rt-go: 2008-01-01 / 2009-02-20

Entfaltung 1

“Wie schnell fährt das denn?”

Diese etwas naive Frage wurde mir schon öfter gestellt.

Die zwangsläufige Antwort: “So schnell wie ich trete.”, sorgt natürlich erst mal für eine nachdenkliche Pause und dann für die meist äußerlich sichtbare geistige Erhellung. – Ja, na klar. – Auch wenn es etwas ungewohnt aussieht, ist es ja trotzdem ein Fahrrad und wird durch die Pedale angetrieben.

Die meist folgende Unterhaltung geht dann etwas detaillierter auf die Besonderheiten eines Trikes ein und klärt auch die Frage, welche Geschwindigkeiten ich damit erreiche bzw. üblicherweise fahre. Ich bin allerdings ein Genussradler und fahre nur zu meinem Vergnügen. Rennen und Rekorde interessieren mich überhaupt nicht. Folglich sind die Geschwindigkeiten die ich gewöhnlich fahre weit geringer als möglich wäre. Aber, weshalb sollte ich rasen? - Ich bin ja nicht auf der Flucht.

Unabhängig davon ergibt sich die Geschwindigkeit natürlich aus der Trittfrequenz, der Übersetzung und der daraus resultierenden Entfaltung. Weil das mit vielen Zahlen und Rechnerei verbunden ist, habe ich für unsere beiden Trikes mal alles in einer Excel-Tabelle zusammen gestellt.

Hier sieht man am Beispiel der 8-Gang-Schaltung, dass man bei einer Trittfrequenz von 50 ein Tempo von fast 22 km/h erreicht und bei einer Trittfrequenz von 100 wären sogar fast 44 km/h drin. – Allerdings nicht mit mir.

Bei dieser 14-Gang-Schaltung erreicht man bei einer Trittfrequenz von 50 sogar ein Tempo von 24 km/h, allerdings mit entsprechend mehr Kraftaufwand. Denn unabhängig von der Schaltung bekommt man nichts geschenkt.

Was mich aber immer viel mehr als das maximale Tempo interessiert ist das minimale. Das entscheidet nämlich darüber, welche Steigungen ich hoch komme. Ein Trike fällt normalerweise nicht um, egal wie langsam man damit fährt. Das ist ja das Schöne. Dennoch müssen die Pedale kreisen, sonst geht eben nichts mehr. Die beiden Tabellen zeigen die Überlegenheit der 14-Gang-Schaltung, weil im kleinsten Gang bei gleicher Trittfrequenz eben eine viel geringere Geschwindigkeit gefahren wird. Damit kommt man also ganz klar die steileren Steigungen hoch.

Meine Frage heißt daher nicht:
“Wie schnell fährt das denn?”,
sondern:
“Wie langsam kann das denn fahren?”

Wenn jemand das Bedürfnis hat, selbst mal ein Wenig zu rechnen, ohne sich gleich einen Dezimalbruch zu heben, bzw. rechnen zu lassen, kann er sich hier die Datei herunter laden: Excel-Entfaltungsrechner (mit Gebrauchsanweisung). Der Entfaltungsrechner funktioniert nicht nur mit MS-Excel sondern ebenso mit OpenOffice Calc und StarOffice Calc.

Und falls noch Fragen offen sind, Emil schicken.

Nachtrag

Inzwischen gibt es einen zweiten Entfaltungsrechner,
der mehr und andere Möglichkeiten berücksichtigt:

Rolfs Entfaltungsrechner 2

Der wird übrigens immer wieder mal ergänzt und aktualisiert.


 

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