rt-go: Mo 2012-05-14

 

Urfa 1. Tag

Urfa ?

 

Wir haben die Nacht überstanden und genießen jetzt das Beste,
was das Hotel Emirgan zu bieten hat:
die Aussicht vom Frühstücksraum im obersten Stock.

Der Blick zur Decke zeigt nichts, was wir inzwischen nicht erwartet hätten.

Der Raum ist genau so übersichtlich ...

... wie das Frühstücksbuffet.

Mit einem deftigen Frühstück kann man den ganzen Tag überstehen.

Auch Hans-Uwe – so kennen wir ihn – hat erbarmungslos zu geschlagen.
Das erleichtert uns den Abschied,
der uns sonst sicher nicht so leicht gefallen wäre.

Im “Yildiz Sarayi” weiß der Portier Bescheid.
Unsere Zimmer können wir so früh natürlich noch nicht beziehen,
aber es genügt ja völlig, dass wir unsere Koffer abstellen können.

Und schon starten wir zu unserem ersten Ziel, dem “heiligen” Bezirk.

Durch eine der Hauptstraßen ...

... geht's zum Basar-Viertel.

Ein Imbiss total im Freien.

Fußballfans in Aktion.
Was das soll? – Keine Ahnung. – Aber es qualmt gut.

Zwei der überaus beliebten Beiwagengespanne.

Am Rande des Basar-Viertels.

Wer verbessert wen?
Der Gewürzduft die Stadtluft oder umgekehrt?

In luftiger Höhe erspähen wir ein Restaurant,
das wir schon mal ins Auge fassen und
im Hinterkopf behalten.
Nur für den Fall, dass es uns irgendwann
in der Leibesmitte etwas flau werden sollte.

Nun sind wir da.

Der “heilige” Bezirk.

 

 

Für Muslime ist ein Garten ein Vorgeschmack auf das Paradies.

Der “heilige” Teich.

 

Kann es sein, dass es unter den heiligen Karpfen auch “schwarze Schafe” gibt?

 

Ein Denkmal für das heilige Kondom.

Heiligkeit ...

... schützt nicht vor Handel.

Hauptsache schön bunt.

Martin ist ein Optimist.

Er glaubt, dass es hilft, den grünen Lappen der Türbe zu berühren.

Dabei hat er sogar Recht, es hilft tatsächlich.
Z. B. bei der Verbreitung von Bakterien,
wenn man Pech hat.

Oder bei der Stärkung des Immunsystems,
wenn man Glück hat.

 

Für Wissende:
Die Legende der Abrahams-Rettung auf Türkisch.
(Wie aus den Holzscheiten des Scheiterhaufens Karpfen wurden.)

Auch Ibrahim glaubt an die Wirkung des heiligen Wassers.
Die lässt sich auch gar nicht bestreiten:
es löscht den Durst.
Und wenn man besonderes Glück hat, entgeht man sogar Montezumas Rache.

Überall findet man schöne Durch- ...

... und Ausblicke.

Ein Blick vom Park in die Umgebung zeigt, ...

... dass da am Burgberg auch reichlich Schutt herum liegt.

 

Keine Ahnung warum, aber alle mussten den Wasserspritzer fotografieren.

Jetzt haben wir endlich das Ziel entdeckt, das uns heilig ist.

Einer der schönsten Plätze im ganzen Park.

Jedenfalls, ...

... wenn der türkische Kaffee serviert ist.

Bei den Besuchern kann man neue und traditionelle Kleidung sehen und vergleichen.
Das Test-Ergebnis ist eindeutig: in die traditionelle Hose passt viel mehr rein.

Das könnte ein Tourist sein.

 

SECURITY wird in der Türkei groß geschrieben:
ein Polizeiposten mitten im Park.

Wir haben alles gesehen ...

... und streben dem Ausgang zu.

Die Moschee und was es da sonst noch gibt, wollen wir natürlich auch besichtigen.

Die Schuhe bleiben draußen.

Also in unserem Ort haben wir auch zwei Döner-Stuben, ...

... aber dort musste ich mich noch nie so tief bücken.

In der Abraham-Geburts-Grotte ...

... wird der Stammvater der drei Buch-Religionen verehrt.

Auch Martin vertraut auf die Wirkung des heiligen Wassers,
verzichtet aber auf den Gebrauch des kommunalen Bechers.

In der Moschee.

 

Ralf knipst einen Einheimischen und ...

... zeigt ihm gleich das Ergebnis.

Vor dem Basar.

Martin hat schnell seinen persönlichen Schlepper gefunden.

Wieder im Basar-Gewühle.

Ein Henna-Haus mit den Accessoires für die Hochzeitsvorbereitung etc.

Hier bekommt man u. a. die doppelstöckigen Tee-Töpfe.

Wovon Martin wohl träumt?

Obwohl die Gassen im Basar eng sind,
kann man hier problemlos eine Probefahrt mit dem neuen Mofa machen.

Bei den Schlossern und Schmieden, ...

... wird gearbeitet dass die Funken fliegen.

Fahrräder sieht man eher selten.

 

Es gibt noch Abenteuer.
Wir riskieren ein Maraş-Eis (ohne ishal).

Im Gegensatz zu dem, was wir gewohnt sind,
ist es viel fester und zieht sich etwas wie Kaugummi.
Es schmeckt aber gut und - vor allem - es läuft nicht weg.

Dieser Bäcker hat sich gern fotografieren lassen.
Ein anderer nicht.
Wir wissen aber nicht, was der zu verbergen hatte.

