rt-go: So 2012-05-13

Fahrt nach Urfa

Antep - Zeugma - Birecik - Vahna - Urfa

Wir wollen von Antep nach Urfa fahren und unterwegs
in Zeugma am Birecik-Stausee die Ausgrabungsstelle besichtigen.

 

Martin denkt an den frühen Vogel
 und treibt sich zuvor noch etwas im Bey-Viertel herum.

Dort fängt er aber nicht den Wurm,
sondern erlebt den Abriss eines Hauses, ...

... genießt vom Rande des Viertels einen Blick auf große Neubauten ...

... und begegnet einem Kamel.

Überall wird renoviert.

An dieser Baustelle wird sogar sonntags gearbeitet.

Der Arbeiter bietet uns einen Tee an,
den er auf seinem Öfchen warm hält.
Pausen sind immer willkommen,
wenn man so ganz allein am Sonntag arbeiten muss.

Er erzählt uns u. a., dass er sogar schon in Japan gearbeitet hat.

In der Zwischenzeit warten andere im Frühstücksraum auf die Abfahrt.

Um 10 Uhr 30 Ortszeit steht der Bus bereit.

Nun kann's los gehen.

Ab durch die Stadt ...

... an neuen Hochhäusern am Stadtrand vorbei.

Zum Abschied dürfen wir noch eine weitere Karawane bewundern.

Unterwegs nach Zeugma.
Überall sind Pistazienbäume zu sehen.

Müslüm war schon vorbei gefahren.
Aber zum Glück hatten wir den Wegweiser gesehen.

Links ist schon der Stausee zu sehen.

Der Parkplatz naht.

So sieht das bei Google Maps aus.

Die Karte zeigt es deutlich:

Den Rest müssen wir zu Fuß gehen.

Kein Problem.

Die Arbeiter machen (um 11 Uhr 40 Ortszeit) schon mal Mittag.

Was die hier arbeiten, wenn sie arbeiten, bleibt aber unklar.
Sehr konstruktiv sieht es jedenfalls nicht aus.

Die Ausgrabungsstelle ist eingezäunt und bewacht ...

... und außerdem überdacht.

Die Mosaiken sind nur schlecht zu sehen und die Farben schon gar nicht.
Da liegt einfach zu viel Staub drauf.

Da muss man am PC schon alle Register ziehen,
um die durchaus vorhandenen Farben hervor zu locken.
Ursprünglich waren die sicher noch sehr viel kräftiger.

Das gilt sowohl für die Bodenmosaiken, ...

... als auch für die Wände, ...

... denn auch die waren kräftig bemalt.

Wozu diese Steinrohre (?) dienten blieb unklar.
Erklärungen für die Besucher fehlen leider völlig.

Ein Blick auf die Staumauer.

Auf dem See sind Touristen unterwegs.

Eindeutig Touristen, auch wenn die Mehrheit Türken sein könnten.

Wir haben's gesehen und wollen weiter.

Noch ein Nah-Blick auf die Pistazien.

Nicht weit vom See ist eine Nekropole.

Die Informationstafel zeigt aber mehr, ...

... als die ramponierten Gräber selbst.

Da macht Martin lieber mal ein Bild von der Universität.

Warum die so einsam in die Pampa gesetzt wurde ist unklar.
Aber vielleicht studiert es sich hier ja besser.

Schutt und Baustellen, wohin man auch sieht.

Die ganze Türkei ist eine einzige Baustelle.

Birecik naht.

 

Am Stadtrand von Birecik ...

... sind jede Menge Tankstellen.

“Ville fleuris”
Ein eher seltener Anblick.

Das ist Service an der Tankstelle.

Wir überqueren den Euphrat ...

... und fahren durch die Stadt ...

... ein kurzes Stück am Euphrat entlang bis zu einem wunderbar gelegenen Fischlokal.

So sieht es Google Maps.

Und so sahen wir es.

Da lassen wir uns gern zu Tisch bitten.

