rt-go: Di 2012-05-15

Urfa 2. Tag

Harran und Göbekli Tepe

Der Muezzin hat verschlafen und mich erst um 4 Uhr 42 Ortszeit geweckt.
Gerade noch rechtzeitig für ein Bild der Morgendämmerung.

Dank Zoomobjektiv mussten wir den Burgberg nicht ersteigen.

In aller Frühe werden die Straßen gereinigt und gegen die Hitze besprengt.

Der Frühstücksraum kam ohne Personal aus.
(Eine Seltenheit in der Türkei.)

Das Frühstück war portioniert und abgepackt,
aber frisch und ausreichend.

Im heiligen Bezirk sind auffallend viele Pilgerinnen zu sehen.

Meistens in Begleitung einer religiösen Führerin, die man am weißen Mantel erkennt.

Um 8 Uhr 30 herrscht noch Ruhe am heiligen Teich.

Auch auf den Einkaufsstraßen ist jetzt noch kein Trubel.

Ein schwäbischer Türke, der als Rentner in Urfa lebt,
muss unbedingt seine Liebe zu Deutschland,
oder was auch immer, deutlich zum Ausdruck bringen.

Auf dem Weg nach Harran decken wir uns mit Getränken und Obst ein.

Feldarbeit.
Sechs Frauen arbeiten und ein Mann passt auf.
Ist das Arbeitsteilung oder artgerechte Haltung?

Auf der ausgebauten Fernstraße kommt man zügig voran.

Auf querende Pferdefuhrwerke muss man aber immer gefasst sein.
Gut, dass wir hier sowieso langsam fuhren, weil wir links abbiegen wollten.

Unterwegs findet man die üblichen Läden am Straßenrand.

Die Ruine der Burg von Harran aus dem 7. Jahrhundert.

Am Ortseingang wird (5 TL/P) Eintritt kassiert.

Ein kleines Kind beim Spielen.

Hurra, die Schule ist aus.

Achtung, die Touristen kommen.

Ein Freilichtmuseum mit Souvenir-Läden und Teestube.

Auch für die Notdurft der Touristen ist gesorgt.

Ein folkloristisch hergerichteter Innenraum.

Und ein touristisch hergerichteter Innenraum.

Hier werden garantiert handgearbeitete Produkte aus Harran verkauft.
Die original Fabrikverpackung liegt am Boden, wo der Nachwuchs spielt.

Das zum Verkaufsraum mutierte Wohnzimmer.

Ein Trullo-Dach von innen.

Manche Trulli sind luftig aber regensicher abgedeckt.

Baufällige Trulli am Rande des Dorfes.

Bewohnt aber vermüllt und ...

... bewohnt und ordentlich.
All das kann man hier sehen.

Eine komplette “touristische Einheit”:
Ein geschlossener Hof mit Trulli und ein Busparkplatz davor.

Hier könnten die Archäologen noch viel aus graben.

Der Plan zeigt die ehemaligen Dimensionen der Stadt
mit einer vier Kilometer langen Stadtmauer und sechs Toren,
sowie einer Innenburg mit vier Minaretten.

Harran hatte die älteste Universität des vorderen Orients
und musste die Invasion der Araber erdulden,
die als Zeugnis einen großen Moschee-Turm hinterließen.

Weit schweift der Blick über die spärlichen Reste des historischen Harran.
Der Moschee-Turm trotzte jedem Erdbeben.

Ein einheimischer Bewohner.

Auswärtige Touristen.

Motorrad mit Gebetsteppich.
Da kann der Fahrer den ganzen Weg lang beten, dass er heil an kommt.

Auch in einem alten Ortsteil wird neue Technik genutzt.

Im neuen Ortsteil findet man keine Trulli mehr.

Die Burgruine ist (auf eigene Gefahr) begehbar.

Die Kreuzgewölbe halten sich noch.

Wer die Begehung riskiert, kann die Ausblicke genießen.