Eine übliche Imbiss-Bude.

 

 

Handwerker, wie z. B. die Schneider, findet man stets neben einander.
Sie konkurrieren nicht, sondern kooperieren kollegial.

 

Um die Mittagszeit ...

... kommen wir zum Hotel zurück,
um unsere Zimmer zu beziehen.

Der Blick in mein gemütliches Einzelzimmer ...

... und ein ordentliches Bad, überzeugen mich,
dass wir jetzt im richtigen Hotel gelandet sind.

Wir starten aber gleich zum nächsten Rundgang.
Wir sind ja hier, um was zu sehen.

Ein mobiler Getränkeverkäufer, der auf die Mobilität verzichtet.
Was er an zu bieten hat, ist bisher unklar geblieben.

Wenn's sein muss, geht's auch ohne Räder.

Hier könnte man einen frischen Ayran bekommen, ...

... aber um die Zeit haben wir ein anderes Begehren.

Ein Blick von dem luftigen Lokal, das wir schon ins Auge gefasst hatten.

So was ...

... und so was
hatten wir vor unserem geistigen Auge gesehen.

Schmeckt gut.

So kann man sich zur Not am Leben erhalten.

Weil es auf dem ganzen Weg zurück zum Hotel nirgends Efes zu kaufen gab,
habe ich mich in der Gegenrichtung auf die Suche gemacht.

Bei Google Maps kann man die Stadt von oben sehen.
Und wenn man etwas genauer hin sieht,
kann man sogar die verschiedenen Orte ausfindig machen:
Teich, Basar, Hotel, Efesbude.

Ein Blick auf unser proper erscheinendes vorheriges Hotel (Emirgan),
lässt nicht ahnen, wie es drinnen aus sieht.

Unterwegs habe ich nicht nur Leute bei der Arbeit gesehen,
sondern auch an fünf Getränke-Buden vergeblich nach Efes gefragt
und wurde immer nur weiter geschickt.

Nach fast zwei Kilometern habe ich dann endlich einen Efes-Laden gefunden.
Und weil ich vermutete, dass andere eventuell vergeblich gesucht hatten,
habe ich rein präservativ gleich acht Dosen gekauft.
Ich viel schlau.

Und die gut vier Kilo habe ich dann zurück zum Hotel geschleppt.

Ein kurzer Blick aus dem Fenster zeigt meinen “Wecker”.

Und ein längerer Blick zeigt ein sanierungsbedürftiges historisches Viertel.

Wir starten zum nächsten Rundgang ...

... und zur Foto-Safari.
Martin ausnahmsweise im passenden Outfit mit kackifarbenen kurzen Hosen.

Ein “Tante-Emma-Laden” (Bakkal) ...

... mit frischem Obst und Gemüse in einem Viertel,
in dem sonst keine Läden zu finden sind.

Ein “Heimwerker-Erweiterungsbau”.

Die Heiligen von Urfa.
Einer kommt gerade von der Bank.
Ist der jetzt ein Schein-Heiliger?

Ein schattiger Innenhof lockt zum Mittagessen.

Gleich dabei ein Festsaal für Hochzeiten und andere Feste.

Jugendliche tragen Jeans, Frauen tragen Mäntel (und natürlich Kopftücher)
und arabische Männer tragen oft ein langes Gewand.

Ein historisches Portal mit historischem Elektrozähler.

Das Gitter soll vor herabfallender Bausubstanz schützen.
Die Testobjekte hat es alle aufgehalten.

Im öffentlichen Palaver dominieren die Männer.

Auch in der Großstadt Urfa begegnet man häufig Pferdefuhrwerken.

Diese armen Hühner mussten schon vor dem Verkauf viele Federn lassen.

Neubauten am Rande des baufälligen historischen Viertels.

Wo Platz ist kann man protzen.

In der Hitze von Urfa tun Wasserspiele gut.

Der kleine Fluss ist leider zur Müllkippe verkommen.

 

Auf dem Weg zum heiligen Grab ...

... dürfen wir den Anblick von Trümmergrundstücken genießen.

Beim Transport sperriger Güter
ist nicht die Breite des Fahrzeugs entscheidend,
sondern die Breite der Gasse.

Grabstelen eines alten Friedhofs weisen uns den Weg.
Hier muss es irgendwo sein.

Der Hüter des heiligen Grabes erklärt,
dass hier der Leibarzt des Propheten ruht.

Die energetischen Schwingungen an diesem heiligen Ort sind so stark,
dass sie sogar unübersehbar den Putz von den Wänden blättern lassen.

Ein historisches Kleinod nebenan ist derzeit günstig zu erwerben.

Abenddämmerung über der Stadt.

Weil's draußen tröpfelt,
ziehen wir den stickigen Innenraum
der Lokanta vor.

Dr. Rasch spricht das Tischgebet:
“Mein Gott gib mir den rechten Blick,
dass ich erwisch das größte Stück.”

Die Zwiebelsoße war scharf und passte ...

... sehr gut zu der Leber.

Die Nähe zur Straße beeinträchtigt den Genuss dieser Urfa-Spezialität nicht.

Leider konnten wir nirgends unseren Schlaftrunk (Efes) bekommen.

Auch nicht in dem edlen Herrenhaus-Restaurant um die Ecke.

Deshalb kehren wir ins Hotel zurück ...

... besteigen die Dachterrasse ...

... betrachten das vornehme Lokal von oben ...

... und genießen unsere acht Efes.

Na dann: “Gute Nacht!”

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Urfa 2.Tag 

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