rt-go: Sa 2012-05-12

 

Antep 2. Tag

Antep ?

 

Der morgendliche Blick aus dem Fenster zeigt,
was ich auch abends schon gesehen hatte,
nur nicht so duster.

Wolfgang sitzt schon im Restaurant beim Frühstück.

Hier gibt es eine üppige Auswahl und,
dass es nur eine Sorte Wurst gibt, stört niemanden.
Dafür gibt es vier Sorten Käse und sechs Sorten Oliven.
Eine besser als die andere.
Dazu hätte es, wie ich erst später entdeckte, auch eine Suppe gegeben.
Und wer den obligatorischen Tee nicht mochte,
konnte auch einen Pulver-Kaffee bekommen.

Müslüm ist pünktlich gekommen.

Er hat uns nicht nur am Vorabend vom Flughafen zum Hotel gebracht, ...

... sondern soll uns auch mit seinem 12-Sitzer “Vahna Expres”
überall hin bringen.

Während Ibrahim noch versucht Termine ab zu klären,
weil niemand zuvor daran gedacht hatte,
dass am Samstag nichts geht, ...

... fahren wir quer durch die Stadt.

 

 

An dem offensichtlich stark frequentierten Zeugma-Mosaik-Museum vorbei.

 

 

Unser erstes “obligatorisches” Ziel ist der Ludwigshafen-Park.

Dort werden wir sofort von türkischen Jugendlichen auf Deutsch angesprochen.
Dass wir keine Eigeborenen sind, sieht man uns ja an.
Und dass wir deutsche Touristen sind, ist an diesem Platz nicht schwer zu erraten.

“Da geht's lang.”
Ibrahim kennt sich aus.

Auf dem Weg in den Friedhof.

Ein Denkmal (?) am Rande.

Viele alte Gräber.

Die Steine auf dem Stein zeigen,
dass auch dieser nur mit einer Nummer markierte Grabstein,
seine Besucher hat.

Hier liegen die Brandopfer von Ludwigshafen,
deren Schicksal 2008 den Anlass zur Städtepartnerschaft lieferte.

 

Auf dem Rückweg am Zeugma-Museum kann man viele Kamele auf dem Grünstreifen sehen.
(Das sind die mit vier Beinen.)

Wir besuchen das Roma-Viertel,
aus dem die Opfer der Ludwigshafener Brandkatastrophe kamen.

Dort finden wir erwartungsgemäß keine Villen,
sondern bescheidene Behausungen,
die nicht alle in bestem Zustand sind.

Das “gesellige” Leben findet
in diesem sozialen Brennpunkt
überwiegend auf der Straße statt.

Touristen sind eine willkommene Abwechslung
und werden herzlich in Empfang genommen.

Insbesondere, wenn sie türkisch sprechen
und deshalb auch verbal kommunizieren können.

Fotoscheu ist hier niemand,
im Gegenteil, alle wollen aufs Bild.

In dem kleinen Laden nebenan wollten wir eigentlich nur mal
einen Blick rein werfen und ein Eis oder Wasser kaufen.
Aber dann hat uns der Inhaber (auf Deutsch) gleich zum Sitzen aufgefordert,
zum Tee eingeladen und erzählt, wo er früher in Deutschland war
und warum er jetzt wieder in der Türkei lebt.

Auf der Weiterfahrt wird's eng.

Was soll man da machen?
Das ist halt türkischer Verkehr.

Ein Parteibüro der BDP.

Renovierung in Sicht? Versprochen wird es jedenfalls.
Und weil überall renoviert wird,
sollte es wohl auch geschehen.
Vielleicht sehen wir es im nächsten Jahr.

Etwas außerhalb vom Zentrum.

Im nördlichen Stadtbezirk sehen die Häuser nicht viel anders aus.

Ein großer Neubau.
Im Wörterbuch steht: “akil hastanesi = Klapsmühle”
und: “devlet = Staat”; “turism” ist klar.
Bleibt die Frage:
Ist das hier die staatliche Touristen-Klapse?

Hier ist noch viel Platz.

Şehitkamil ist der nördliche Stadtbezirk von Gaziantep.

Die alevitische Minderheit ist nicht nur mit einer Moschee,
sondern auch mit einem großen Zentrum gut vertreten.

Das kann man oft sehen:
Zuerst wird ein einstöckiges Haus gebaut und
später wird ein zweiter und dritter Stock drauf gesetzt.
So lange die Statik stimmt, würde ja nichts dagegen sprechen.
Außer dem Bauamt vielleicht, wenn es etwas davon wüsste.

Auf dem Rückweg sehen wir, dass da ein Parteitag der oppositionellen CHP statt findet.

Weil Martin einen Bekannten heraus rufen lässt,
gibt's eine herzliche Begrüßung ...

... und eine kurze Unterhaltung.
Zwei der Abgeordneten waren erst kürzlich in Ludwigshafen.

Sogar Musikanten eilen herbei.
Die wollen aber nur ihr Einkommen aufbessern und ziehen schnell weiter.

Auch wir fahren weiter und bestaunen nicht zum ersten Mal die für uns ungewohnten Gerüste.

Hier ganz oben ist ein Lokal, das mit Aussicht und Efes lockt.
Auch mich hat es gelockt.
Aber ich hatte gar keine Gelegenheit die Aussicht zu genießen.

Na macht nix, da muss ich halt noch mal hin fahren.

Bei einer kurzen Einkehr im Hotel um die Mittagszeit
genieße ich den Ausblick über die Stadt, ...

... in “unsere” Straße, ...

