rt-go: 2013-05-05


 

Gau-Odernheim ⇒ Nierstein ⇒ Oppenheim ⇒ Alsheim
⇒ Herrnsheim ⇒ Alsheim ⇒ Gau-Odernheim

~70 km   ~384 Hm


Die Route kann man als

Rheinradeln.gpx + Rheinradeln.kml

herunter laden

und bei betrachten.
 

Es war die sechste Veranstaltung von Rheinradeln
und ich bin kein Fan von Massenveranstaltungen.
Aus meinen eigenen Erfahrungen s.
Deutsche Weinstraße (autofrei)
und Berichten über solche “Events” weiß ich,
dass so was eigentlich nicht mein Ding ist.

Außerdem (s.o.) war mir klar,
dass man beim Rheinradeln auf der ganzen Strecke
nicht ein einziges Mal den Rhein zu sehen bekommt.
Aber bei dem Wetter (zum Eier legen)
musste ich natürlich etwas mit dem Rad unternehmen.
Und weil ich noch nie beim Rheinradeln dabei war
und die An- und Abreise mit meinem Trike bewältigen konnte,
wollte ich mir den Trubel mal antun.

Außerdem war ich mir relativ sicher,
dass ich auf der Tour weder hungern noch dürsten müsste,
was sonst eher selten garantiert ist.

Auf geht's.
Wenn ich kurz nach 10 Uhr in Oppenheim sein will,
muss ich kurz nach 8 Uhr starten.
Aus Erfahrung kalkuliere ich immer mit ø 10 km/h.

In Gau-Odernheim war die Rückkehr des Mittelalters angedroht.

Kein Problem, ich kenn' ja den Fluchtweg.

Der sieht zwar nicht verlockend aus,
aber das ist ja wie immer.

Ein häufiger Anblick in Rheinhessen.

Noch ein häufiger Anblick in Rheinhessen.

Zwischen Friesenheim und Dexheim.

Einmal muss man eine Straße (K39) überqueren.
Aber obwohl ich die nun schon unzählige Male überquert habe,
wundert es mich jedes Mal wieder, dass das einfach so möglich ist.
Da muss doch ein vernünftiger Mensch an verantwortlicher Position
die Hirnamputierten daran gehindert haben,
sich mit Verkehrshindernissen und Schikanen aus zu toben.
Es gibt also doch noch welche, die ihr Hirn zum Denken benutzen.
Wenn auch viel zu wenige.

Die “Bahntrasse” nach Nierstein.

In Nierstein am Rhein.
Mein einziger Blick auf den Rhein an diesem Tag.

In Oppenheim sucht man vergeblich nach Hinweisen.
Aber wenn man in südlicher Richtung fährt,
kommt man irgendwo auf die gesperrte Route, die frühere B9.

Ein heißer Job, wenn die Sonne so runter knallt.

Sogar die Polizei ist mächtig im Einsatz.
Die hat sicher auch mal einen gemütlichen Sonntag verdient.

Am Ortsausgang verteilt das EWR kostenlos Wasser.
Das fand ich ausgesprochen nett und sehr nützlich.

Der Service-Fahrer hatte es leicht.
Der hatte ein E-Bike.
So was will ich auch.

Ich war kurz nach 8 Uhr ohne Frühstück los gefahren und hatte nun,
nach 27 km, um 11 Uhr das Schlossgut Schmitt in Guntersblum erreicht.
Da fand ich es ganz selbstverständlich,
dass mir das erste fertige Bratwürstchen zu stand.

Irgendwann muss man ja mal mit den lebenserhaltenden Maßnahmen beginnen.

Weil dann aber dauernd neue Radler dazu kamen,
habe ich mich auf und davon gemacht.

Oh je, wenn die alle “einfallen”, reichen die Würstchen nicht.

Der Service im Einsatz.

In Mettenheim wird sogar das Tempo gemessen.

Aber viel mehr als Tempo 14 war da nie zu sehen.

Eine Hochzeitsgesellschaft musste einige Einschränkungen ertragen.

Wenn man unterwegs nette Bekannte trifft,
kann man sogar mal die Kamera aus der Hand geben.

Und dann kommt man auch mal von hinten, ...

