rt-go: 2015-05-17

Ein Ausflug zum

Arp Museum · Bahnhof Rolandseck

Ich hatte mich mit einigen anderen Kunst- und
Kultur-Interessierten zu diesem Ausflug verabredet.
Also trafen wir uns zunächst auf einem Parkplatz,
um von dort gemeinsam los zu fahren.
Weil aber alle ihr Navi programmiert hatten,
konnten wir unabhängig voneinander fahren
und mussten nicht dauernd Ausschau halten.

Zum Glück war noch sehr wenig Verkehr.
Deshalb kamen wir gut voran und waren trotz einer Umleitung
alle nach etwa eineinhalb Stunden am Ziel.

Ein erster Blick von oben auf den Rhein.

Der Bahnhof Rolandseck ist tatsächlich (auch noch) ein Bahnhof.

Deshalb fahren dort auch noch Züge.
Die meisten fahren aber einfach durch.


 

Ein Besuch der Toilette zeigt,
dass bei den Männern künstlerisch dekoriert ist.

Allerdings sehr dezent.

Damit da weder die Phantasie noch sonst was zu sehr erregt wird
und dann vielleicht einem Museumsbesuch im Weg steht.

Ein Regal mit Speisen, direkt neben das Urinal gemalt,
erscheint vielleicht etwas deplatziert, ist aber sicher geeignet,
eine potenzielle Erregung rasch wieder abklingen zu lassen.

Da vergeht einem ja alles.


 

Die Ausstellung “DES KÖNIGS TRAUM”
Friedrich Wilhelm IV. und der romantische Rhein
hab' ich mir erspart, weil ich krampfhafte Gähnanfälle befürchtete.
Und der Preussen_Flyer_Web.pdf bestätigt mein Vorurteil.


 

Die Ausstellung “Revolution der Bilder. Von Poussin bis Monet”
zeigte mit 50 Bildern vom 17. bis ins 20. Jahrhundert
die revolutionären Entwicklungen dieser Zeit,
aber natürlich nichts Neues.
Deshalb kannte ich die meisten Bilder schon.
Und meine Sehgewohnheiten haben sie natürlich auch nicht verändert.
 


Nicolas Poussin • Acis und Galatea • 1629

Nicolas Poussin als Maler des klassizistischen Barock
 bemüht sich 1629 noch um die realistische Darstellung
einer beliebten Freizeitbeschäftigung seiner Zeit.
 


Claude Monet • Hochwasser • 1881

Rund 250 Jahre später beschäftigt sich Claude Monet mit der Natur.
Dabei kommt es ihm als Vertreter des Impressionismus aber
überhaupt nicht auf eine realistische Darstellung an,
sondern allein auf den gefühlten Eindruck.
 


Paul Signac • Frau auf der Terrasse • 1898

Paul Signac dagegen ist ein bedeutender Vertreter
des Neoimpressionismus bzw. Pointillismus.
Ihm geht es weder um eine realistische Darstellung,
noch um die Impression, sondern vor allem um die
streng geometrische Komposition.

Flyer_Revolution.pdf


 

Nach all dem alten Kram hab' ich mich darauf gefreut,
auch noch was Aktuelleres zu sehen.
 

Dieses “Erzdrachenbaby” steht auf dem Weg zum Neubau
draußen im Grünen.
 

Den Neubau erreicht man bequem durch einen Tunnel
unter den Gleisen durch und mit einem Aufzug.
Oben kann man ins Freie treten und hat einen schönen Ausblick.


Siehe auch: Panorama.


Ein schlauer Spruch ziert die Wand.
 


Noch ein Spruch von Hans Arp.

Flyer_Zweiklang_Web.pdf


 

Ein Kunstobjekt von Ernesto Neto. – Also ich würde es
"Große weiße Wurst und kleine braune Haufen" nennen.
Aber mich fragt ja keiner.
 

Hier hab' ich mich gefragt, ob in dem Museum
gelegentlich auch mal geputzt wird.
Und dann?

Aber so laienhafte Fragen gehen natürlich ins Leere.
Denn wenn die Ausstellung schon am 25.05. endet,
wird selbstverständlich hinterher geputzt.
 Und die Frage: “Ist das Kunst oder kann das weg?”
stellt sich gar nicht, weil es auf jeden Fall weg kommt.
 

