rt-go: Di 2012-11-06

Nordzypern

5.Tag

Nicosia (Lefkoşa)

Heute wollen wir die Hauptstadt Nicosia
noch einmal in eigener Regie erkunden.

Auf dem Weg zur Hauptstraße kommen wir an einem Friedhof vorbei,
finden den griechischen Teil in sehr ramponiertem Zustand
und fragen uns, was wir von den Menschen hier halten sollen.
 

Die Frage stellt sich auch kurz darauf bei einem Olivenhain,
wo es mehr Müll als Bäume gibt.
 

Noch ein kurzes Stück.

Und schon sind wir an der Hauptstraße.
Eine Haltestelle muss man nicht suchen.
Weil die Dolmuş privat betrieben werden,
jeder Fahrer ist sein eigener Unternehmer,
sammeln die natürlich unterwegs jeden auf,
der sich nicht wehrt.

D. h. der Fahrer hupt, wenn er irgendwo potenzielle Fahrgäste erspäht,
die winken dann kurz, steigen ein, fahren mit und zahlen natürlich.

Und wenn man nicht vorher an einer beliebigen Stelle aus steigt,
kommt man automatisch zur Endstation.

Weil das selbstverständlich ein Busbahnhof ist, erfährt man dann dort auch,
welcher Linienbus das gewünschte Ziel an fährt
und kann einen Fahrschein lösen:
Girne–Lefkoşa (Nicosia) ~26km einfach,
hin und zurück für 8TL (≈3€50).

Jetzt geht's los.

Wenn man den Platz an der Frontscheibe hat,
kann man braun werden und ins Schwitzen kommen,
aber unterwegs auch Bilder machen.

Hier geht's lang.

Vorbei an einem Denkmal ...

... geht es auf der Autobahn ...

... durch die Berge.

In Lefkoşa (Nicosia) stehen, wie auch anderswo, “Starenkästen”,
die gelegentlich Fotos von den Autofahrern machen.
Die Bilder sind meist grottenschlecht und überhaupt nicht beliebt,
werden in der Regel aber trotzdem teuer bezahlt.

Da wir ja nicht selbst fahren, kümmert uns das genau so wenig wie die Tatsache,
dass hier alle auf der anderen Seite fahren.
Na gut, so lange die sich einig sind und das alle machen, kann es uns ja egal sein.

Der “Busbahnhof” liegt direkt beim Girne-Tor.

Von der Stadtmauer kann man nicht nur sehen, was da herum steht,
sondern auch, was da herum liegt.

Mit dieser Reklame können wir nicht wirklich etwas anfangen,
finden es aber gut, dass da wenigstens ORAL und nichts anderes steht.
Die Website fotooral.com zeigt natürlich mehr,
wenn auch nur auf Türkçe.

Auf dem Weg ins Zentrum sehen wir normale Stadtstraßen, ...

... normalen Straßentrubel ...

... und offizielle Gebäude.

Na, wenn das keine Abschreckung ist?!

Seltsame Ge- und Verbotszeichen zieren den Weg.

Ein Stillleben in einem Laden, das wohl nur selten gestört wird.

Fünf Wellensittiche in einem viel zu kleinen Käfig,
die sich aber trotzdem zu vertragen scheinen.

Kitsch as kitsch can.

Na? – Was gibt's denn da zu Lachen?

Die "Karawanserei Büyük Han" wurde bereits im 16. Jahrhundert errichtet und ist damit
wahrscheinlich der älteste türkische Bau, den es auf der gesamten Insel Zypern gibt.

Früher war eine Karawanserei eine ummauerte Herberge an einer Karawanenstraße,
in der die Händler mit ihren Kamelkarawanen rasten und übernachten konnten.
Inzwischen wurden die Kamele durch Touristen ersetzt.
Der Unterschied ist nicht marginal, wie man vielleicht denken könnte,
jedenfalls, wenn man vom Intellekt einmal ab sieht.
Die Touristen bringen wesentlich mehr Geld.

Deshalb findet man hier heute eher Antiquitätenhändler ...

... und Kunsthandwerker ...

... und natürlich auch Souvenirläden und Gastronomie.

Von der oberen Etage kann man sich ...

... einen schönen Überblick verschaffen.

Heute gehen wir über die Grenze.

Wir werden nicht einmal gefilzt.

In der Ledra-Straße, im griechischen Teil,
sieht es nicht viel anders aus.
Auffallend ist nur, dass hier weniger Einkaufsrummel ist.
Auch wenn der Pope ein Shoppingtütchen schwingt.

Auch in der “Fressgasse”, einer Seitenstraße mit vielen Lokalen,
fühlt man sich nicht bedrängt.

Dieser Einladung können wir nicht widerstehen.

Allerdings wollen wir nicht Aphrodite beim Bade Gesellschaft leisten,
sondern nur eine Kleinigkeit essen.

Dann folgen wir wieder dem Ruf der Kultur ...

... und besuchen eine Moschee.

Sie hat nicht nur zahlreiche Ventilatoren, sondern auch eine moderne Anzeige
mit Temperatur, Datum und Gebetszeiten.

In der Ecke sieht es eher praktisch als schön aus.

Draußen findet man den Platz für die Schuhe, Regale zur Ablage persönlicher Dinge,
Waschplätze und überdachte Sitzplätze zum sonstigen Aufenthalt.

Nicht weit entfernt steht eine christliche Kirche.
In Nicosia gibt es aber unzählige davon.
Deshalb wollen wir das Besichtigen gar nicht erst anfangen.
Wer weiß, wo das sonst vielleicht noch endet?!

Der Antiquitätenhändler hat es sich vor dem Laden bequem gemacht.
Hier bekommt er wohl mehr Leute zu sehen als drinnen.

Altes und Neues.

Die älteste Apotheke der Stadt, ...

... hat auch moderne Produkte zu bieten, ist aber nicht überlaufen.

Im Café nebenan gibt es selbstverständlich auch eine Toilette,
die allerdings nicht unbedingt sehenswert ist.

Wirklich interessant ist nur die Installation auf dem Weg da hin.

Noch eine Kirche verleitet uns zu einem kurzen Abstecher.
Aber den Krempel kennen wir ja schon zur Genüge.

Ein schöner Wasserspeier, auch wenn er durch einen Bypass trocken gelegt wurde.

Kommentar überflüssig.

Wir sind wieder mitten im türkischen Teil der Stadt ...

... und bestaunen die exklusiven Angebote.

Im Vorbeigehen noch ein Blick auf die große Karawanserei ...

... und das Girne-Tor.

Wo ist unser Bus?

Der “Wasserverkäufer” gibt gern Auskunft und bietet sogar den freien Sitzplatz an.

Fahrscheinkontrolle. – Allerdings etwas anders als bei uns.
Hier gibt es keine Schwarzfahrer, sondern nur Passagiere,
die schon einen Fahrschein haben und andere,
die ihn jetzt kaufen, weil sie vorher keine Gelegenheit hatten.

Zum Abschied noch ein Blick auf die geschmückten Berge.

Bis wir um 17 Uhr wieder in Girne sind, ist es natürlich schon fast dunkel.
Aber das hatten wir eingeplant und fuhren später mit dem Dolmuş zurück.

Zuvor wollten wir noch Girne in der Dämmerung sehen.
Schön.

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Zypern 6.Tag 

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