rt-go: 2007-04-18

Pedale nach Maß 

(Pedal-Umbau 2)

Die Probleme

Von Anfang an hat es mich gewaltig gestört,
dass diese Pedale viel zu schmal sind.
Jedenfalls für meine 45er Plattfüße.

Deshalb drehen die Füße, wie man hier ganz deutlich sieht,
immer nach außen ab. Und das nicht nur bei Sandalen,
sondern bei allen Schuhen.

Außer vielleicht bei Skistiefeln, die mir zum Rad fahren aber nun mal weniger geeignet erscheinen und die ich mir nur zu diesem Zweck auch sicher nicht anschaffen werde.

   Außerdem trage ich gerne leichte Schuhe und die haben gewöhnlich dünne Sohlen. Da kann es nicht verwundern, dass die Zähne der Pedale auf der Fußsohle zu spüren sind und nach einer längeren Strecke unvermeidlich brennende Schmerzen verursachen.

Obwohl diese intensive Massage vielleicht sogar gut für die Füße ist, könnte ich darauf verzichten.

 

Die Situation

Nun ergab es sich, dass an meinem rechten Pedal von den vier Schrauben eine ganz verloren gegangen war, zwei waren kurz davor der ersten zu folgen und nur die letzte hielt noch standhaft die Teile des Pedals zusammen.

Es war klar, dass sich dieser Zustand in Kürze weiter verändern würde.

Eigentlich wäre jetzt (18.04.) eine kleine Reparatur angesagt gewesen. Aber weil ich die passenden Schrauben sowieso nicht greifbar hatte, betrachtete ich die Situation als “Wink des Schicksals” und entschloss mich zu einer Radikalkur.

 

Die “Lösung”

 
Original und Fälschung

Von der Konstruktion der Halterung für die Anhängerkupplung hatte ich noch reichlich Aluband (30 x 3 mm) übrig. Daraus habe ich den neuen Rahmen des (rechten) Pedals zurecht gebogen. Die 4er Senkschräubchen habe ich durch normale 5er ersetzt. Die halten besser und die Köpfe stören eh nirgends. Selbstverständlich ist der Rahmen jetzt so breit wie meine Füße bzw. Schuhe und auf die Zähne habe ich bei der Gelegenheit auch verzichtet. Falls sie unabdingbar notwendig wären, könnte ich sie ja immer noch rein fräsen.

 

Fazit

Schon auf den ersten Kilometern konnte ich fest stellen, dass mir nichts fehlt und vermutlich alle Ärgernisse beseitigt sind. Zur ausgiebigen Erprobung und zum besseren Vergleich werde ich das linke Pedal jedoch vorerst noch so lassen. Wenn sich mein erster Eindruck aber bestätigt, wird es selbstverständlich auch umgebaut.

 

Der Ernstfall

Gleich am nächsten Tag (19.04.) wollte ich eine kleine Probefahrt machen und weil das Wetter ideal war, ist dann doch eine etwas größere daraus geworden. Am Abend hatte ich halb Rheinhessen gesehen, 110 Km auf dem Tacho und wusste ganz genau, was an meinem Pedal noch nicht stimmte.

1. Es sind nicht nur die schmalen Pedale, die meine Füße nach außen kippen lassen. Zumindest zum Teil sind auch meine “Entenfüße” daran schuld. Wer X-Füße hat, wird das vermutlich schwer nachvollziehen können, aber meine Quanten wollen sich immer vorne nach außen drehen, was aber gar nicht so ungewöhnlich ist. Jedenfalls war es für meine Mutter damals kein Reklamationsgrund.

2. Die Pedale sind weiter auseinander als die Hüftgelenke. Folglich ist jeder Tritt gegen die Pedale (siehe rechtes Bild) immer etwas nach außen gerichtet.

Bei meinem breiteren aber glatten Pedal war die Trittfläche zwar breit genug, aber bei jedem Tritt rutschte der Fuß etwas weiter nach außen und musste mit Muskelkraft zurückgehalten werden. Auf die Dauer geht einem das natürlich ganz schön gegen den Strich.

 

Die Konsequenzen

Selbstverständlich habe ich sofort (20.04.) ein neues Modell angefertigt, das die neuen Erfahrungen berücksichtigt.

