr gewöhnungsbedürftig ist.

Und vor allem: Mit dem nur schwach belasteten Vorderrad wird man mangels Traktion die Steigungen wohl häufiger verfluchen als erklimmen.

 

Der Trend bringt auch Anbieter von Billigprodukten auf den Markt. Kein Problem. - Man darf halt nur nicht erwarten,
dass man etwas bekommt, was man gar nicht bezahlt hat.

 

Außergewöhnliches

Dieser “Einkaufsstepper” stand nur am Rande
und war nicht zum Verkauf angeboten.
Er zeigt aber, wie auch das Sägerad dahinter,
was mit Phantasie alles machbar ist.

Auch dieser Bremsen-Feststeller aus einem Stück Abwasserrohr hat mir sehr imponiert.

Eine ganz andere Art des Kindertransportes.

Und eine ganz andere Art von Kinderdreirad.

 

Aber nicht alles was erdacht und gebaut wird,
überzeugt auch auf den ersten Blick.

Und manchmal führt auch der zweite nicht weiter.

Dieses Sonnendach ist offenbar ein Exportmodell
für die Länder am Äquator,
wo die Sonne senkrecht steht,
und der Schatten den Kopf trifft.

 

Wetterschutz

Trotz Trend zum Velomobil
wird der Wetterschutz mit einfacheren Mitteln
wohl immer ein aktuelles Thema bleiben.

Hier eine bereits weithin bekannte Lösung
mit Streamer und Cape.

Hier eine aufwändige Konstruktion,
die, ausreichend Platz vorausgesetzt,
 zum bequemeren Aufsitzen
zur Seite geklappt werden kann ...

... und seitlich viel frei lässt.
Kein Problem. - Der Regen weiß ja,
dass er nur von vorne kommen darf.

 

Was mir aufgestoßen ist

Einige Ausstellungstücke in den Hallen durfte man nur betrachten. Wenn man nur mal aufsitzen wollte (und nicht mehr) wurde man auf die Möglichkeit der Probefahrt außerhalb verwiesen.
Ich habe dann natürlich verzichtet, weil ich nur für's Probesitzen draußen nicht extra Schlange stehen wollte.

Ich denke, dass es auch anderen so erging und dass sich
die Aussteller mit dieser unfreundlichen Haltung
keinen Gefallen tun.

 

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt,
dass es auch wieder Shuttle-Dienste gab.
Hier der Kettwiesel-Lindwurm.

Und Trikerennen gab es selbstverständlich auch wieder.

 

Zum krönenden Abschluss

Hinter einem Pavillon konnte man Hanno Hirschs Liegerad bewundern. Das mit der “optischen Diebstahlsicherung”.

Es lebe der Meufel!
Und wenn er nicht gestorben ist,
dann meufelt er noch heute.

 

Mein Fazit

Mir hat die Spezi wieder Spaß gemacht.
Ich habe zwar keine großen Neuigkeiten finden können,
Aber die kleinen sind ja auch interessant.
Und dem Treiben vor der Halle zu zu sehen,
macht so viel Spaß,
dass das allein schon den Weg rentiert.

Ein “Mitbringsel” habe ich natürlich auch wieder:
ein laute Klingel für das Rad meiner Frau.
Noch eine.
Aber sie hat ja auch noch ein zweites Rad.

 zurück  Index 2008

Kocher-Jagst-Radweg

Alles gesehen - nix kapiert - alles von vorn gucke!

zur Homepage / Neustart:
rt-go-Homepage