rt-go: 2014-01-25

Kettennieter


Kleine Begebenheiten am Wegrand

Vor etlichen Jahren bin ich mit Bekannten zusammen – damals noch mit einem “Upright” – auf einer 50 km Rundtour auf dem Rhein-Radweg unterwegs gewesen. Dabei ist mir plötzlich die Kette gerissen. Damals wusste ich noch gar nicht, dass so etwas überhaupt möglich ist; denn das war mir noch nie passiert.

Weil ich keine andere Wahl hatte, habe ich mein Rad halt geschoben und mir im Geiste schon aus gemalt, wie ich endlos durch die Pampa schiebe und vielleicht nach Stunden endlich zu einem Fahrradladen komme.

Aber, nach nur etwa 300m kam ich an einen großen Sandhaufen. Auf dem saß ein Mensch mit einem Buch in der Hand und machte einen hinreichend intelligenten Eindruck. Also fragte ich ihn, ob es irgendwo vielleicht in erreichbarer Nähe einen Fahrradladen gäbe.

Als er von mir hörte, dass meine Kette gerissen war, kam er von dem Sandhaufen herunter und ging um ihn herum. An der Seite lag sein Fahrrad. An dem befand sich eine Werkzeugtasche. Und darin war ein “Kettennieter”. Damit hat er – vor meinen staunenden Augen – in nur wenigen Minuten meine Kette repariert. Ich war glücklich, weil ich wieder weiter fahren konnte. Und er war glücklich, weil er endlich mal das Werkzeug verwenden konnte, das er extra zu diesem Zweck angeschafft und schon lange ungenutzt mitgeführt hatte.

2008 war ich zusammen mit einem anderen Triker in Kaiserslautern unterwegs, als ihm mitten auf einer großen Kreuzung die Kette riss.
(S.: Radeln in der Stadt 'Kaiserlslautern') Weil ich (selbstverständlich) einen “Kettennieter” dabei hatte, konnte ich die Kette in wenigen Minuten reparieren. Und schon konnte die Tour weiter gehen.

2011 auf unserer Weser-Radreise ist mir selbst die Kette gerissen. (S.: Bodenwerder -> Rinteln-Todenmann) Das hat mich aber nur einen kurzen Aufenthalt und ein müdes Lächeln gekostet.

Vor einiger Zeit fuhr ich auf dem Radweg nach Alzey. Unterwegs schob einer sein mit Einkaufstüten beladenes Rad. Beim Näherkommen sah ich, warum er schob. Die Kette fehlte. Weil sie gerissen war, hatte er sie in eine Tüte verfrachtet.

Als ich ihm vor schlug, die Kette wieder auf zu legen, damit er fahren könne, war er zwar etwas verständnislos, ließ mich aber gewähren. Und als ich die Kette wieder aufgelegt und vernietet habe, hat er gestaunt. Er war glücklich, weil er wieder fahren konnte. Und ich war zufrieden, weil ich ihm ohne große Mühe weiter helfen konnte.

Fazit

Ein “Kettennieter” und einige “Kettenschlösser” sind immer dabei. Und seit es mir doch mal passiert ist, dass einer meiner “Unplattbaren” geplättet wurde, führe ich auch Flickzeug, einen Ersatzschlauch und eine kleine Luftpumpe mit.

In der Schule des Lebens kann man immer was dazu lernen.


 

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Unterm Strich 

Alles gesehen - nix kapiert - alles von vorn gucke!

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