Blick zur Universität bzw. dem Moschee-Turm.

Blick auf den neueren Ortsteil und den Kanal.

Blick auf die Schule ...

... und die Schüler.

Außerhalb der Stadtmauer, von der nur noch wenige Reste erhalten sind,
werden Grünanlagen und Parkplätze angelegt,
für die Touristenströme, die da noch kommen sollen.

Überall unterwegs sieht man Teile eines gewaltigen Bewässerungssystems,
das für die Fruchtbarkeit der Landschaft sorgt.

Zurück in Urfa streben wir sehr direkt ein ganz konkretes Ziel an.

Von außen sieht es nur nach Döner-Bude aus.

Aber drinnen ist der große Hof, ...

... wo man Ayran, ...

... scharfe Suppe, ...

... und andere ...

... leckere Speisen bekommt.

Da kann man schon mal eine Mittagspause ein legen.

Auf der Straße ist Trubel.

Die “laufende Parkuhr” kommt zum Kassieren.

Und schon sind wir wieder unterwegs, ...

... um die Stadt ...

... in nordöstlicher Richtung ...

... zu verlassen.

Auch der überbreite Gegenverkehr kann uns nicht auf halten.

Da wollen wir hin.

Göbekli Tepe ist eine religiöse Kultstätte der Steinzeitjäger,
die vor 12.000 Jahren, also zum Ende der letzten Eiszeit,
sesshaft wurden und den Wechsel vom Jäger und Sammler
zum Bauern und Viehzüchter vollzogen.

Dieser Wechsel der Lebensweise muss so vorteilhaft gewesen sein,
dass ihnen genug Zeit blieb,
solche monumentalen Anlagen zu errichten.

So sieht es bei Google Maps aus:
Parkplatz, Anlage D und Gipfel.

Blick über das weite Land ...

... und die nähere Umgebung.

Diverse Informationstafeln liefern zwar Erklärungen zu einzelnen Objekten,
aber so richtig verstehen kann man das ganze leider nicht.
Da bräuchte man doch noch sehr viel mehr Informationen
und eine sehr gute Einführung und Zusammenfassung.
Ich vermute aber, dass die noch niemand liefern kann,
weil auch den Experten noch viel zu viele Informationen fehlen.

“Felsentempel”, Anlage E

Schon 1995 wurde das in den Fels eingesenkte Oval und die beiden aus dem Fels gehauenen Podeste entdeckt. Der Grundriss wiederholt die für die steinzeitlichen Anlagen des Göbekli Tepe typische Form. In die Köcher der Podeste waren ursprünglich Pfeiler eingesetzt, die, wie die Umfassungsmauer und dort eingegliederte weitere Pfeiler, offenbar schon in der Steinzeit zur Wiederverwendung in einer anderen Anlage entfernt wurden. Auch die beiden nördlich anschließenden Felsgruben gehören zu dem heute als Anlage E benannten Komplex.

 

 

 

Anlage A

Anlage A wurde 1995 entdeckt und von 1996 bis 1997 in der heute sichtbaren Form ausgegraben. Das Hauptelement bilden die megalithischen T-förmigen Pfeiler, die angesichts der manchmal in Flachrelief abgebildeten Arme und Hände als stilisierte menschengestaltige Wesen zu verstehen sind. Immer stehen zwei besonders große T-Pfeiler im Zentrum der Steinkreise. Bedeutend sind die Reliefs der beiden zentralen Pfeiler P1 und P2, die ein Netzt aus Schlangen über einem Widder und die vertikal gereihte folge von Stier, Fuchs und Kranich zeigen.

Stier, Fuchs und Kranich.

