rt-go: 2007-06-25

Das Lepus-Tandem


 

“a very long vehicle”

Weil unser zweites Lepus genau an dem Tag ausgeliefert wurde, an dem ich unser erstes zur Inspektion in der Werkstatt hatte, ergab es sich ganz von selbst, dass ich mit einem Lepus im Auto hin fuhr und mit zweien zurück.

Dabei muss ich zu geben, dass ich mich etwas blauäugig einfach auf mein Augenmaß verlassen habe. Und das sagte mir, obwohl unser Scénic nicht gerade riesig, sondern nur ein Mini-Van ist, müssten die zwei “lepores” rein passen.

Und so war es dann auch.

Nicht nur die Heckklappe geht zu, sondern die Autositze könnten sogar weiter zurück geschoben werden als sie üblicherweise stehen. Die schicke Unterhose schützt hier den Sitz vor dem Kontakt mit der fettigen Kette. In Zukunft kann sie weg bleiben, weil ich den Sitz gar nicht mehr umklappen muss. Das hatte ich nur aus Gewohnheit gemacht.

Aus zwei mach eins

(so entsteht ein Lepus-Tandem)

Am Hinterteil des ersten Lepus befindet sich eine Querstange, die hier das Gepäcknetz und unten drunter das Rücklicht trägt. Diese Stange ist im Weg und muss ausgehängt werden. Dazu genügt es, wenn man auf jeder Seite mal kräftig zieht, um sie von dem Dorn zu zerren, auf den sie aufgesteckt ist.

Damit alles aus dem Weg kommt, ohne es erst umständlich demontieren zu müssen, hänge ich es einfach mit einem Expander hoch. Im oberen Bild kann man sehen, dass der schon “an Bord” ist. Sonst hängt er einfach am Sitz und kann natürlich bei Bedarf auch dazu verwendet werden z. B. sperriges Transportgut zu sichern..

Das zweite Lepus muss jetzt vom Vorderrad befreit werden. Dazu öffne ich die Felgenbremse und den Schnellspanner und nehme das Rad heraus.

Die Gabel setze ich dann auf den Schnellspanner der Kupplung und spanne ihn (sehr) fest. Da würde ich mir einen längeren Spannhebel wünschen. Vielleicht werde ich künftig ein passendes Rohrstück als Verlängerung bereit halten, um die Hände zu schonen.

Damit an der hydraulischen Felgenbremse nichts Unerwünschtes passiert, klemme ich ein passendes Holzklötzchen (50x25x20mm) dazwischen und raste meinen Feststeller ein.

Das ausgebaute Vorderrad kann man z. B. mit einem Spanngurt auf dem Gepäckträger fest schnallen, wenn man es mit nehmen will, obwohl es ja unterwegs nicht gebraucht wird, so lange man beim Tandembetrieb bleibt und zum Ausgangspunkt zurück kehrt.

Die Beflaggung ist zwar noch unvollständig,
aber der Lindwurm ist startklar.
 

Probleme und erste Erkenntnisse

Beim Wendetest habe ich das erste Lepus so weit eingeschlagen wie es nur geht. Alleine kommt es dann auf einen Wendekreisdurchmesser von 3,35 m (20 cm mehr als beim alten, weil die Lenkung etwas verändert wurde). Mit dem zweiten Lepus hinten dran führt das aber dazu, dass dieses auf das Hinterrad auf läuft. Ich muss folglich beim Wenden einen etwas größeren Bogen fahren und eventuell auch mal nach hinten sehen (oder hören). Auch der Anhänger läuft bei zu kleinem Wendekreis gegen das Hinterrad.

Ab einem Durchmesser von 4 Metern (mehrfach überprüft) passiert das jedoch nicht mehr. Sowohl das zweite Lepus als auch der Anhänger laufen dann frei hinterher.
 

Nachtrag

Weil sich das Vorderrad aus technischen Gründen nach rechts nicht so weit einschlagen lässt wie nach links, ergibt sich bei einer Rechtskurve zwangsläufig ein größerer Wendekreis-Durchmesser. Inzwischen habe ich fest gestellt, dass er ziemlich genau 4 Meter beträgt. Ich muss also eine Kehrtwende, falls erforderlich, nur rechts herum fahren und schon gibt es keine Probleme mit den Anhängern. Auch der “ängstliche Blick nach hinten” erübrigt sich, weil alles brav hinterher läuft. Natürlich hat man die 4 Meter nicht auf jedem Weg zur Verfügung. Aber man macht ja auch nicht dauernd kehrt. Und eine kleine Anleihe in der Pampa ist gewöhnlich auch kein Problem, wenn man nicht gerade auf schmalen Bergpfaden unterwegs ist. Insbesondere, weil es ja meist auch nur um Zentimeter und nicht um Meter geht.
 

Fazit

Für's Erste ist ein Traum in Erfüllung gegangen, denn schöner kann ich mir Rad fahren nicht vorstellen.

Der Wendekreis ist so klein, dass mancher Solo-Trike-Fahrer neidisch werden könnte und hilft vorneweg schon, dass manches Problem gar nicht erst entsteht.

Im Normalfall kann “der Stoker” ungehindert “stoken”. Nur bei engen Kehrtwenden muss er die Stelzen mal kurz still halten und alles dem Kapitän überlassen.
 

Natürlich muss sich im Lauf der Zeit zeigen,
ob es auch echte Probleme gibt.
Dem sehe ich aber sehr gelassen entgegen.


 

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