... und von vorn auf's Bild.

Und wenn man so da steht und sich unterhält,
bietet man sich natürlich geradezu als Opfer dafür an,
dass man von einer jungen Dame von der Presse befragt wird.

Menschen gibt es!?
Da hatte einer die tolle Idee, mal am Mittelstreifen an zu halten,
um in aller Ruhe nach seinem Rad zu sehen.
Die ganze zughörige Sippschaft hielt dann natürlich auch an,
um auf ihren Kumpel zu warten.
Und alle anderen Radler?
Na, die konnten natürlich machen was sie wollten.
Nur halt nicht vorbei.

An manchen Orten gibt es allerdings auch ein gut organisiertes Chaos.

Schön, dass man da nicht halten muss, ...

... sondern sich auch langsam durch wühlen darf.

Auf freier Strecke.

Kurz vor Herrnsheim muss man eine kleine Steigung hoch.

Oben ist dann “Ende der Fahnenstange”.
Die Straße ist gesperrt.

Da wird man einfach vergenotwendigt,
ins Herrnsheimer Schloss zu fahren.
Und die zahllosen abgestellten Räder verraten,
dass schon ein paar Leute da sind.

Aber da muss man halt durch.

Rummel pur.

Eine Ausfahrt gibt es natürlich.
Aber keinerlei weitere Wegweisung.

Offenbar endet hier das “Rheinradeln”,
obwohl es ja laut Ankündigung bis Worms gehen sollte.

Da bleibt einem nur die Umkehr.

Noch einmal durchs Getümmel

und dann aber nix wie weg.

Diese Wegweiser werden heute nicht gebraucht, zeigen aber, wo man sich befindet.

Hallo! – Man sieht sich.

Auf dem Hinweg hatte ich Gegenlicht.

Nun habe ich Gegenwind, aber den sieht man auf den Bildern nicht.

Und wenn es leicht abwärts geht,
ist er auch eher erfrischend als störend.

Um 14 Uhr 20 in Alsheim verspüre ich in der Leibesmitte eine gewisse Leere.

Aber für solcherlei Vorkommnisse ist man hier gerichtet.
Ein zweites Bratwürstchen und eine Schorle finden bequem ihren Platz.

Dieses Schild hatte ich gerade erst im Vorbeifahren gesehen.
Irgendwie hatte es sich eingeprägt und führte nun,
während der Pause, zu folgenden Überlegungen:

Bis Nierstein weiter und dann den üblichen Weg zurück fahren hätte bedeutet,
noch etwa 32 km weiter strampeln, um das zu sehen,
was ich bereits gesehen hatte und zum größten Teil schon auswendig kenne.

Die “Diretissima” fahren hätte bedeutet, 20 km sparen,
aber dafür eine lange Steigung und Frust riskieren.
Ich wusste, dass die Steigung über 600m bei 9% liegt
und sich dann noch mit 2% über 3km weiter hin zieht.
Natürlich ist das zu schaffen.
Da stellt sich nur die Frage, ob es auch Spaß macht,
oder ob der auf der Strecke bleibt.

Bisher hatte mich die lange Steigung immer abgeschreckt.
Nun wollte ich es wissen.

Von oben sieht es wie Gefälle aus.

Aber “oben” ist das noch lange nicht.

Die Steigung zieht sich ...

... und zieht sich, bevor es nach fast 4 km Steigung endlich wieder abwärts geht.

Auf der letzten Etappe zwischen Hillesheim und Gau-Odernheim.

Auch hier sind andere Radler unterwegs.

Fast geschafft.

Hurra, ich bin daheim.

 

Fazit

Ich habe es erneut fest gestellt:
Solche Massenveranstaltungen sind nicht mein Ding.

Wenn Tausende Radler auf der Straße von Ort zu Ort
und von Rummelplatz zu Rummelplatz fahren,
bleibt doch irgendwie der Genuss auf der Strecke.

Etwas Spaß hat es aber trotzdem gemacht.
Deshalb kann es durchaus passieren,
dass ich mir das irgendwann wieder mal antun werde.
Es wird jedoch sicher nicht zur Gewohnheit.

Aber, was soll's?

Keep dry king!

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Dithmarschen im Juli 

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