rt-go: Mo 2011-05-23

Antakya + Gaziantep

Letzter Tag / Rückfahrt

Ich weiß nicht warum, aber ich war schon sehr zeitig wach geworden
 und deshalb auch schon Viertel vor 8 Uhr beim Frühstück.

In der Küche war noch gar nicht alles aufgetischt.

Aber als kurz vor 8 Uhr die Backwaren da waren, konnte es gleich losgehen.

Barbara nimmt ihr Gastgeschenk in Empfang und verabschiedet sich,
weil sie nach Istanbul fliegen muss.

Hans-Uwe und ich ziehen noch mal los in den Basar.

Heut' ist wieder voller Betrieb.

Vor dieser Auslage bleiben wir stehen.
Hans-Uwe betrachtet die kleinen gelben Dinger
und fragt mich: “Was ist denn das?”
Ich: “Keine Ahnung.”
Da kommt ein Türke dazu und sagt: “Ich bin deutsch.”
Darauf fragt ihn Hans-Uwe: “Was ist das?”
Antwort: “Das ist türkisch.”
Hans-Uwe: “Das hab' ich mir schon gedacht. Aber, was ist das?”
Antwort: “Scharf.”

Nachdem wir nun Bescheid wissen, können wir beruhigt weiter gehen.

Im Basar trifft man doch dauernd Leute.

Ein gut bestückter Buchladen.

Wie Seife und Gewürze in einen Laden passen, ist mir unklar.
Gut, beide riechen stark.
Aber meine Füße passen ja auch nicht überall hin.
 

 

 

 

 

Heiße Ware.

 

In einem Straßencafé ...

... gönne ich mir eine Erfrischung.

Die Gäste, die nebenan sitzen, haben nichts bestellt,
kaufen aber dem “fliegenden” Verkäufer einen Kaffee ab.
So großzügig sind unsere Gastwirte nicht.

Zwei warten auf den Besuch beim Bürgermeister.

Jetzt treffen auch die Anderen ein.

Keiner weiß so recht, warum wir eigentlich beim Bürgermeister angemeldet sind.

Er scheint sich darüber auch noch nicht so ganz im Klaren zu sein.
Aber das macht ja nichts.

Seinem Namen Savaş (=Krieg) entspricht er nicht im Geringsten.


(©ko)
Er bleibt ganz friedlich und nimmt die Sache locker.


(©ko)
Wir haben natürlich ein Präsent mitgebracht.
Ein Buch über Attatürk.
Das kann ja nicht schaden.

Für alle Fälle hat auch er ein Präsent parat.

Jetzt muss sich der Verein nur noch ein Vereinsheim zulegen,
damit er das Ding aufhängen kann.

Oder er dreht es der Oberbürgermeisterin an.

Vielleicht wird ja so die nächste Städtepartnerschaft iniziiert.
Antakya ist von Gaziantep nur gut vier Busstunden entfernt,
hat außerdem einen Flughafen in der Nähe
und ist als Reiseziel sicher genau so interessant.

So sieht der Bürgermeister seine Stadt.


(©ko)
Weil die Wenigsten von uns Türkisch verstehen, fragen wir,
ob wir die Unterhaltung auf Englisch führen können.
Können wir, sagt der Bürgermeister und fügt hinzu,
dass er Englisch aber nur sehr langsam spricht.

Das erweist sich als richtig, ist aber kein Problem.
Wir haben ja Zeit.


(©ko)
Schließlich wird noch ein Gruppenfoto mit unserer Beute gemacht.
Dann verabschieden wir uns und gehen.

Wir wissen zwar immer noch nicht, warum wir beim Bürgermeister waren,
aber Spaß gemacht hat es trotzdem und informativ war es auch.

Vielleicht sollte man überall, wo man hin kommt,
einfach mal zum Bürgermeister gehen.

Natürlich angemeldet, damit der Tee fertig ist, wenn man kommt.