Der Rahmen ist jetzt noch sehr viel breiter
und die Winkel sind nicht mehr extra angenietet,
sondern werden von den Hauptschrauben mit gehalten.

Außen sitzt eine Begrenzung, die mit Sicherheit verhindert,
dass der Fuß über den Rand hinaus weg rutschen kann.

Um den schiefen Trittwinkel etwas auszugleichen, ist der Rahmen auf der Innenseite etwa einen halben Zentimeter niedriger gehalten.

 

Ergebnis

Der Fuß hat so viel Platz, dass er sich auch nach außen verdrehen kann. Die Begrenzung hält ihn zuverlässig auf, ohne dass man sie spüren würde. Der glatte Auftritt, ohne Zähne, verursacht selbstverständlich keine Druckprobleme. Das Pedal ist fast überhaupt nicht mehr zu bemerken und erfordert keinerlei Kontrolle.

Es wäre fast zu schön,
wenn das jetzt die Lösung wäre.

Weil es fast danach aussah, mussten natürlich (am 23.04.) noch die abschließenden “Härtetests” folgen.

Der erste war wie üblich eine 2-Km-Ortsrunde, die keine Probleme offenbarte.

Der zweite war wieder eine 20-Km-Einkaufsrunde in der Kreisstadt mit “schmerzhaftem” Aufstieg zum Rheinhessen Center.

Leider bekommt die Kamera nicht den ganzen Weg drauf.

Aber man ahnt die quer laufende Straße. Die ist dann jedoch nur eine Etappe vor dem Aufstieg zur nächsten oben dran.

Eine (erste) kleine Pause kann nicht schaden.

Hier sieht man die obere Straße von oben. Aber leider verschwindet der Feldweg hinter den Absperrungen aus dem Sichtfeld. Er ist eben noch einiges steiler.

  Und, um alles auf die Spitze zu treiben, erfolgt der ganze Härtetest mit den selben Sandalen wie im Bild ganz oben an den Füßen und mit dem Anhänger am Trike.

Man sieht deutlich, dass der Fuß nach außen drängt. Aber er wird zuverlässig und fast unspürbar zurück gehalten.

Viel besser geht es nicht!

Obwohl ... Verbessern kann man ja immer was.
Es gibt viel zu tun. - Warten wir's ab.

 

Auf dem Rückweg habe ich dann noch einen Abstecher nach Schafhausen eingelegt.

Hier geht's unter der Umgehungsstraße durch
und dann mit ~12% Steigung zum Ort hoch.

Auch das geht in die Waden und an die Luft. Ein Verschnaufpäuschen zwischen drin ist da nicht verkehrt. Und, weil die Straße überschaubar und praktisch nicht befahren ist, kann man auch tricksen und “Serpentinen” einfügen, indem man quer über die Straße pendelt.

Oben wird man durch einen schönen Ausblick belohnt.

 

Ergebnis

Zuhause angekommen konnte ich dann zufrieden fest stellen, dass 24 Piccolo Sekt, 12 Flaschen Wein und etliches Andere den Transport unbeschadet überstanden hatte und außerdem das Pedal so super gut ist, dass ich sofort das zweite genau so umgebaut habe.

Geht ja ganz schnell.

Um noch eins drauf zu setzen, probiere ich dann die Pedale auch noch mit den Birkenstocklatschen aus. Und ...

... glaubt es oder lasst es. Selbst mit diesen Latschen, an denen ich zuvor noch gescheitert war, gibt es jetzt keine Probleme mehr. Ich kann also künftig, genau so wie ich mir das gewünscht hatte, also mit den Latschen, die ich gerade trage, einfach aufs Rad steigen und z. B. mal eben zum Einkaufen fahren.

Na, wer ist der Größte?

Danke, der Applaus genügt.

 

Wie geht's weiter?

Auch wenn die Pedale jetzt endlich so sind, dass ich sie wahrscheinlich nie und gegen nichts tauschen will, ist da so eine Idee aufgekeimt.

Pst!
Das muss aber unter uns bleiben!

Wenn man bedenkt, dass die Barfuß-Radwege (s.: Tourismus fördern) stark im Kommen sind, wären Pedale, die man auch barfuß fahren kann, natürlich absolut nicht verkehrt. (Die Rohlinge habe ich schon mal besorgt.)


 

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“Yetis Schluppen” 

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