Auch anderen scheint dieser Platz zu gefallen.

Das sieht einladend aus ...

... und schmeckt allen.

Aber es endet wie immer.

Ibrahim sammelt die Flocken ein und bezahlt dann die Rechnung.

Die Kapelle war nicht zu unserer Unterhaltung da.
Sie hat nur schon mal für eine spätere Feier geprobt.
Ob das gut so, oder eher schade war, ist Geschmacksache.

Weil Ibrahim erzählt hat, dass sein Heimatort nur 50 km entfernt liegt, ...

... haben wir spontan unseren Plan geändert und einen Besuch in Vahna beschlossen.

Auch in den Ortschaften unterwegs sieht man Bautätigkeit und Entwicklungsbedarf ...

... und leider auch ein gravierendes Problem:
ein absolut mangelhaftes Umweltbewusstsein.

Ich habe selbst gesehen, wie ein einheimischer Erwachsener
eine leer getrunkene Plastikflasche absichtlich in die Landschaft geworfen hat.

Pistazien, wohin man auch sieht.

Die Straßen sind stellenweise in einem so miserablen Zustand,
dass wir den größten Teil der Strecke nicht schneller als 30 bis 40 km/h fahren.
Die Löscher sind dummer Weise nicht nur am Rand,
sondern oft auch gut verteilt in der Fahrbahn.

In Yukarigöklü, ...

... einem etwas größeren Ort, 9 km vor Vahna, ...

... halten wir kurz an, ...

... um Wasser oder nach Gusto auch anderes zu kaufen.

Beim “Endspurt” (mit 30 km/h)
überholen wir locker ein Pferdefuhrwerk,
bevor uns ein einsames Pferd zum Anhalten zwingt.

Bei dem Tempo kein Problem.
Der Gaul war rechts angebunden,
fand aber links das Futter besser
und spannte das Seil quer über die Straße.

Der kurdische Ort Vahna (getürkt: Sirataşlar).

Wir haben unser spontanes Zwischenziel erreicht.

Ibrahims Bruder begrüßt uns vor dem Tor ...

... und seine Frau im Hof.

Die Kühe interessieren sich so wenig für uns,
wie wir für sie.

Für Besuch ist man hier gerichtet.
Wir und noch einige andere finden bequem auf der Dachterrasse Platz.

Von der oberen Terrasse hat man Ausblick auf das Dorf, ...

... die Landschaft und z. B. die Technik der Nachbarn.

Überall wird gebaut.

Die “Örtlichkeit”, die ich nicht nur aus theoretischem Interesse aufgesucht habe,
ist zwar nicht gerade gemütlich und für Zeitungsleser eher ungeeignet,
außer vielleicht für Direktverwerter der Zeitung,
aus hygienischer Sicht aber einwandfrei.

Das Oberhaupt der Familie freut sich über den Besuch.

Und auch andere aus dem Dorf freuen sich über die Abwechslung und haben sich dazu gesellt.

Ayran und Tee haben wird schon genossen.
Dann dürfen wir auch noch die Maulbeeren direkt vom Strauch probieren ...

... und natürlich auch Pistazien und Rosinen.

In der Umgebung wachsen auch Reben.
Die Trauben werden allerdings für die Produktion von Rosinen verwendet.
Wein gibt es in der Türkei nur selten, und falls doch,
würde ich immer ein anderes Getränk vor ziehen.

Ein obligatorisches Foto vom weiblichen Teil der Familie.

Ein drolliger Anblick.

Leben auf dem Bauernhof.

Vor dem Ort werden Schafe gehütet.

Wir wollen zu den armenischen Gräbern ...

... und zum Euphrat.

Den sehen wir aber nur von weit oben.
Man könnte zwar auch runter fahren,
aber der Weg ist zu weit und vor allem zu miserabel.

Da kehren wir lieber gleich um.

Die Kinder staunen.

Was diese Touristen hier wohl suchen?

