rt-go: So 2011-05-22

Antakya

3. Tag

Sonntag.
Das Frühstück ist wie jeden Tag
und jeden Tag wie sonntags.

Kadir hat ein einnehmendes Wesen.
Ob Lira oder Euro, Hauptsache die Flocken kommen zusammen.


(©mh)
Beim sonntäglichen Kirchenbesuch vor der orthodoxen Kirche.


(©mh)
“Der Gottesdienst war von Jung und Alt gut besucht”,
sagt Martin und berichtet weiter:
“Im Anschluss kam spontan ein Gespräch mit einem Syriaki,
einem Vorstandsmitglied der Gemeinde zustande.
Der hat auf Französisch wiederholt und betont darauf hingewiesen,
dass sie das Volk sind, das seit 5.000 (fünftausend!) Jahren hier ist
- im Gegensatz zu den aus der Steppe nachgekommenen Türken.
Er betonte auch die Verbesserung der Situation für die Christen
(was aber für die muslimischen Aleviten nicht gilt).”

Weil ich in Russland schon mehr als einen orthodoxen Gottesdienst gesehen habe,
darf ich mir den sparen.

Da schau ich lieber den Mispeln beim Reifen zu
und probiere gelegentlich eine,
wenn sie mir reif genug erscheint.

Selma hat ein Problem und ruft um Hilfe.
Sie will bzw. muss unbedingt diesen Koffer zu kriegen.
Na, da kann ich mein volles Kampfgewicht
doch endlich mal richtig zum Einsatz bringen.

Nur gut, dass niemand die Geräusche aufgenommen hat.
Die Stöhnorgie wäre vielleicht missverstanden worden.

 

Immerhin haben wir mit vereinten Kräften,
meiner Schwerkraft auf dem Koffer und
Selmas Zugkraft am Reißverschluss,
das Ding zu bekommen.

Wir waren uns aber auch darüber einig,
dass der Flieger solche explosionsgefährtdete Fracht nicht mit nimmt.
Selma wollte sich deshalb noch eine Sporttasche kaufen
und das Gepäck gerecht verteilen.

Bei einem kleinen Spaziergang entdecke ich das gemütliche Antik-Café.
auf das ich bei Gelegenheit zurück kommen will.

Handel findet auch am Sonntag statt.
Ich finde das Angebot allerdings etwas einseitig.
Für mich ist jedenfalls nichts dabei.

 

 

 

Am Museum.
Auch das steht erst später auf dem Programm.

Ich wusste gar nicht, dass Johnny Depp auch Türkisch kann.

 

Weil ich noch etwas einkaufen will, ...

... gehe ich in den Basar.

Sonntags haben zwar die meisten Läden zu,
aber durchaus nicht alle.

Ich habe jedenfalls keine Probleme und komme
mit einem Deo und einem Hemd als Beute heraus.

 

“Siesta” im Hof einer Moschee.

 

 

Ein kurzer Besuch nebenan bei Barbara im Hof ...

... verrät uns, dass dort Zitronen wachsen.

Beim Besuch im Archäologischen Museum
können wird u. a. diesen Marmorsarkophag bewundern.

Hauptattraktion sind aber die vielen römischen Mosaike.

 

Viele sind an der Wand angebracht.
Man kann sie deshalb unverzerrt und aus der Nähe betrachten.

 

Dieses Mosaik zeigt “den glücklichen Buckligen”
und, dass er nicht nur einen großen Buckel hatte.

Bei diesem Detail eines Ornamentes
kann man sogar die Unregelmäßigkeiten erkennen.
Pfusch am Bau gab's also auch damals schon.

Netter Typ.

Im Außengelände sind weniger spektakuläre Dinge deponiert.
Die römischen Wasserrohre finde ich trotzdem sehenswert.
An dem Funktionsprinzip hat sich bis heute nichts geändert.

 

Attatürk reitet.

Andere fahren mit dem Rad.

Auch wenn sich unsere Ausgaben in Grenzen halten,
brauchen wir irgendwann Nachschub.

Einige haben erzählt, dass sie drin waren.
Mir genügen die abschreckenden Bilder.

Die engen Gassen auf unserem Rückweg sind etwas heruntergekommen
und der viele Müll macht sie auch nicht attraktiver.

Türkisch ist ja gar nicht so schwer.
Das Schild kann sogar ich lesen.

Mein Vorschlag wurde auf Anhieb akzeptiert.

Im Antik-Café werden wir bestens bewirtet.

Um die Ecke ist ein Attatürk-Museum.

Und Platz für die Besucherscharen.

16 Uhr 30.
Kleine Besinnungspause im Hof.

Die Hauptstraße, in der ich auf 300 m Länge nur 12 Zahnärzte gezählt habe.
(Die in den Seitenstraßen nicht mit gerechnet.)

Hans-Uwe sucht (verzweifelt) noch ein Mitbringsel.

Dann bringen wir uns doch lieber noch ein Efes für den Schlaftrunk mit.

Beim Abendessen in dem von Barbara empfohlenen Restaurant ...

... sind nicht alle zufrieden.

Die Speisen sehen zwar gut aus
und schmecken eigentlich auch gut.

Aber, wer Hühnchenfleisch bestellt und statt dessen zähes Rindfleisch bekommt,
ist darüber verständlicher Weise nicht sonderlich erfreut.

Ich hatte mir das teuerste Gericht für 16 TL ausgesucht.
Geschmacklich war es ganz hervorragend.

Aber mit dem Rindfleisch konnte man sich die Kauleiste ruinieren.

Martin hat das Eis aber gut geschmeckt.
Und diejenigen, die noch ein Schokodessert konsumiert haben,
waren sehr versöhnlich gestimmt.

Am Efes gibt's beim Schlaftrunk nichts auszusetzen.
Vielleicht sollte man doch bei dem bleiben, was sich bewährt hat.

Na dann:
Gute Nacht!

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