rt-go: 2014-11-22

Fazit

Romantik Reisen, der Veranstalter
Enver, der örtliche Reiseführer
Unser persönliches Fazit


 

Romantik Reisen, der Veranstalter

Hier der kommentierte Inhalt des Original-Prospektes

1.Tag
Anreise in Antalya. Vom individuellen Startflughafen fliegen Sie non-stop nach Antalya. Dort wartet bereits Ihr Reiseführer auf Sie, der Ihnen auch auf der gesamten Reise als kompetenter Ansprechpartner zu Verfügung steht. Übernachtung im Strandhotel in Antalya.
Zum Glück hat uns nicht “unser kompetenter Reiseführer”, sondern ein sehr netter Fahrer erwartet und zum Hotel gebracht.

2.Tag
Nach dem gemeinsamen Frühstück, Empfangs-Cocktail. Jetzt geht die Fahrt ca. 25 km von Antalya im Landesinneren zum wunderschönen Stausee von Antalya eingebettet vom Taurusgebirge und Kieferwäldern. Hier werden Sie ein gemeinsames Mittagessen mit frisch zubereitetem Fisch oder Fleisch genießen können. Weiterfahrt zu dem Museum in Antalya, das neben Athen einer der bedeutendsten Sammlungen antiker Kunst besitzt. Gemeinsames Abendessen im Hotel, nach dem Abendessen haben wir für Sie ein Abendprogramm vorbereitet. Übernachtung im Strandhotel in Antalya.
Weder der Stausee noch das Museum wurde besucht. Stattdessen durften wir ins Aquarium und das “gemeinsame Mittagessen mit frisch zubereitetem Fisch oder Fleisch” gab's auch nicht. Weil uns dann auch “ein vorbereitetes Abendprogramm” erspart wurde, wissen wir natürlich nicht, was uns da entgangen ist.
S.:
12. · Antalya

3.Tag
Fahrt durch das wunderschöne Taurusgebirge und entlang der Ägäischen Küste erreichen wir unser Kur-Hotel in Cesme. Am Abend gemeinsames Abendessen.
Von dem zweistündigen Besuch des Schmuckzentrums LYKIA bei Antalya steht hier kein Wort.
S.:
13. · Fahrt nach Çeşme

4.Tag
Nach dem gemeinsamen Frühstück haben wir Ihre persönliche Kurbetreuung vorbereitet. Unser Fachpersonal stellt Ihnen Ihren Kur- Erholungs- und Heilungsplan zusammen. Anwendung nach Ihrem persönlichen Heilungsplan. Gemeinsames Abendessen.
Von einer “persönlichen Kurbetreuung durch unser Fachpersonal”, das irgend einen Plan zusammen gestellt hätte, blieben wir verschont. Es wäre aber sicher kein Problem gewesen, auf Nachfrage und gegen Bares jede gewünschte Leistung zu bekommen.

5.Tag
Es erwartet Sie eine 4.5 Stunden Bootsfahrt entlang der Ägäischen Küste mit Besuch auf der “Esel-lnsel”. Diese Insel wird finanziert durch den deutschen Tierschutzverband. Es lebt dort ein Türke allein mit den Tieren. Er versorgt sich selbst durch eigenen Obst und Gemüseanbau. Die Elektrik wird durch Solar gewonnen. Einmal im Monat kommt ein Tierarzt um nach dem Gesundheitszustand der Esel zu schauen. Diese Kosten werden ebenfalls von dem Deutschen Tierschutzverband übernommen.
Hier stellt sich die Frage, ob der auch dafür zahlt, dass die Touristen dort hin gebracht werden. Sonst können wir nämlich keinen Grund dafür finden. Die Tour wurde übrigens auf Montag verschoben. S.: 17. · Bootstour

6.Tag
Nach einem gemeinsamen Frühstück steht Ihnen der ganze Tag zur Kuranwendung zur Verfügung. Gemeinsames Abendessen. Danach führt Sie unsere Unterhaltungskapelle bei Musik und Tanz durch den Abend. Übernachtung in Ihrem Kur-Hotel.
“Unsere Unerhaltungskapelle” spielt dort jeden Samstag.
S.:
15. · Ausflug nach Alaçati

7.Tag
Heute lernen Sie die drittgrößte und modernste Stadt der Türkei mit ihrem Uhrturm, dem "Saat Kulesi", als Wahrzeichen von Izmir kennen. In dieser Stadt mit ca. 4 Millionen Einwohnern vermischt sich Traditionell mit Moderne. Der Uhrturm auf dem Konak-Platz ist das schönste historische Bauwerk der Stadt, Am Abend ist wieder ein gemeinsames Abendessen für Sie vorbereitet. Übernachtung im Kur-Hotel.
Das “vorbereitete gemeinsame Abendessen” bestand jeden Abend darin, dass man individuell irgendwann zwischen 19 und 22 Uhr den Speisesaal aufgesucht und vom Buffet gegessen hat.
S.: 16. · Ausflug nach Izmir

8.Tag
Nach einem gemeinsamen Frühstück steht Ihnen der ganze Tag zur Kuranwendung zur Verfügung. Gemeinsames Abendessen.

9.Tag
Gut ausgeschlafen und nach einem ausgiebigen Frühstück, müssen Sie leider Abschied nehmen von dem liebgewonnenen Kur- und Erholungsort Cesme. Auf der Fahrt zum Hotel in Karahayit lernen Sie Ephesus, die sehenswerteste Ausgrabungsstätte der Türkei mit dem Wohnhaus der Mutter Maria kennen. Am Abend ist wieder ein gemeinsames Abendessen für Sie vorbereitet. Übernachtung im Thermal-Hotel.
Auf das Wohnhaus der Mutter Maria konnten wir verzichten, aber "Ephesus, die sehenswerteste Ausgrabungsstätte der Türkei" wollten wir eigentlich sehen. Das wurde uns jedoch verwehrt.