Die armenischen Gräber natürlich.

Na ja, viel zu sehen gibt es da aber nicht.

Und der Zugang ist für regen Publikumsverkehr auch eher ungeeignet.

Da fahren wir mit unserer dörflichen Begleitung wieder zurück.

Der Dorfteich liegt etwas außerhalb.

 

Inzwischen sind noch weitere Gäste eingetroffen.

Im Wohnzimmer finden alle Platz.

Aber ein “Gelage” soll das ja nicht werden.

Wenn das Essen “auf den Tisch” kommt,
müssen die Stelzen aus dem Weg.

Gar nicht einfach, in dieser Haltung zu essen.

Weil meine ramponierten Bandscheiben diese Haltung überhaupt nicht ertragen,
musste ich mich nach draußen begeben, aber deshalb nicht hungern.
Man war so nett und hat mir etwas auf den Tisch gestellt.

Als wir nach einem herzlichen Abschied endlich auf dem weiteren Weg nach Urfa sind,
kommen wir noch an den Resten eines alten Bauwerks vorbei.
Vermutlich die Reste einer römischen Brücke oder eines Aquäduktes.
So genau weiß man das nicht und wir konnten auch nicht mehr viel davon sehen.

Einerseits, weil nicht mehr viel davon übrig,
und andererseits, weil es schon reichlich finster war.

Hier können sich die Passagiere noch freuen.

Auch Müslüm sieht noch ganz zufrieden aus.
Aber:
Weil wir uns ja hier nicht aus kennen,
haben wir selbstverständlich Müslüm die Wahl des weiteren Weges überlassen.
Wir hätten etwa 40 km auf der schlechten Piste
bis in die Nähe von Birecik zurück
und dann auf der guten Straße bis Urfa fahren können.
Stattdessen fuhren wir kürzer und direkter, aber bestimmt nicht schneller, nach Urfa.
Dafür hatten wir dann den größten Teil der Strecke eine miserable Piste.

Natürlich sind wir dann trotzdem nach Urfa gekommen.

Um 22 Uhr Ortszeit hatten wir unser Hotel (Emirgan) erreicht.

Der erste Blick nach draußen war noch ok.
Das war's dann aber auch.

Im Bad wurden sehr schnell einige gravierende Mängel unübersehbar:

Weil der Installationsmeister den Platz für die Toilette
hinter dem Wasserkasten (15 cm) verplempert hatte,
fehlte der (min. 10 cm) vor dem Becken.
Man konnte deshalb nur schräg bis quer drauf sitzen.
Außerdem funktionierte die Spülung nicht,
was natürlich die Verweildauer im Hotel
ganz entscheidend begrenzen kann.

Der Blick in die Dusche lieferte den Beweis
für die hier übliche “Hygiene nach Art des Hauses”.

Und ein Blick zur Decke setzte das I-Tüpfelchen drauf.

Mein Bett war allerdings, und wenn es versehentlich war, frisch bezogen.

Andere berichteten anderes
und fanden z. B. Asche vor dem Bett oder im Schrank
und Betten mit verdreckter Wäsche.
Außerdem stank das ganze Hotel total verraucht.

Deshalb suchten wir zunächst einmal ein Lokal auf,
wo wir uns mit Efes die Unterkunft schön trinken konnten.

Außerdem waren wir uns schnell einig,
dass wir keine zweite Nacht in dieser üblen Absteige bleiben wollten.

Auf unserem Rückweg fanden wir nur 150 m entfernt das Hotel 'Yildiz Sarayi',
besichtigten ein Zimmer und buchten sofort für die beiden folgenden Nächte.
Und obwohl das Hotel drei statt nur einem Stern hatte, kostete es
pro Person und Nacht inklusive Frühstück ebenfalls nur 40 TL (~16 Euro).

Na dann: “Gute Nacht!”
Auch wenn wir die noch im Emirgan verbringen dürfen.

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Urfa 1.Tag 

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