 

 

Anlage B und C

Die Anlage B wurde 1998 entdeckt. Auf den 4 m hohen zentralen T-Pfeilern P9 und P10 befindet sich je ein Fuchsrelief. Den Fußboden bildet ein betonartiger, wasserfester, sogenannter “Terrazzoboden”, in den vor P9 eine Kalkschale eingelassen ist. Anlage C, die ebenfalls 1998 entdeckt und die im Altertum teilweise zerstört wurde, besitzt zwei konzentrische Kreise aus T-Pfeilern. Der gewachsene Fels bildet den Fußboden. Bemerkenswert ist das gut erhaltene Hochrelief eines Raubtieres auf P27.

 

 

Der Göbekli Tepe als Landmarke

Der Ruinenhügel Göbekli Tepe besteht aus mehreren Hügelkuppen mit dazwischen gelagerten Senken. Die Grabungsflächen liegen am Südhang, auf der südwestlichen und auf der nordwestlichen Hügelkuppe. Auf der südöstlichen Hügelkuppe befinden sich einige islamische Gräber und ein Wunschbaum, der als Landmarke weithin sichtbar ist. Von hier sind im Nordosten der erloschene Vulkan Karacadag und im Norden das Taurusgebirge, im Süden die Harranebene und im Südwesten die südlichen Ausläufer von Urfa zu sehen.

Von diesem Gipfel aus gibt es ein Panorama:
Umgebung von Göbekli Tepe

 

Anlage D

Anlage D wurde 2001 entdeckt. Sie ist die am besten erhaltene monumentale Anlage mit einer Vielzahl an Reliefs, die Füchse und Keiler, Stiere und Gazellen, Schlangen, Spinnen und Skorpione zeigen. Bemerkenswert ist die Darstellung einer phallischen kopflosen Person auf P43. Den Fußboden bildet wie bei Anlage C der gewachsene Fels. Bei den beiden über einem Felspodest über 5m hoch aufragenden Zentralpfeilern P18 und P31 sind Arme und Hände sowie ein Gürtel mit herabhängendem Lendenschurz angegeben.

 

Wir haben's gesehen und gestaunt.
Aber wer wollte behaupten, dass er irgend etwas verstanden hätte.

Insbesondere, warum Steinzeitmenschen mit ihren primitiven Mitteln
einen so gewaltigen Aufwand betrieben haben,
lässt sich m. E. nicht vernünftig erklären.

Aber, was soll's? – Die verstehen das ja auch nicht.

Wir fahren zurück nach Urfa.

 

 

Der “Pizzaservice” im Einsatz.

An einer Bushaltestelle.

Wir besuchen das feine Restaurant in dem Hof um die Ecke,
um dort unser Abendessen zu uns zu nehmen.

Am Abend zuvor hatte dort,

wie wir von der Dachterrasse gesehen
und nicht nur von dort auch gehört hatten,
eine Kapelle (links) so laut gespielt,
dass die Gäste (rechts) auf Abstand gegangen waren.

Deshalb haben wir vorher gefragt und sind erst eingekehrt,
nachdem man uns versichert hat,
dass es heute keine Musik gäbe.

Weil der Ober nur eine einzige Karte hatte,

hätte sich der Bestellvorgang eigentlich etwas hin ziehen können.

Weil aber zum Ausgleich dafür das Angebot äußerst übersichtlich war,
ging es dann doch ganz flott.

Und weil man ja nicht zu viel essen kann,
wenn nicht zu viel zur Wahl steht,
haben wir es dann doch geschafft,
das Lokal zu verlassen,
bevor die Musik wieder richtig in Fahrt kam.
Man muss allerdings dazu sagen:
sie hat gar nicht auf unserer Ebene gespielt,
sondern wie am Vorabend auf der obersten Etage,
von wo man sie auch viel weiter hören kann.

Auf unserem weiteren abendlichen Rundgang ...

... konnten wir sehen, ...

... wo überall ...

... wir sonst noch essen gekonnt hätten.

Gut zu wissen, wenn wir wieder mal nach Urfa kommen.

Na dann: “Gute Nacht!”

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Atatürk-Staudamm, Adiyaman, Nemrut 

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