10.Tag
Nach dem gemeinsamen Frühstück fahren Sie über das Taurusgebirge und die Hochebene und genießen das Panorama der wilden Berglandschaften auf der Fahrt zu Ihrem Hotel in Antalya. Gemeinsames Abendessen und Übernachtung in Ihrem Strandhotel.
Nachdem wir am Vortag schon Ephesus nicht gesehen hatten, sind wir nun auch am weltbekannten Pamukkale vorbei gerauscht, damit genug Zeit für zwei weitere Sponsorenbesuche blieb, von denen im Prospekt kein Wort steht.
S.:
19. · Rückfahrt nach Antalya

11.Tag
Zeit zur freien Verfügung (je nach Flugplan) und Rückflug.
Über den Rückflug wurden (vermutlich absichtlich) vorher keine Angaben gemacht. Der erfolgte nämlich nicht direkt, sondern mit Zwischenlandung und Umsteigen in Izmir.

Wenn man vorher nichts bekannt gibt,
kann auch nichts falsch sein.
Das ist praktisch.
Uns hätte es allerdings vollauf genügt,
wenn wenigstens das, was angepriesen wurde,
gestimmt hätte.

Außerdem ist in der Reisebeschreibung nirgendwo von Schmuckzentrum, Teppichfabrik oder Ledershop die Rede.
Dass die Touristen ohne ihre vorherige Zustimmung
dort hin gekarrt werden, erfüllt den Tatbestand
der Nötigung und der Freiheitsberaubung.


 

Enver, der örtliche Reiseführer

Unser utopisch optimistischer Reiseführer hat uns unterwegs
immer wieder mit vielen statistischen Daten versorgt,
um nicht zu sagen 'zu getextet'.
Man könnte sie quasi mit seinen Worten so zusammen fassen:
Die Türkei ist wirtschaftlich – Wie sagt man? – Tendenz steigend.
Dabei durfte man aber keinerlei kritische Fragen stellen,
weil ihn das total aus dem Konzept gebracht hat.
Dann hat er sich beschwert und solche Störungen verbeten.

Es ist ja auch unverschämt, wenn ein Reisender
den Reiseführer einfach so mit Fakten konfrontiert.

Sein Deutsch war etwas “gewöhnungsbedürftig”,
weil er zwar über einen großen Wortschatz verfügt,
ihn aber in gänzlich ungewohnter Weise verwendet.

So haben wir z.B. eine Fahrt, einen Ausflug nicht gemacht,
sondern – Wie sagt man? – verwirklicht, realisiert.

Die häufige parallele Verwendung von zwei Subjekten im Satz
und zwei Verben – quasi zu freien Auswahl –
hat es nicht gerade erleichtert, den Sinn seiner Aussagen zu erfassen.

Und manche Sätze hat er so mit Inhalten überfrachtet,
dass er schließlich kein vernünftiges Satzende
 – Wie sagt man? – ermöglichen, verwirklichen konnte.

Außerdem ist er grundsätzlich nicht auf Wünsche der Reisenden
ein gegangen bzw. hat sie vorsätzlich ignoriert.
Und die Informationen vor Ort waren ausnahmslos unbrauchbar.
Offensichtlich haben seine mangelnden Ortskenntnisse dazu geführt,
dass er immer wieder Stuss gelabert hat.

Wahrscheinlich hat er auch von sich auf andere geschlossen und
deshalb vermutet, die Reisenden wären genau so überfordert wie er.

Auf Dauer war er nur schwer zu ertragen.
Der Reisgruppe ist er aber in so fern “entgegen gekommen”,
als er sich bei jeder Gelegenheit von ihr fern gehalten hat.
Zumindest dafür muss man ihm dankbar sein.

 

Unser persönliches Fazit

Wir wussten selbstverständlich vorher, dass wir
– aus den unterschiedlichsten Gründen –
nicht extra viel Geld in eine Luxusreise investiert hatten.

Wir wollten einfach nur – im bezahlbaren Rahmen – verreisen,
etwas von der Welt sehen und dabei ordentlich und angemessen
betreut und versorgt werden.

Dabei gilt natürlich immer:
“Die Geschmäcker der Gestecker sind verschieden.”

Wenn man das berücksichtigt und einige Abstriche macht,
wurden zwar unsere Ansprüche bezüglich
Unterbringung und Verpflegung weitgehend erfüllt.

Der Rest war aber eindeutig minderwertig.

Die spärlichen Ausflüge (extra bezahlt) waren ausgesprochen
schlecht ausgewählt, mangelhaft organisiert,
miserabel vorbereitet
und etwa so sinnreich wie die Sponsorenbesuche.
Nein danke, das muss nicht sein.

Würden wir die Reise wieder machen?
Die sicher nicht. – Andere schon.
Aber nicht mit Enver.

Und nicht mit 'Romantik Reisen'.
Wenn der Reiseveranstalter seine Kunden
vorsätzlich belügt und betrügt,
( – Wie sagt man? – verarscht, bescheißt)
nehmen wir gern die Mühe auf uns,
einen anderen zu suchen.
Wir sind da sehr flexibel.

Von all dem mal ab gesehen,
freuen wir uns natürlich schon auf unsere nächste Reise.
Wir sind schon am Suchen.

Obwohl – vorher und zwischendurch –
muss ich noch ganz wo anders hin.
Das ist ja schon fest gebucht.

Na dann gute Nacht.

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Nilkreuzfahrt in Ägypten 

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