Im Antik-Café gibt es ein schönes Plätzchen,
in dem wir die Zeit bis zur Abfahrt überbrücken können.

14 Uhr.
Jetzt geht's zurück nach Gaziantep.


Größere Kartenansicht

Auf dem Rückweg fahren wir aber nicht die kostenpflichtige Autobahn, ...

... sondern die kürzere, normale Route über die D825 und D400.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach zwei Stunden Fahrt halten wir an einer Raststätte.

Das Angebot sieht nicht gerade verlockend aus.
Nach zehn Minuten hat die Mehrheit festgestellt,
dass 16 Uhr nicht die rechte Essenszeit ist
und den Wunsch geäußert, gleich weiter zu fahren.

Doch genau da hat einer seinen einsamen Entschluss gefasst
und verkündet: “Ich esse jetzt eine Forelle.”

Dass sich dann einer angeschlossen hat,
ändert natürlich nichts daran, dass sich die Fahrt
für alle um eine halbe Stunde verlängert hat.

Es muss wohl solche und solche Menschen geben.
Und bei einigen fallen einem ganz spontan einige fromme Wünsche ein.

Weil man die Zeit ja irgendwie nützlich verbringen will,
kam ich auf die Idee, dass ich mal die Toilette aufsuchen könnte.
Nun bin ich zwar von Hause aus ein notorischer Sitzpinkeler.
Aber bei diesem Anblick kam mir sofort in den Sinn,
dass ich mein Vorhaben ja eigentlich
auch noch im Stehen beherrschen müsste.

Hinter dem Haus wird die Kuh ausgeführt.

Und ein Schwälbchen sitzt auf dem Draht.
Alles sehr idyllisch.

Und schon sind wir wieder unterwegs.

 

 

 

 

 

 

Die Freude ist groß.

Gaziantep ist nah.

 

Und wir sind wieder im Ibis.

Beim Einchecken an der Rezeption denke ich schon mal daran,
was uns am nächsten Morgen erwarten könnte, wenn alle abreisen wollen.
Deshalb sage ich dem Mann an der Rezeption, dass ich gleich zahlen möchte
und lege die Karte mit meinem Namen und der Zimmernummer
sowie meine Kreditkarte auf den Tresen.

Der Mann muss aber erst noch einen anderen Vorgang bearbeiten
und einen Telefonanruf entgegen nehmen.

Inzwischen greift der nette Zeitgenosse,
auf den ich schon mal warten durfte, die Idee auf
(vermutlich glaubt er sogar, es wäre seine eigene gewesen),
tritt von der Seite an den Tresen, verkündet laut:
“Ich will jetzt zahlen.” und legt seine Kreditkarte hin.

Meinen dezenten Hinweis: “Bei uns ist es üblich, dass man sich hinten anstellt.”,
nimmt er gar nicht wahr, oder bezieht ihn jedenfalls nicht auf sich.

Und was macht der leicht gestresste Mann an der Rezeption?
Er greift natürlich nach der Kreditkarte dieses schmerzfreien Zeitgenossen
und fertigt ihn zuerst ab.

Na gut, es muss wohl solche und solche Menschen geben.
Und wenn man sie kennt und schlau ist,
lässt man sie vor.
Dann sind sie weg und man muss sie nicht länger ertragen.

Vom zehnten Stock bietet das Ibis einen schönen Ausblick.

Und ein Panorama gibt es davon auch:

 

 

 

Aus der Ferne hat man sogar einen Blick auf die Tribüne, auf der wir saßen.

 

Am Abend gehen wir in ein Lokal,
das Bülent ausgesucht und am Vortag ausprobiert hat,
zu unserem letzten original türkischen Essen in der Türkei.

Schmeckt so gut wie es aus sieht.

Danach müssen wir aber schleunigst ins Bett.
Denn der Wecker steht auf Punkt 4 Uhr.

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Heimreise und Fazit 

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