Boah, ey ...

Das Objekt, das wohl alle am meisten beeindruckt hat:
Ernesto Neto. Haux Haux

Zitat: »Ernesto Neto (*1964, lebt und arbeitet in Rio de Janeiro, Brasilien) lädt dazu ein, den eigenen Körper intensiv zur Kunstwahrnehmung einzusetzen und dafür auch den direkten Kontakt mit den Werken zu suchen. Einige seiner ausladenden Installationen und Skulpturen dürfen daher berührt und betreten werden. Unseren Geruchssinn lockt er mit dem Duft unterschiedlicher Gewürzsäcke, die Teil von raumgreifenden Arbeiten aus Tüll, Nylon und Schaumstoff sind. Durch diese spielerische Interaktion weist seine Kunst stets eine sinnliche und soziale Qualität auf. Neto sieht sein Schaffen zudem in der Nachfolge von Hans Arp und stellt deshalb einige seiner Werke denjenigen Arps direkt gegenüber. Speziell für unsere Ausstellung wird er ein Video produzieren, das ihn selbst in “liebevoller” Umarmung und Bewegung mit einer Skulptur unseres Hauspatrons zeigt.«

Flyer_Neto.pdf


 

Um 12 Uhr ist auf dem Balkon noch kein Betrieb.
Da kann ich die wohlweislich reservierten Plätze noch problemlos
von drinnen nach draußen verlegen.

Ein Radler ist auf die Dauer doch etwas langweilig.
Da kann etwas gegrilltes Gemüse (sehr schmackhaft)
für schlappe 10 Euro über die Runden helfen.

Nach und nach treffen auch die übrigen Kunstgenießer ein und ...

... freuen sich mehr oder weniger auf das, was da kommen soll.

Eifler Schwein-Elendchen mit Wirsing und Kartoffeln
finden auch noch ihren Platz.
Geschmacklich erreichen sie aber leider nicht das Niveau,
das dem Preis von 20 Euro entsprechen würde.

Die “Gnotschi” (Gnocchi) haben nach Aussage der Proben-Koster
auch einen ausgesprochen dezenten Geschmack.
( Wahrscheinlich ist dem Koch das Maggi ausgegangen. ;-)

Dann herrscht gefräßige Stille.


 

Weil ich ja selbstverständlich nicht auf die Damentoilette gehe,
aber vermutet hatte, dass die auch künstlerisch dekoriert sein könnte,
habe ich meine Kamera an eine Dame abgegeben
und sie hat nicht nur ein Selfie gemacht.

Was dort jedoch an interpretationsbedürftigen Darstellungen
zu finden ist, hatte ich dann doch nicht erwartet.

Aber, wenn das Möschen von Dornröschen seit hundert Jahren zu
gewuchert ist, wird verständlich, dass der Prinz draußen abspritzt.

Das ist ja Sodom und Gomera in einem.

Da muss man sich über den Spanner am Oberlicht nicht wundern.


 

Gut, dass wir danach noch einen Besuch im Kloster geplant hatten.

Da herrscht Ruhe.
(Jedenfalls, wenn man die Tausend Besucher einfach ignoriert.)

Und man hat Gelegenheit zur Kontemplation.


 


 

Übrigens:
Die oft vergeblich gesuchten Plastik-Herrgöttchen habe ich gefunden,
aber dann doch nicht gekauft.

Die heilige Familie (10 cm hoch) hätte schon 90 Euro gekostet.
Und die 30 cm hohe sogar 345 Euro.
Na gut, das muss man verstehen, da ist ja auch viel mehr Plastik dran.
Aber mir war das halt zu teuer.
So kostbare Objekte kann ich mir leider nicht leisten.

Was soll's, man muss auch mal verzichten können.

Davon abgesehen hat mir unsere Tour sehr gut gefallen.
Die Kunst hat überhaupt nicht weh getan.
Und weil der Ausflug auch den anderen gefallen hat,
könnte es durchaus passieren,
dass ich irgendwann wieder mal einen plane und organisiere.

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