rt-go: 2015-12-19

Martina Eisenreich Quartett

Ein Weihnachtskonzert

Für mich war das gar nichts Neues. Denn “mein” Verein,
der Kulturkreis Wörrstadt hatte das Quartett bereits im März 2015
(s.: Martina Eisenreich Quartett) in die Neubornhalle geholt.

Damals waren alle begeistert und Peter Mai vom Freundeskreis
 Kultur in der Halle hatte spontan beschlossen: die brauchen wir
für unser Weihnachtskonzert. – Nun war es so weit.

Obwohl Quartette ja meistens aus vier Musikern bestehen,
hatten sie diesmal einen fünften, Kiko Pedroso,
einen südamerikanischen Harfenmeister mit gebracht.


Kiko Pedroso · Christoph Müller · Martina Eisenreich


Alexander Haas · Wolfang Lohmeier

Kiko durfte natürlich eifrig mit zupfen,
wo dezente Harfenklänge dazu passten.
Aber er hatte auch zahlreiche Pausen,
wo es eben nicht gepasst hätte.

Wolfgang machte eifrig Gebrauch von seinem ganzen Klimbim.

Kein Wunder, dass er 94 “Geräte” braucht,
wenn er einige nur ein einziges Mal verwendet,
um am entscheidenden Punkt
einen ganz besonderen Akzent zu setzen.
– Aber, warum denn nicht,
wenn Luther 1517 auch schon 95 Prothesen hatte.

Als Martina scherzhaft sagte, dass sie daran arbeiten,
Wolfgang und sein Klimbim durch Elektronik zu ersetzen,
habe ich mich mal gefragt,
wer von den Vieren denn wirklich verzichtbar wäre.

Ich bin dann sehr schnell zu dem Schluss gekommen,
dass keiner von ihnen entbehrlich ist.

Jeder trägt seinen Teil bei und
alle vier harmonieren ganz wunderbar.

Die Harmonie wird natürlich auch gefördert,
wenn man in der unvermeidlichen Pause dafür sorgt,
dass der Bauch keine störenden Misstöne erzeugt.

Auch Kiko hatte offenbar ein dringendes Harmonie-Bedürfnis
und stimmte in der Pause seine Harfe nach,
um sich auf sein großes Solo vor zu bereiten.

Weil das Quartett am liebsten und fast ausschließlich
eigene Kompositionen spielt, die Zahl der
“eigenen Weihnachtslieder” aber ganz stark gegen Null tendiert,
durfte Kiko sein Ave Maria ganz ohne Begleitung spielen und singen.

Musikalisch gab es daran absolut nichts aus zu setzen.
Und weil er den Text in seiner Muttersprache,
die hier praktisch keiner spricht, vor sang,
war außer “Ave” und “Maria” auch nichts zu verstehen.
Das konnten sogar Atheisten problemlos verkraften.

Dass Wolfgang nur hier mal voll zur Sache gegangen wäre,
kann man nicht behaupten, denn der war ja ständig voll in Aktion.
Auch wenn er bisweilen sehr viel kleinere Utensilien verwendete.

Aber auch die anderen haben sich nicht nur hier
richtig ins Zeug gelegt.

Martina versucht mit ihrer Flöte,
etwas Dampf aus dem Kessel zu nehmen.

Auch wenn Alexander sein Liedchen in einer ganz anderen
Tonart pfeift, kann das der Stimmung keinen Abbruch tun.

Irgendwann geht auch das schönste Konzert langsam zu Ende.

Aber ohne einige Zugaben geht es natürlich nicht.

Schließlich schleichen sich alle peu à peu von der Bühne,
bis nur noch Wolfgang sein letztes Schlagzeug bearbeitet.

 

Fazit

Es war – wie nicht anders zu erwarten – wieder
ein ganz großes Ereignis, von dem man nicht genug kriegt.

Das hat auch Peter Mai so gesehen und schon mal angekündigt,
dass das Eisenreich Quartett sicher wieder in die Halle kommen wird.
Nur der Termin steht noch nicht fest. Der wird dann
bei Kultur in der Halle rechtzeitig bekannt gegeben,
damit alle, die das Ereignis nicht verpassen wollen,
sich die Karten sichern können.

Damit hat er uns vom Kulturkreis Wörrstadt natürlich was
weg genommen, aber unser Programm für 2016 ist eh schon voll
und außerdem dürfen (und werden) wir das nächste Konzert
selbstverständlich als Gäste wieder besuchen.

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