... auf die sehr flexible Stromversorgung im Bad, ...

... ins Bey-Viertel hinter dem Hotel, wo man Abbruch und Neubau sehen kann, ...

... und über die Stadt hinweg zur Burg.

Nach der Mittagspause kommt Şahin Cetin von der Stadtverwaltung
(Abt. Internationale Beziehungen), der uns im letzten Jahr schon betreut hat,
um uns zu begrüßen und zum Mittagessen ein zu laden.

Ein paar Schritte zu Fuß zur Hauptstraße ...

... und ein paar Autominuten ...

,,, und schon sind wir in einem Restaurant der besseren Kategorie.

Vorneweg gibt's eine schmackhafte Suppe, ...

... dann einen kleinen Salat ...

... und als Hauptspeise z. B. einen Adana-Kebap.

Draußen fährt die “Frankfurter Straßenbahn” vorbei.

Wir lassen es uns gut gehen.

Sogar mit Baklava zum Nachtisch.

Während dann einige einen vereinbarten Besuch
in der Privatschule des Sanko-Konzerns absolvieren,
um noch etwas dazu zu lernen, ...

... unternimmt der Rest lieber einen Rundgang in Richtung Burg, ...

... die aber keinen weiteren Besuch lohnt.

Den kenne ich noch vom letzten Jahr,
da hat er an dem kleinen Tisch nebenan gesessen
und an einem Kupferteller gearbeitet.

Verborgenes reizt natürlich auch große Kinder.

Jetzt hab ich's gesehen.

Als wir hinter der Burg diesen Hof betreten,
kommt gleich ein geschäftstüchtiger Junge gelaufen.
Aber wir finden den Hof nicht sehr einladend
und setzen lieber unseren Rundgang fort.

Hier gibt's Käse und Eier.
Lauter hitzebeständige Ware.

Ein riesiger Laden für Olivenöl, Seifen und andere Olivenprodukte.

Sogar mit einem gastlichen Keller.
Was da wohl serviert wird?

Wir ziehen weiter ...

... durch belebte Straßen ...

... und lassen uns auch von einem einladenden Hof nicht auf halten.

Wir wollen was sehen und gehen weiter.

Der große Basar lockt.

Aber da ist alles wie im letzten Jahr.

Man kann nicht sehen, ob da inzwischen was verkauft wurde.
Die Auslage erscheint unverändert.

Auch in den umliegenden Straßen ...

... gibt es zahllose Läden ...

... und Handwerker.

 

Lacht der, weil er mich wieder erkannt hat,
oder weil er fotografiert wird?

Den jedenfalls habe ich wieder erkannt.
Das gleiche Bild hätte ich auch im letzten Jahr schon machen können;
da saß er ganz genau so da und sogar der Gesichtsausdruck erscheint mir unverändert.

Überall ...

... das gleiche Bild.

Nur den “fliegenden” Teeverkäufer hatte ich noch nicht in der Sammlung.

 

Noch einmal quer durch den großen Basar.

 

Ein “fliegender” Kaffeeverkäufer.

Ein ganzer Hof für den Teppichhandel.

Eine bemerkenswerte Zusammenstellung.

Ein häufiges Bild.
Weil in der Hauptstraße ein Stau ist,
geht auch in den Nebenstraßen nichts mehr.
Die wissen noch nichts von ihrem Glück,
kennen das aber vermutlich aus Erfahrung.

Wir sind wieder an der Burg.

Dort oben stehen die “Gazi” (de:Helden).

Ein einsames Brautpaar.
Wo ist die Begleitung?

Ein Besuch in dem Gartenlokal unter der Burg.
Im letzten Jahr hatte ich es von oben gesehen und hätte es gern besucht.
Nun musste ich fest stellen, dass es gar nicht so gemütlich ist, wie es von oben erscheint.
Aber der türkische Kaffee war ok.

Ein neu errichteter Wegweiser zeigt die zahlreichen Partnerstädte von Gaziantep.
Ludwigshafen ist noch nicht dabei.

Mitten in der Stadt gibt es nicht nur zahlreiche große Parks,
sondern auch immer wieder kleine Plätzchen, die zum Verweilen einladen.

Um 19 Uhr 15 Ortszeit gönne ich mir ein kleines Abendessen im Hotel.
Nicht überwältigend, aber gut.

Dann geht's zum Kuaför um die Ecke.
Martin und ich lassen uns die Haare schneiden.
Bei mir darf er zusätzlich noch den Bart ab nehmen.
Ohrhaare etc. werden mit einem brennenden Wattebausch abgesengt.
Das stinkt natürlich entsprechend.
Deshalb wird man anschließend parfümiert,
bevor man wieder auf die übrige Menschheit los gelassen wird.

Martin sucht im Bey-Viertel das Lokal, ...

... wo wir in aller Ruhe ...

... unseren Schlummertrunk (Efes) zu uns nehmen können.

Die Ruhe währt allerdings nicht lange.

Auf den Straßen von Gaziantep wird lautstark der Sieg
des istanbuler Fußballvereins Galatasaray über
den istanbuler Fußballverein Fenerbahce
(mit Null zu Null) gefeiert.

Da müssen wir aber nicht live dabei sein.
Den Krach hören wir auch im Hotelzimmer noch eine Weile,
bevor wir schlafen können.

Na dann trotzdem: “Gute Nacht!”

 zurück  Index 2012

Fahrt nach Urfa 

Alles gesehen - nix kapiert - alles von vorn gucke!

zur Homepage / Neustart:
rt-go-Homepage