rt-go: 2016-06-21

200 Jahre Rheinhessen

Ein Grund zum Feiern !?

Überall, wo man auch hin schaut, werden Veranstaltungen zum 200-jährigen Jubiläum angeboten. Da kann man sich ja schon mal fragen:

"Rheinhessen, was ist das eigentlich und was bedeutet es?"

Wie der Name vermuten lässt, hat es früher mal zu Hessen gehört und gehört heute zu Rheinland-Pfalz. Aber das besagt nicht viel bis gar nichts. Denn das “Land der 1000 Hügel” im Rheinknie zwischen Bingen, Mainz und Worms hat in der Vergangenheit fast schon aller Welt gehört und wenn es jemandem nicht gehört hat, hat ihn das nicht gehindert, trotzdem ein zu marschieren oder durch zu ziehen. Und nachdem die Römer die Reben und den Weinbau gebracht hatten, konnten sich alle bei Wein und Weib, sowohl mit als auch ohne Gesang, vergnügen und ihre genetischen Spuren hinterlassen.

Den typischen Rheinhessen kann es daher gar nicht geben. Der ist deshalb nichts anderes als eine Promenadenmischung. Aber die sind ja oft die robustesten.

"Wenn es den typischen Rheinhessen gar nicht geben kann, gibt es dann wenigstens das typisch Rheinhessische?", hab' ich mich gefragt und lange überlegt. Und dann ist mir tatsächlich etwas eingefallen, was typisch rheinhessisch sein könnte:

"Der Rheinhesse" liebt es, die Aussage, die er im ersten Halbsatz getroffen hat, im restlichen Teil, zu relativieren, oder sogar ins krasse Gegenteil zu verkehren.

Ein Beispiel:

Wir Rheinhessen essen nicht viel,
aber dafür öfter.
Und wenn schon,
dann richtig (=reichlich).

Es könnte sein, dass "der Rheinhesse" das im Laufe der Geschichte gelernt hat, weil er bei jeder Gelegenheit von einem fremden Herrn eins auf die Nuss bekommen hat. Und dann konnte es natürlich sehr nützlich sein, wenn er verbal ganz schnell eine Kehrtwende machen konnte, um den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, bevor sie zu ging.

Wie dem auch sei, ich liebe diese Art und versuche sie deshalb zu kultivieren. D.h. ich setze wo möglich auf den ersten Satz noch einen zweiten und wenn's geht sogar noch einen dritten, der das Verwirrspiel fort setzt. Und wenn das "Opfer" anfängt selbst zu denken, weil es keine Schublade mehr findet, in die es das einfach weg stecken könnte, dann bin ich richtig zufrieden.

Und gibt es jetzt einen Grund zum Feiern?

"Der Rheinhesse" braucht keinen Grund.
Ein Anlass genügt vollkommen.
Und zur Not geht's auch ganz ohne.
Hauptsache es wird ordentlich gefeiert.

Denn mit essen und trinken hat sich
schon manch einer am Leben erhalten.

Also lasst uns 200 Jahre Rheinhessen feiern!

Obwohl, 100 Jahre tun's vielleicht auch.
Wenn überhaupt jemand so lange durch hält.

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