rt-go: 2008-02-01

“Yetis Schluppen”

(Pedal-Umbau 3)

“Pedale, die man auch barfuß fahren kann,
wären natürlich absolut nicht verkehrt.”

(sagt Yeti)

 

Auch wenn man sie nicht barfuß benutzen konnte, ...

... war die zweite Version meiner Pedale ...

... absolut zufrieden stellend.

Genau deshalb haben sie auch einige Interessenten gefunden, die ebenfalls keine “Klickies” wollen. Sie wollen, wie ich, mit den Schuhen oder Latschen fahren, die sie zufällig gerade tragen, oder die ihnen bei der jeweiligen Witterung am angenehmsten sind. Und wenn sie absteigen, wollen sie ganz normal umher laufen und nicht auf Klickplatten herum “eiern”.

 

Konsequenz: Kleinserie

“Änderungen, die dem Fortschritt dienen, bleiben vorbehalten.”

Jeder kennt diesen Hinweis. Und er gilt natürlich auch für meine Pedale. Die erste und zweite Version waren aus der Praxis heraus nach der Methode “Versuch und Irrtum” entstanden. Jetzt wo weitere Exemplare angefertigt werden sollten, stellte sich selbstverständlich auch die Frage, ob sich da nicht noch etwas verbessern ließe, um einerseits Material und Geld zu sparen, und andererseits vielleicht sogar den Anwendungsbereich in Richtung barfuß zu erweitern.

 

Die Erfahrung hat (bei uns jedenfalls) gezeigt, dass in der Regel jeder sein Rad fährt. Und wenn er es erst mal an die persönlichen Bedürfnisse angepasst hat, gibt es gar keinen Grund, noch irgend etwas daran zu verstellen. Ähnliches gilt für die Pedale, die zwar zu den Füßen passen, aber nicht verstellbar sein müssen.

Daraus folgt dann, dass die Aluplatte nicht unten verstellbar angeschraubt werden muss, sondern oben fest angenietet werden kann. Auf diese Weise vereinfacht sich die Konstruktion, es werden nur noch halb so viele (teure und verlierbare) Schrauben gebraucht und die Trittfläche ist eben und fast schon barfuß-tauglich.

 

Die Konstruktion

Um die passende Größe zu ermitteln, habe ich die Umrisse verschiedener Schuhe auf einen Karton übertragen. Daraus ergab sich schließlich die Vorlage für “Yetis Schluppen”.

Hier wird der Unterschied zwischen
“Fuß”- und Pedal-Breite besonders deutlich.

Die Differenz wird durch zwei Winkelschienen,
welche die Fußplatte tragen, überbrückt.

So sieht ein Pedal (das linke) dann
fertig zusammen genietet von unten aus.

Hier das rechte von der Innenseite.

Um die Platte fast auf der ganzen Länge zu stabilisieren,
wurde der Rand von der Ferse bis etwa zur Pedalmitte verlängert.

Von der Seite sieht es sogar fast schon elegant aus.

Na ja, fast.

Ok, ich geb's ja zu:

“Sieht aus wie Gerät aus Abteilung
Waldbrandbekämfungsmittel
wo Yeti hat liegen lassen,
weil viel zu groß.”

Aber wenn die größten Schuhe rein passen
und noch etwas Luft haben sollen,
 geht's halt nicht kleiner.

Jetzt fehlt nur noch die Schaumstoffeinlage
und “Yetis Schluppen” sind fertig.

Die Bodeneinlage ist bis auf den vorderen Rand
schon exakt zugeschnitten.
Die Seiteneinlage wird erst
nach dem Einkleben beschnitten.

Jetzt ist alles an seinem Platz.

PE lässt sich eigentlich mit nichts verkleben.
Deshalb muss sich im Laufe der Zeit zeigen,
ob der Schaumstoff trotzdem hält.
Andernfalls müssten die Einlagen halt wieder
mit Kabelbindern fixiert werden.

 

vorher / alt nachher / neu

 

Für potenzielle Nachbauer

Zeitbedarf:

Für “Yetis Schluppen” habe ich etwa 6 Stunden mit und außerdem noch etwa 2 Stunden ohne Assistent für die Planung und Fertigung benötigt. Hauptgrund für die “viele” Arbeitszeit ist die Tatsache, dass fast nichts unbearbeitet verwendet werden konnte. Jede Schraube musste gekürzt und nachbearbeitet werden. Jedes Winkelchen wurde von der Stange abgetrennt und von Hand verschönert. Und alles andere ist sowieso Sonderanfertigung. Das kostet natürlich Zeit.

Kosten und Materialbedarf:

~10 €

     2 Alubleche 250x500x1,5 mm
~5 €   1 m Winkelschiene Alu 25x20x2 mm
~5 €   56 Alu-Blindnieten 4x8 mm
~3 €   56 U-Scheiben V2A
~10 €   2 Pedale (Kernteile)
~4 €   8 Schrauben V2A M5x12 mm
~7 €   Isomatte
~6 €   Kleber

~50 €   Summe

 
Fazit:

“Yetis Schluppen” sind weder vom Arbeitsaufwand noch von den Kosten ein “Schnäppchen”, aber letztlich ohne ernsthafte Alternative. Denn das, was kommerziell angeboten wird und auch nur halbwegs vergleichbar ist, kann man getrost vergessen, obwohl es locker das Dreifache kostet.

Mit 530 Gramm pro komplettem Pedal
hält sich das Gewicht noch in erträglichen Grenzen.
Auch Klickpedale sind ja nicht schwerelos.
Während es die Schuhe hier sein dürfen.
Barfuß ist erlaubt.

“Fahrbericht”

... folgt,
wenn Wetter sollt sein so,
dass fahre mit bare Fuß
sollt sein meglich.

Nachtrag 10.02.2008

siehe: 1. Platzrunde 2008

 

Nachtrag 13.03.2008

Hier könnt Ihr zwei “Schluppentreter” auf ihren Anthros sehen,
die auch nicht mehr ohne die Schluppen unterwegs sein wollen.

Fortsetzung

siehe: Fahre mit bare Fuß


 

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Fahre mit bare Fuß 

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